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Dienstag, 12. Dezember 2017

Lebenslang Lernen

Wie ich den Chef überzeuge

Von Christine Demmer | 2. März 2017 | Ausgabe 09

Eine kluge Fragestrategie kann den Chef überzeugen und zum Weiterbildungssponsor machen, meint Heide H. Huck, Personalberaterin in Frankfurt.

Interview Weiterbildung BU
Foto: privat

Beraterin Heide H. Huck: „Nach dem dritten Nein fällt die Ablehnung sehr schwer.“

VDI nachrichten: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um nach einem Beitrag des Arbeitgebers zu fragen? Bevor man sich für die Weiterbildung anmeldet, wenn man gerade angefangen hat oder wenn man schon mittendrin steckt?

Huck: Möglichst früh, wenn der Gedanke an eine Weiterbildung konkret wird und man sich nach einer sinnvollen Weiterbildung umsieht. Weil der Vorgesetzte dann noch mitdenken und Ideen liefern kann. Wer erst nach der Anmeldung zum Kurs oder der Aufnahme eines Studiums zum Vorgesetzten geht und um Unterstützung bittet, signalisiert deutlich: Auch wenn du nein sagst, mache ich es. Was so viel heißt wie: Eigentlich ist es mir egal, was du davon hältst. Das ist kein guter Ausgangspunkt für eine Bitte um Geld.

Richtet man die Frage an die unmittelbare Führungskraft oder an die für Weiterbildung zuständigen Kollegen in der Personalabteilung?

 Immer zuerst an den Vorgesetzten. Wenn das Vertrauensverhältnis stabil ist, schildert man seine Weiterbildungsmotivation und bittet um Beratung. Etwa so: „Ich überlege mir das und das und hätte dazu gern Ihre Meinung.“ Gute Führungskräfte haben dazu eine Meinung. Das wiederum gibt Hinweise auf die Auswahl des Kurses oder des Studienprogramms.

Sollte man auf seinen Wunsch nach einem beruflichen Aufstieg hinweisen?

Nicht zu diesem Zeitpunkt. Weiterbildung muss ja nicht gleich auf eine Beförderung hinauslaufen. Sie kann auch den Wechsel in ein anderes Fachgebiet erleichtern. Ein zu ausgeprägtes Spezialistentum durchkreuzt mitunter die Karriereplanung.

Der Chef sagt: „Toll, machen Sie!“ Er will oder darf aber keine Kostenbeteiligung zusagen. Was dann? Danke fürs Gespräch und ab?

Ach was. Jetzt ist die Stunde für gute Verhandler gekommen. Denn man weiß bisher ja nur: Das geht nicht. Aber man weiß noch nicht, ob etwas anderes geht. Bezahlte Freistellung zur Prüfungsvorbereitung wäre doch auch etwas, über das man sich als lernwilliger Ingenieur freuen würde. Ich würde jetzt Punkt für Punkt meine Wunschliste vorlegen. Nach dem dritten Nein fällt die Ablehnung schon sehr schwer.

Welche Argumente überzeugen den Chef in der Regel?

Herausstellen sollte man vor allem den Nutzen, den das Unternehmen von der Weiterbildung des Mitarbeiters hat. Nicht abstrakt, was man danach alles wisse, sondern konkret, nämlich was man danach besser, schneller, effizienter, kompetenter könne. Angesichts des Fachkräftemangels sind auch Hinweise darauf angebracht, welch positive Erfahrungen andere Ingenieure bei anderen Arbeitgebern gemacht haben.

Und wenn nichts davon zieht?

Man kann sich höflich nach den Gründen erkundigen, warum die Weiterbildung nicht gefördert wird. Insbesondere bei Mittelständlern lautet die wahre Antwort oft: Weil noch nie jemand danach gefragt hat.

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