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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Gesundheit

Stress macht auch vor Jugend nicht halt

Von Wolfgang Schmitz | 13. Juli 2017 | Ausgabe 28

Es sind längst nicht mehr nur Top-Manager und Selbstständige, die über zunehmenden Stress klagen. Psychische Störungen entwickeln sich zusehends zur Volkskrankheit.

 Bei Auszubildenden hat sich die Zahl der Depressionen und Belastungsstörungen in Deutschland binnen 17 Jahren mehr als verdoppelt. Der aktuelle Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) verzeichnet einen Anstieg von 108 %.

Damit sind Auszubildende überdurchschnittlich stark betroffen. Über alle Altersgruppen hinweg betrug der Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten bei Arbeitnehmern 88 %. Depression steht auf Platz drei der Hauptursachen von Krankschreibungen bei Azubis, hinter Atemwegs- und Magen-Darm-Infekten. Häufig sind es auch Verletzungen und Vergiftungen, die zur Arbeitspause zwingen. Vor allem männliche Auszubildende fallen oft aus. Auszubildende sind mit 11,5 Fehltagen im Jahr aber mehr als drei Tage weniger krankgeschrieben als der Durchschnitt der Beschäftigten hierzulande – dafür deutlich häufiger.

Eine Ursache für den hohen Stresslevel der Berufseinsteiger sehen die TK-Experten im Medienkonsum. Die Generation „Always on“ müsse lernen abzuschalten.

Die Managementberater von Scopar befragten 100 Führungskräfte, Mitarbeiter und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Unternehmen und Branchen, ob die psychische Gesundheit von Beschäftigten in ihren Unternehmen gefördert wird. Viele Firmen haben demnach das Problem erkannt. Fast die Hälfte der Befragten sagte, dass sich die Geschäftsleitung ihres Betriebs um Gesundheitsförderung kümmere. Da die Vorgesetzten Aufgabeninhalte und -umfang festlegten und für gutes Arbeitsklima sorgen sollten, sei Gesundheitsmanagement aber auch ihre ureigenste Pflicht, so die Scopar-Berater.

Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, dass im eigenen Betrieb keine Erfassung psychischer Belastungen vorgenommen wurde. Dabei, meinen die Berater, stehe der finanzielle Aufwand für Präventionsmaßnahmen in keinem Verhältnis zu den Milliardenverlusten, die aufgrund von krankheitsbedingten Fehltagen und herabgesetzter Leistungsfähigkeit entstehen.

Viel Arbeit auf wenigen Schultern. Häufig sind es Arbeitsumfang und hohe Verantwortung, die psychische Belastungen auslösen. Mehr als jeder dritte Beschäftigte fühlt sich aber auch von Kollegen und Vorgesetzten gestresst.

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