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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kunst

documenta 14 erwartet Besucher bis September

Von Claudia Burger | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Die documenta 14 in Kassel ist gestartet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst eröffnet.

Documenta BU
Foto: Roman März

Publikumsmagnet auf der documenta 14: der „Parthenon der Bücher“ der argentinischen Künstlerin Marta Minujín.

 Mehr als 160 Künstler zeigen bis zum 17. September in der nordhessischen Stadt ihre Werke und Darbietungen. Den Startschuss gab Steinmeier gemeinsam mit Griechenlands Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos. In dessen Heimat in Athen läuft die Ausstellung bereits seit dem 8. April. Er sagte: „Die documenta zeigt, wie Europa der Welt durch die Kultur die Botschaft von Frieden und Gerechtigkeit senden kann.“ Besonders angetan war Steinmeier vom „Parthenon der Bücher“. Der mit verbotenen Büchern behängte Tempelnachbau der argentinischen Künstlerin Marta Minujín sei bereits ein Symbol der documenta 14. Und in der Tat entwickelt er sich zu einem Publikumsmagnet. „Der Parthenon spiegelt die Konflikte unserer Zeit“, sagte Steinmeier. Dazu gehöre das Ringen um Vernunft und um den Unterschied zwischen Lüge und Wahrheit. Der Parthenon ist 70 m lang, 30 m breit und 20 m hoch und hat damit die Maße des antiken Parthenon-Tempels auf der Akropolis in Athen. Er ist behängt mit Zehntausenden Büchern, die irgendwo in der Welt verboten sind oder es einmal waren. 1983 hat Marta Minujín schon einmal einen „Parténon de Libros“ in ihrer argentinischen Heimat aufgebaut. Nach dem Ende der Diktatur hat sie dafür 25 000 von der Militärregierung verbotene Bücher verwendet. Dieser Tempel wurde am Ende der Aktion gezielt zum Einsturz gebracht – um die verbotenen Bücher wieder unter das Volk und an die Leser zu bringen.

Ein Statement für die Pressefreiheit, das in Kassel aber nicht wiederholt werden wird. Die Behörden hätten das aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt, sagte Minujíns Assistent. Am Ende der 100 Tage sei eine gemeinsame Aktion mit der Öffentlichkeit geplant, um die Bücher wieder kursieren zu lassen, heißt es bei der documenta.

Eindrucksvoll ist der Tempel ohnedies, vor allem nachts, wenn er bunt beleuchtet wird. Damit die Bücher die 100 Tage überstehen, wurde jedes einzelne in Plastik verpackt, eingeschweißt und mit Kabelbinder zum Aufhängen versehen. Mitarbeiter des VW-Werks in Baunatal hätten das übernommen, berichtet Stephan Gruber, der auch beim Bau des Riesengerüsts mitgearbeitet hat. Was in Buenos Aires noch aus Stahl war, ist jetzt aus einem Modulsystem, wie es im Bühnenbau verwendet wird. Anschließend wurden die Säulen mit Stahlmatten verkleidet. Die Bücher wurden nach dem Startschuss auf der Frankfurter Buchmesse 2016 in aller Welt eingesammelt.   

http://www.documenta14.de

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