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Dienstag, 12. Dezember 2017

Forschung

Studierende bauen römisches Militärschiff nach historischem Vorbild

Von Claudia Burger | 1. Juni 2017 | Ausgabe 22

Seit Kurzem wird in einem hallengroßen grauen Zelt auf einem Erlanger Sportgelände ein römisches Militärschiff nachgebaut. Es besteht fast komplett aus Holz.

Von dem Römerboot erhoffen sich Forscher um den Althistoriker Boris Dreyer neue Erkenntnisse über den antiken Schiffbau und die Einsatzmöglichkeiten solcher Boote innerhalb der römischen Flotte. Außerdem soll damit Geschichte erlebbar gemacht werden – abseits von staubigen Büchern und dunklen Hörsälen.

Etwa 45 Studenten, 16 Schüler und an die 90 freiwillige Helfer wollen an dem Boot mitbauen. Die Bootsbauer arbeiten nach antiken Vorgaben. „Wir können es nicht ganz genauso machen wie damals“, gibt Dreyer zu. Ohne moderne Elektrogeräte würden sie die Bauzeit von einem Jahr wohl nie einhalten. Doch bei vielem halten sich die Handwerker genau an die historische Vorlage aus Oberstimm, einem Ortsteil von Manching bei Ingolstadt.

Im Jahr 1986 entdeckten dort Archäologen nahe einem römischen Kastell zwei gut erhaltene Militärschiffe aus der Zeit um 100 nach Christus. Nur Bug und Heck fehlten. Die Schiffe seien vom römischen Militär als Patrouillenboote eingesetzt worden, aber auch für Erkundungsfahrten oder schnelle Truppenverlegungen, sagt Dreyer. Einige Fragen, die die Forscher klären wollen: Mit welcher Technik ruderten die etwa 20 Römer auf dem Schiff? Wie viel Kraft mussten sie einsetzen, welche Geschwindigkeit konnte das Boot erreichen und welche Strecken zurücklegen? „Wir wollen dafür auf der Donau möglichst bis zum Schwarzen Meer fahren“, sagt Dreyer. Das sei aber eine Kostenfrage.

Die Wissenschaftler wollen auch unterschiedliche Segelarten testen und die Originalbemalung rekonstruieren. „Die Kriegsschiffe waren bunt bis zum Geht-nicht-mehr“, so Dreyer.

Der fränkische Nachbau soll wie das Original rund 16 m lang und knapp 3 m breit werden.  dpa/cer

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