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Freitag, 1. August 2014, Ausgabe Nr. 31

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VDI

Arbeiten des Bereichs Technik und Wissenschaft sind in der Wirtschaft sehr gefragt

Von Rudolf Schulze | 1. Februar 2013 | Ausgabe 5

"Gefragt wie nie zuvor sind derzeit VDI-Richtlinien", berichtet Volker Wanduch, Leiter des Bereichs Technik und Wissenschaft im VDI. "Wir verstehen diesen Bereich als Keimzelle und Kernkompetenz des VDI, weil hier alle Gremien und Fachcommunities zu Hause sind, die sich mit technischen, technisch-wissenschaftlichen und technisch-organisatorischen Fragestellungen für Ingenieure befassen. Damit tragen wir entscheidend zur Erhaltung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen bei."

"Die Wirtschaft sucht Empfehlungen, wie sie mit neuen Methoden und Techniken umgehen soll. In Richtlinien schreiben wir den Stand einer Technik fest, um den Ingenieuren frühzeitig aktuelle Handlungsanleitungen zu geben, wie eine neue Technik oder Vorgehensweise eingesetzt werden kann, um diese in Produkte oder Dienstleistungen zu integrieren", erläutert Volker Wanduch, Leiter des Bereichs Technik und Wissenschaft im VDI und stellvertretender VDI-Direktor.

Im Markt sind 2000 gültige VDI-Richtlinien. Derzeit werden um 240 neue pro Jahr produziert, davon sind etwa die Hälfte Überarbeitungen vorhandener, die anderen sind wirklich neu.

Der VDI ist mit seinen VDI-Richtlinien der bedeutendste deutsche Regelsetzer neben dem DIN mit seinen Normen. Erarbeitet werden die VDI-Richtlinien im VDI-Bereich Technik und Wissenschaft.

Zwölf Fachgesellschaften mit 60 Fachbereichen gehören zum Bereich Technik und Wissenschaft des VDI. In den Fachbereichen bearbeiten etwa 10 000 Experten in 600 Gremien auf ehrenamtlicher Basis aktuelle technische Fragestellungen über alle Ingenieurdisziplinen.

Die Themen reichen von der Agrar- und Bautechnik über die Entwicklungs- und Produktionstechnik bis hin zur Verfahrens- und Werkstofftechnik sowie über alle Branchen: von der Automobil- und Automatisierungsindustrie über die Energiewirtschaft und den Maschinenbau bis hin zum verfahrenstechnischen Anlagenbau sowie zur technischen Gebäudeausrüstung.

Volker Wanduch über den Bereich Technik und Wissenschaft: "Die Expertise der 10 000 Ehrenamtlichen bildet die Hauptressource für unsere Tätigkeit. Unsere Produktionsmittel sind das Wissen der ehrenamtlichen Experten und das der hauptberuflichen Mitarbeiter/
-innen im VDI."

Ergebnisse der Arbeit dieser Gremien sind nicht nur VDI-Richtlinien, sondern auch Stellungnahmen, Positionspapiere, Publikationen, Veranstaltungen und die Betreuung von Förderprojekten. Die Gelder für diese Projekte kommen von der Europäischen Kommission, von Bundes- oder Landesministerien.

"Im Rahmen von Förderprojekten werten wir Forschungsprojekte aus, fassen Ergebnisse zu Handlungsanleitungen für potenzielle Anwender zusammen, um zu zeigen, wie Erkenntnisse möglichst schnell in Anwendungen umgesetzt werden können", erläutert Volker Wanduch. Zugleich setze der VDI damit Forschungsergebnisse schnell in die Praxis um.

Der VDI e.V. beschäftigt in der Düsseldorfer Zentrale 135 hauptberufliche Mitarbeiter, 68 davon gehören zum Bereich Technik und Wissenschaft. "Alle 650 Mitarbeiter in der VDI-Gruppe profitieren von der Kernkompetenz des VDI e.V. und bauen ihre Geschäftsmodelle in der Weiterbildung, dem Verlagswesen und der Technologieberatung äußerst erfolgreich hierauf auf", erläutert Wanduch. "Wir steuern aus unseren Expertengremien auch Konzepte zu den Fachtagungen und Konferenzen der VDI-Wissensforum GmbH bei."

