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Donnerstag, 23. Februar 2017, Ausgabe Nr. 08

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Stellensuche

Wunschjob aus dem World Wide Web

Von Chris Löwer | 1. Dezember 2016 | Ausgabe 48

Traumjobs finden sich zunehmend auch in sozialen Netzwerken. Wie geht man die Jobsuche so an, dass man sich nicht in den Weiten des World Wide Web verliert?

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Foto: panthermedia.net/Rabia Elif Aksoy

Jobsuche: Karriereportale und soziale Netzwerke erleichtern den Stellenwechsel.

In sozialen Netzwerken Privates zwitschern, sich verabreden oder Kontakte pflegen, gehört für viele zum Alltag. Doch das Web 2.0 wird auch immer hilfreicher dabei, den Traumjob zu finden. „Social Media ist der Stellenmarkt der Zukunft“, ist Claudia Hilker, Unternehmensberaterin für digitale Marketingkommunikation, überzeugt.

Drei Tipps, wie Sie im Internet gefunden werden

So weit muss man nicht gehen, aber dieser Kanal gewinnt zweifelsohne an Bedeutung. Das zeigt auch eine Umfrage des Hightechverbandes Bitkom, nach der sich soziale Netzwerke bei der Personalsuche neben Internet-Jobbörsen und Firmenhomepages als drittes Online-Medium etabliert haben.

Vor allem viele große Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern nutzen soziale Medien zur Rekrutierung. Dabei werden von Xing, LinkedIn über Facebook und Twitter alle Kanäle bespielt. Das sollte Ingenieure auf Jobsuche allerdings nicht dazu verleiten, überall zu suchen und ebenfalls auf sämtlichen Kanälen aktiv zu sein – das ist uferlos.

Bevor man sich in den Weiten des World Wide Webs verliert, sollten einige grundlegende Fragen geklärt sein. „Zunächst ist es wichtig, dass sich der Absolvent darüber Gedanken macht, was er genau sucht und was man für diese Tätigkeit beherrschen muss“, sagt Personalberaterin Birgit Bruns von BBRecruiting.

Falsch oder wenigstens extrem zeitraubend ist es, einfach mal im Netz zu schauen, welche Jobs es so gibt – das wird selten zum Ziel führen. Denn wer weiß, was er will, wird dafür auch die Schlagworte finden, wodurch eine Suche im Internet effektiv zu bewerkstelligen ist. Und: „Vor einer freien Suche etwa über Google sollten Jobportale angesteuert werden, die mit entsprechenden Suchmasken aufwarten und die per Mail über neue Angebote informieren“, rät Bruns.

Da es aber für einen Job mitunter etliche Bezeichnungen gibt, empfiehlt Bewerbungstrainerin Svenja Hofert, eine Liste mit möglichen Synonymen und diversen Schreibweisen des Traumjobs anzulegen, um mit diesen Keywords zu arbeiten.

Wer schon Zielunternehmen benennen kann, wird sich auf deren Karriere-Websites tummeln und deren Aktivitäten im Social Web verfolgen. Technologiegetriebene Konzerne sind dort rege, wie Hilker bemerkt, weil sie möglichst nah an ihre Zielgruppe heranrücken möchten.

So versorgt beispielsweise die Telekom über Facebook, Xing, Twitter und YouTube potenzielle Kandidaten mit Bewerbungstipps und Stellenanzeigen. „Besonders in naturwissenschaftlichen Berufen fällt es der Telekom schwer, geeignete Kandidaten zu finden. Das Social-Media-Engagement soll dem entgegenwirken“, sagt Hilker.

Viele High Potentials setzen aber auch darauf, von Unternehmen gefunden zu werden. Dafür müssen sie natürlich selbst in sozialen Netzen sichtbar sein.

Das liegt nicht jedem. „Was das betrifft, sind Ingenieure kritisch und vorsichtig. Besonders ITler sorgen sich um Datensicherheit und werden so im Netz nicht gefunden“, ist die Erfahrung von Hofert. Ein Fehler. Ein weiterer: „Viele werden erst aktiv, wenn die Hütte schon brennt, also ein Job her muss. Dann ist es aber zu spät, sich ein Netzwerk aufzubauen.“

Früh damit anfangen und sich nicht verzetteln, indem man überall irgendwie präsent sein möchte, ist daher die Devise. Ein aussagekräftiger und rege genutzter Auftritt etwa bei Xing, mit dem Personaler und gute Unternehmenskontakte bedient werden, reicht aus. „Aktionen, wie 100 mal Bosch auf Facebook zu liken, kann man sich getrost sparen“, sagt Hofert.

Hilfreich könne es auch sein, sich in Fachforen durch interessante Beiträge hervorzutun, denn dort stöbern gern kleinere und mittlere Unternehmen nach neuen Kräften. Grundsätzlich sollte man in sozialen Netzen dranbleiben, kommunizieren, Beiträge erstellen, Empfehlungen aussprechen, sich in Fachgruppen engagieren und dem Wunscharbeitgeber beizeiten interessierte Fragen stellen. Damit erklärt sich auch, weshalb Hofert dazu rät, den Fokus auf nur ein Netzwerk zu legen.

Natürlich lässt sich flankierend auch der Kurznachrichtendienst Twitter nutzen, um mit Personalchefs und Branchenexperten ins Gespräch zu kommen – wem man folgt und mit was man sich einbringt, sollte also gut überlegt werden. Alles Flapsige und allzu Private hat hier keinen Platz. Vielmehr ist auch hier ein professioneller Auftritt gefragt. Der Twitter-Account sollte den richtigen und vollen Namen tragen, unter der Kategorie „Biografie“ werden wichtige Fakten zu Ausbildung und Beruf zusammengefasst.

Bei allen Aktivitäten gilt: Das eigene Profil ist der Schlüssel zum Erfolg. Auch hier sind die Schlagworte entscheidend. „Man sollte sich überlegen, mit welchen Keywords die Traumstelle beschrieben wird und diese dann für das eigene Profil in den Sozialen Business Netzwerken wie Xing oder LinkedIn verwenden“, sagt Bruns.

Ingenieure begingen dabei oft den Fehler für sie selbstverständlich erscheinende Qualifikationen gar nicht aufzuzählen – doch der Rekrutierer sucht nun mal nach klaren Kriterien, die etwa eine Programmiersprache umfassen können, die für den Ingenieur zum nicht weiter erwähnenswerten Grundbaukasten zählt. Allzu lax geht es gern auch an anderer Stelle zu: „Gerade Ingenieure unterschätzen häufig, wie wichtig ein Foto bei der eigenen Darstellung im Social Web ist. Sie sollten unbedingt in ein professionelles Businessfoto investieren“, appelliert Bruns.

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