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Dienstag, 12. Dezember 2017

Öffentlicher Dienst

Teamarbeit steht bei ihr an erster Stelle

Von Sabine Neumann | 16. Februar 2017 | Ausgabe 07

Sylvia Uehlendahl leitet das Tiefbauamt der Stadt Dortmund.

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Foto: Sabine Neumann

Chefin im Einsatz: Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Dortmunder Tiefbauamtes, im Bild mit Bauleiter Björn Schweinsberg, besichtigt regelmäßig „ihre“ Baustellen. Dazu gehört auch die Stadtbahnanlage im Dortmunder Hauptbahnhof.

Die leitende städtische Baudirektorin Sylvia Uehlendahl ist für 650 Mitarbeiter verantwortlich – die meisten von ihnen sind Männer. „Das Miteinander und die Menschlichkeit sind mir sehr wichtig“, sagt die Leiterin des Tiefbauamtes der Stadt Dortmund. „Man kann gemeinsam viel bewegen, viel antreiben, viel verändern. Und das geht nur im Team, natürlich oftmals verbunden mit der Delegation von Verantwortung. „Die Fluktuation im Tiefbauamt ist sehr gering.“

Da macht das Tiefbauamt

Gemeinsam mit ihren Mitarbeitern hat die 47-Jährige schon viele Projekte in Dortmund umgesetzt. Ihr derzeitiges „Lieblingskind“ und eine echte Herausforderung ist das Stadtbahnprojekt im Dortmunder Hauptbahnhof. Dort lenkt und entscheidet sie. „Bis 2019 sollen für ein Gesamtvolumen von 37 Mio. € (durch Bund und Land mitfinanziert) unter anderem die Bahnsteige verbreitert und der Brandschutz auf Vordermann gebracht werden. Es entstehen neue barrierefreie Zugänge und Aufzüge werden installiert. Insgesamt wird alles viel heller, moderner und freundlicher.“

Aufgewachsen in Braunschweig, studierte Sylvia Uehlendahl Bauingenieurwesen an der Ruhr Uni Bochum – mit dem für sie sehr wichtigen Vertiefungsschwerpunkt Verkehrswesen: „Ich habe diese Studienrichtung bewusst für mich gewählt, denn hier kann ich als Ingenieur kreativ gestalten.“ Schon damals wusste sie: „Ich möchte kommunal arbeiten, etwas bewegen und auf der Auftraggeberseite stehen.“

Ihr Referendariat zum höheren bautechnischen Verwaltungsdienst absolvierte die Diplom-Bauingenieurin bei der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Tiefbauamt Dortmund. Es endete nach zwei Jahren mit der großen Staatsprüfung zur Bauassessorin. „Ich habe während dieser Zeit alle Verwaltungsebenen durchlaufen; verschiedene Ämter und Kommunen, von der Emschergenossenschaft bis zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, von der Kämmerei bis zum Friedhofsamt war alles dabei.“ Sie wählte die Fachrichtung Stadtbauwesen, weil sie als Verkehrsingenieurin – verbunden mit dieser städtebaulichen Ausrichtung – für den kommunalen Einsatz bestens gewappnet war.

Im Jahr 2000 übernahm Sylvia Uehlendahl die Leitung des Teams Straßenentwurf und Verkehrssicherheit im Ressort Straßen und Verkehr der Stadt Wuppertal. Mit ihren zwölf Mitarbeitern war sie unter anderem für den Straßenentwurf des derzeit noch im Bau befindlichen Großprojektes Döppersberg in Wuppertal-Elberfeld (Übergang vom Hauptbahnhof zur Innenstadt mit Integration der B 7 als Hautverkehrsstraße) verantwortlich.

Acht Jahre später wechselte sie nach Dortmund und wurde Leiterin der Abteilung Straßen- und Kanalbau. „Mein Team bestand fast ausschließlich aus Bauingenieuren, unter ihnen aber auch drei Ingenieurinnen. Bei Straßengrunderneuerungen haben wir erstmals mit lärmoptimiertem Asphalt gearbeitet, der zu der Zeit noch keine Regelbauweise war. Im Rahmen des Konjunkturpaketes II haben wir vom Bund Fördermittel bekommen, konnten damit sehr viele Straßen lärmsanieren und haben so auch eine Vorreiterrolle übernommen.“ Straßenasphalt sei mehr als nur eine schwarze Masse, da stecke viel mehr drin. „Das ist ein unheimlich spannendes Aufgabengebiet“, erklärt die Leiterin.

Nach weiteren vier Jahren kam für Sylvia Uehlendahl innerhalb des Dortmunder Tiefbauamtes der Ingenieur- und Stadtbahnbau hinzu. Insgesamt zählte der Bereich mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Meine damalige Mannschaft bestand im Wesentlichen aus Bau- und Elektroingenieuren, Architekten sowie technischen Zeichnern.“

Besonders wichtig ist ihr das Thema Nachhaltigkeit. So wurde beim Straßenbau in der Regel das Asphaltfräsgut „nur“ als Füllstoff in der untersten Schicht der Straße wiederverwendet. „Wir wollten es aber hochwertig recyceln und bauten so eine fast zu 100 % an gleicher Stelle recycelte Straße. Diesen Ansatz setzen wir auch weiter fort. So gewähren wir im Vergabeverfahren Wertungsvorteile für die hochwertige Wiederverwendung der Asphalte. Wir wollen damit ein Zeichen setzen und die Bauindustrie ermuntern, nachhaltig zu planen und in die entsprechende Technik zu investieren.“

Seit 2014 ist Sylvia Uehlendahl Leiterin des Tiefbauamtes Dortmund und nicht nur für ihre 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch für 1800 km Straßen, 660 km Radwege, 274 Brücken, 50 000 Leuchtstellen (Laternen), 650 Lichtsignalanlagen (Ampeln), 150 000 Bäume, 800 ha Grünanlagen und 30 P&R-Anlagen zuständig. Hier gibt es viel zu tun: „Wir sind aber nicht immer allein die Entscheider“, sagt sie. „Bei Baumaßnahmen beispielsweise erarbeiten wir den fachlichen Entwurf; die Bauentscheidung trifft letztendlich der Rat der Stadt Dortmund.“

Derzeit haben Sylvia Uehlendahl und ihr Team für die nächsten Jahre rund 250 Projekte mit einem Investitionsvolumen von 300 Mio. € in Arbeit. Dazu kommen noch 500 kleinere Vorhaben, wie Fußgängerwege oder einzelne Bänke, die durch die Anträge der Stadtbezirke bei ihr „landen“. Sylvia Uehlendahl versteht sich in Verbindung mit „ihrem“ Tiefbauamt auch als Mittler zwischen Bürgern und Stadtpolitik.  

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