Passwort vergessen?  |  Anmelden
 |  Passwort vergessen?  |  Anmelden

Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

Schule

Eltern in NRW sprechen sich gegen G8 aus

Von Wolfgang Schmitz | 22. April 2016 | Ausgabe 16

Die Zahl der Anhänger des achtjährigen Gymnasiums (G8) wird zusehends kleiner. Womöglich nicht nur in Nordrhein-Westfalen, dort aber erwiesenermaßen.

 Bei einer Umfrage der Universität Bielefeld sprachen sich 79 % der Eltern für das Abitur nach 13 Schuljahren (G9) aus. In einem zweiten Teil, einer Online-Befragung, waren es sogar 88 %.

„Es gibt keine gesicherten empirischen Erkenntnisse, welche Auswirkungen G8 auf die mathematischen Leistungen der Studienanfänger hat“, sagt Rolf Biehler, Mathematikdidaktiker an der Universität Paderborn und Leiter der Abteilung „Mathematische Leitideen im Sekundarbereich“ am Deutschen Zentrum für Lehrerbildung Mathematik (DZLM).

Foto: DZLM/Michael Ebner

Rolf Biehler, Mathematiker: „G8 hat zu erheblichen Streichungen in der Mittelstufe geführt.“

Dass die Leistungen im Fach Mathematik aber nicht besser geworden seien, zeige die Tatsache, dass die meisten Universitäten und Fachhochschulen seit Jahren – schon vor Einführung von G8 – mathematische Vor- und Brückenkurse anböten, um die fehlenden Kenntnisse der Studienanfänger aufzuarbeiten. Biehler: „Die Einführung von G8 hat zu erheblichen Streichungen gerade in der Mittelstufe geführt.“

Laut einer Statistik der Deutschen Mathematiker Vereinigung (DMV) gehört NRW zu den Bundesländern, so der Wissenschaftler, die im unteren Drittel liegen, was den Umfang des erteilten Mathematikunterrichts über die gesamte Schulzeit hinweg angeht. „Diese prekäre Situation könnte man mildern, wenn man mindestens vier Stunden Mathematik pro Woche für alle Schüler von Klasse 5 bis 12 erteilen würde und Mathematik im Abitur verbindlich für alle prüfen würde.“ Auch die Wiedereinführung von G9 könnte förderlich sein, aber nur, „wenn die zugewonnene Zeit für den Mathematikunterricht sinnvoll genutzt und nicht gekürzt, sondern ausgeweitet wird“.

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hatte sich vor zwei Jahren für eine Beibehaltung von G8 ausgesprochen, gleichzeitig aber Reformen zugesagt. Sie enthalten Empfehlungen wie die Reduzierung der Hausaufgaben und weniger Klassenarbeiten pro Woche.

stellenangebote

mehr