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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Personalplanung

Jeder zehnte Betrieb wirbt ausländische Fachkräfte an

Von Jürgen Voges | 11. April 2014 | Ausgabe 15

Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums zeigt: Der Fachkräftemangel ist für Personalchefs ein drängendes Problem. Derzeit ist bei der Besetzung von Stellen die Auswahl aber noch groß. Nur knapp zwei Drittel der Unternehmen verfügen über einen Personalplan.

Deutsche Unternehmen fürchten mehrheitlich den Fachkräftemangel, halten aber meist nicht viel von langfristiger Personalplanung. Das ist ein Ergebnis der Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“, für die Personalchefs von 1219 Betrieben und 7508 Beschäftigte befragt wurden. Mit der für Deutschland einmaligen Längsschnittstudie sind Experten des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, der Uni Köln und des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung dem Zusammenhang von Personalmanagement, Zufriedenheit der Mitarbeiter und Unternehmenserfolg auf der Spur. Vergangene Woche präsentierten sie in Berlin erste Ergebnisse.

Der Fachkräftemangel brennt deutschen Personalchefs derzeit am stärksten auf den Nägeln. 60 % der für die Längsschnittstudie befragten Personalverantwortlichen erwarteten, dass es in den nächsten beiden Jahren im eigenen Betrieb zu einem Personalengpass kommt. Als weitere Probleme nannten die Personalchefs zu 28 % hohe Lohnkosten, zu 26 % hohe Fehlzeiten und zu 22 % eine Überalterung der Belegschaft. Interviewt wurden Verantwortliche von Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern.

Langfristige Personalpläne halten die Autoren der Studie für ein Instrument, um drohende Fachkräfteengpässe zu vermeiden. Allerdings hatten nur knapp zwei Drittel der befragten Betriebe überhaupt einen Personalplan. Der Plan erfasste den Personalbedarf meist auch nur kurzfristig. Nur 22 % der vorhandenen Personalpläne waren auf drei Jahre oder mehr angelegt, galten also für einen Zeitraum, der der normalen Dauer einer betrieblichen Ausbildung entspricht.

Nach den Worten des Personalwissenschaftlers Dirk Sliwka von der Uni Köln sind „weniger als drei Jahre angesichts des demografischen Wandels ein kurzer Planungszeitraum“. Im Zeichen des Fachkräftemangels werde die langfristige Bindung von Personal aber immer wichtiger, sagte Sliwka bei der Vorstellung der Studie.

Viele Unternehmen gehen jedoch bei der Suche nach Fachkräften mittlerweile neue Wege. 27 % der befragten Betriebe nutzten Social Media, Onlinenetzwerke oder -dienste für die Rekrutierung von Personal. Jeder zehnte befragte Betrieb hatte in den vergangenen zwei Jahren zudem gezielt qualifiziertes Personal aus dem Ausland angeworben. Die größeren Betriebe mit 500 oder mehr Mitarbeitern taten dies sogar zu knapp einem Viertel.

Bislang haben deutsche Firmen bei der Besetzung von Stellen meist noch die Auswahl. Bei den befragten Unternehmen gingen im Schnitt pro ausgeschriebener Stelle 26 Bewerbungen ein. Maximal gab es 500 Bewerbungen auf eine einzelne Stelle, in der Regel waren es zwischen zehn und 20 Bewerbungen. Nur 1 % der Unternehmen gab an, auf eine Ausschreibung überhaupt keine Bewerbung erhalten zu haben.

Nach der Studie lohnt es sich außerdem für Unternehmen, die individuelle Entwicklung ihrer Beschäftigten im Auge zu behalten. 71 % der befragten Betriebe führten regelmäßig Mitarbeitergespräche durch. In diesen Betrieben seien die Bindungen der Mitarbeiter an die Firma, ihr Engagement und ihre Zufriedenheit mit der Arbeit signifikant höher gewesen, berichtete Sliwka. Alle Beschäftigten habe man für die Studie nicht im Betrieb, sondern nach der Arbeit zu Hause befragt.

Auch die Wirkung von Vergütung nach Leistung auf die Motivation der Mitarbeiter haben die Forscher untersucht. Nur in Betrieben, die ganze Teams mit Leistungsprämien belohnten, waren demnach Bindung der Mitarbeiter, Engagement und Zufriedenheit signifikant erhöht. Die Zahlung individueller Leistungsprämien ging dagegen nicht mit mehr Engagement und höherer Zufriedenheit einher.  JÜRGEN VOGES

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