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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kommentar

Unter Spannung

Von Peter Schwarz | 12. Januar 2017 | Ausgabe 01

Terror in Istanbul, Terror in Izmir, Terror in Jerusalem – das neue Jahr hat mit Dutzenden Toten und Verletzten begonnen. Kaum ein Tag vergeht ohne neue Schreckensmeldungen. Das drückt auf die Stimmung. Das weckt Ängste. Das trübt den Blick in die Zukunft.

Peter Schwarz, Ressortleiter: Ingenieure können gelassen in die Zukunft schauen.

Dabei könnte 2017 für Deutschland (und weite Teile Europas) durchaus ein gutes Jahr werden – zumindest wirtschaftlich gesehen. Die meisten europäischen Volkswirtschaften wachsen wieder, die Beschäftigung steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt.

Die heimischen Wirtschaftsverbände bleiben nach einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft optimistisch: 28 der 48 befragten Verbände erwarten steigende Produktion. 20 Verbände rechnen für 2017 mit gleichbleibender Beschäftigung, 15 mit Personalzuwachs. Neben den baunahen Branchen wollen viele Dienstleister – zum Beispiel aus der Informations- und Messewirtschaft sowie der Logistik – Mitarbeiter einstellen.

Gerade Ingenieure dürften davon profitieren. Das zeigt die Umfrage der VDI nachrichten unter Vorständen und Geschäftsführern auf dieser Doppelseite. Denn kaum ein akademischer Abschluss ist auf dem Arbeitsmarkt so begehrt wie der des Ingenieurs. Vor allem die Bauwirtschaft und die vielen erfolgreichen Technologiedienstleister suchen nach Mitarbeitern – nicht zuletzt nach solchen mit fundierten IT-Kenntnissen. Junge Ingenieure, die auch in diesem Jahr wieder zu Zehntausenden auf den Arbeitsmarkt drängen, können ihrer beruflichen Zukunft vergleichsweise entspannt entgegensehen.

Dennoch bleiben Unwägbarkeiten. Auch für Ingenieure. Die Gefahr weltweiten Protektionismus ist mit der Wahl des Freihandelsskeptikers Donald Trump zum US-Präsidenten gewachsen – ein Risiko für die exportlastigen deutschen Unternehmen. Die Automobilindustrie, Lieblingsbranche deutscher Ingenieure, steht vor gewaltigen technologischen Umwälzungen. Sie können auch Ingenieure den Job kosten. Der Brexit fordert die EU heraus. Die Eurokrise kann jederzeit wieder aufflammen. Schließlich droht in Ländern wie Frankreich und den Niederlanden die Machtübernahme durch rechtspopulistische Parteien – an politischer Hochspannung wird es 2017 also gewiss nicht fehlen.

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