Wanduch: "Der Bereich Technik und Wissenschaft macht nur kleine Veranstaltungen, Expertenforen, um z. B. den Bedarf an Themen in Forschung und Entwicklung festzustellen. Auf internationaler Ebene organisieren wir Kongresse, die dem Erfahrungsaustausch der Fachcommunities dienen."

In den Bezirksvereinen gibt es Arbeitskreise, die thematisch in etwa den überregional organisierten Fachgesellschaften oder Fachbereichen entsprechen. "Die Obleute, die diese Arbeitskreise vor Ort leiten, werden von uns fachlich betreut, erhalten regelmäßig Informationen wie fachlich orientierte Newsletter oder entsprechende VDI-Richtlinien oder auch individuelle Beratung", kommentiert Wanduch die Zusammenarbeit.

In den Fachgesellschaften und Fachbereichen des Bereichs Technik und Wissenschaft werden technikgeprägte Positionspapiere und Stellungnahmen für den VDI entwickelt. Dazu gehören beispielsweise Themen aus den Bereichen Energie, Infrastrukturen und Großprojekte. Die im Konsens mit den Experten entwickelten Papiere gehen dann zur finalen Abstimmung an den Wissenschaftlichen Beirat und das Präsidium und wenn sie dort verabschiedet werden, sind sie eine offizielle VDI-Stellungnahme.

Volker Wanduch: "In den letzten zwei Jahren gab es zehn solcher Stellungnahmen. Eine der umfangreichsten Stellungnahmen bezieht sich auf regenerative Energien. Dahinter steht der Statusbericht "Regenerative Energien in Deutschland", den es nur von uns gibt. Den Bericht haben wir zu einem Positionspapier des VDI zusammengefasst, um Politikern und Investoren Handlungsempfehlungen zu geben.

Die Positionspapiere werden an Bundes- und Landtagsabgeordnete versandt, an wissenschaftliche und Wirtschafts-Verbände und Medien. "Zu diesen Themen laden wir auch gezielt Politiker, Medienvertreter und Lobbyisten ein, um die VDI-Position zu vermitteln", so Wanduch.

Übergeordnetes Ziel bei allen aktuellen Aktivitäten bleibt die Stabilisierung des Standortes Deutschland im Rahmen der Globalisierung. "Schwerpunkte werden dabei weiterhin die Energieversorgung, die Erschließung regenerativer Energien und die technische Optimierung von bestehenden Gebäuden sein", erläutert Wanduch. Weitere Themen bedinge der demografische Wandel, der betreffe beispielsweise die altersgerechte Gestaltung von Gebäuden und Produkten.

Außerdem arbeite man an Themen der nachhaltigen Produktion und des Umweltschutzes, an ressourceneffizienten Konzepten für Produktionsanlagen und Produkte sowie der Verfügbarkeit von Rohstoffen und Recyclingverfahren.

VDI-Mitglieder können sich bis zu vier Fachbereichen aus den zwölf Fachgesellschaften zuordnen, bekommen dann automatisch über Fachnewsletter Informationen über Arbeiten der Fachbereiche in den Fachgesellschaften. Gremien und Vorhaben werden vorgestellt.

"Wer Interesse hat, bei der fachlichen Arbeit mitzumachen, meldet sich bei uns", erläutert Technologie-Experte Wanduch. "Wir versuchen dann, ihn in einem dieser Gremien zu etablieren. Voraussetzung ist ein Expertenwissen zum jeweiligen Thema."

Kooperationspartner des Bereichs Technik und Wissenschaft sind u. a. der VDE und das DIN, mit denen gemeinsam Gesellschaften betrieben werden. Darüber hinaus werden Projekte mit wissenschaftlichen Einrichtungen bearbeitet, etwa mit Fraunhofer Gesellschaften, mit Wirtschafts- und Fachverbänden wie VDMA, VDA, ZVEI oder dem Bitkom sowie fachspezifischen Vereinigungen.

Wanduch: "Alle Aktivitäten des Bereichs Technik und Wissenschaft im VDI dienen der Förderung von Technik und Innovationen sowie der Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit des Technikstandortes Deutschland, also der Grundlage unseres Sozial- und Wohlstandsstaates Deutschland." Die Arbeiten der VDI-Fachbereiche zu diesen Zielen werden in weiteren Artikeln an dieser Stelle vorgestellt.   rus

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