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Dienstag, 12. Dezember 2017

Karrieretelefon

„Seien Sie proaktiv“

Von Claudia Burger | 23. März 2017 | Ausgabe 12

Thomas Pitzek, CEO der Pitzek GMP Consulting, stand am 16. März den Lesern der VDI nachrichten Rede und Antwort.

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Foto: dpa picture alliance/Shotshop/L. Kristensen

Wer sich nicht früh genug kümmert, hat das Nachsehen. Proaktives Handeln kann verhindern, dass sich plötzlich Lücken im Lebenslauf auftun.

Die Frage: Seit vielen Jahren bin ich in einem Konzern tätig, der nun die Entwicklung ins Ausland verlagert. Nun sieht es danach aus, dass es meine Abteilung bald nicht mehr geben wird. Soll ich abwarten und auf eine eventuelle Abfindung hoffen oder mich doch direkt nach einer anderen Stelle umsehen?

Foto: Pitzek GMP

Thomas Pitzek ist CEO der Pitzek GMP Consulting und Personalexperte für Pharmatechnik.

Der Rat: Grundsätzlich rate ich immer zu einer proaktiven Gestaltung des eigenen Berufslebens. Gewinnen Sie der Veränderung positive Seiten ab. Sie konnten genügend Erfahrung sammeln und wissen, was Sie können. Finden Sie Ihren Marktwert und bewerben Sie sich aktiv. Wenn sich dabei etwas Interessantes ergibt, wechseln Sie, ohne den Gedanken an eine Abfindung zu verschwenden und Sie werden sehen, das Geld kommt mit dem Spaß an der neuen Herausforderung. Zumal es definitiv schwieriger ist, sich aus einer eventuellen Arbeitslosigkeit heraus zu bewerben. Denn die Verhandlungsbasis für den neuen Arbeitgeber ist dadurch eine andere, da er den Druck spürt, der auf dem Bewerber lastet.

Die Frage: Ich bin seit zwölf Jahren in der Luft- und Raumfahrt tätig, komme aber eigentlich aus der Biomedizintechnik. Im jetzigen Unternehmen gibt es drei Abteilungen, die das Gleiche tun und eventuell steht hier demnächst ein Abbau der Abteilungen bevor. Ich weiß, was ich kann und würde gerne in die Medizintechnik zurück, macht das Sinn und wo soll ich mich bewerben?

Der Rat: Es macht immer Sinn, sich zu verändern, wenn man sich in der jetzigen Situation nicht wohlfühlt. Natürlich wird es schwierig, da gerade in der Medizintechnik immer neue Herausforderungen durch den enormen Fortschritt auf Sie warten. Ich würde auf jeden Fall in einer solchen Situation eher den Mittelstand in Betracht ziehen, um im persönlichen Gespräch zu punkten. In einer Onlinebewerbung, die an einen Großkonzern gerichtet ist, können Sie die persönlichen Merkmale schwer herausstellen, dort wird grundsätzlich faktisch beurteilt und Sie müssen häufig mit direkten Absagen rechnen.

Die Frage: Nach meiner Ausbildung habe ich Maschinenbau studiert und war im Anschluss als Ingenieur tätig. Ich verfüge über knapp sieben Jahre Berufserfahrung. Seit 2014 bin ich ohne Job und konnte keine geeignete Stelle finden. Demnächst habe ich Gott sei Dank die Chance auf einen Wiedereinstieg im Produktionsbereich. Ich dachte, dass ich mich dann direkt intern als Ingenieur weiter bewerben kann. Was meinen Sie?

Der Rat: Eine interne Bewerbung aus der Produktion auf eine dortige Ingenieurstelle kann ich nur empfehlen, wenn Sie von vornherein mit offenen Karten spielen. Sprechen Sie offen über Ihre Ambitionen und leiten Sie ein, dass Sie gerne zurückstecken und bereit sind, sich zunächst in der Produktion zu beweisen, aber dennoch wieder eine Ingenieurstelle anstreben. Sonst könnte das kontraproduktiv sein. 

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