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Donnerstag, 23. November 2017, Ausgabe Nr. 47

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Arbeit

Steiniger Weg zur Kooperation mit Robotern

Von Sebastian Wolking | 26. Februar 2016 | Ausgabe 08

Die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK) ist keine Zukunftsmusik, sie ist für viele Industrieunternehmen aber noch ein Buch mit sieben Siegeln. Das wurde vor wenigen Tagen auf dem Robotics Kongress in Hannover deutlich.

Sein Unternehmen habe 2015 rund 300 MRK-Roboter ausgeliefert, schätzt Ralf Hofmann, Key Account Manager der Kuka Roboter GmbH aus Augsburg. Aber er sagt auch: „Nicht alle dieser Roboter sind bereits im Serienbetrieb. Viele unserer Kunden versuchen, sich erst einmal mit dieser Technologie vertraut zu machen.“

Die Anbieter eilen voraus, die Abnehmer – Ausnahme sind die Automobilindustrie und die Flugzeugbauer – folgen zögernd, aber interessiert. Auch Kuka macht den Löwenanteil seines Umsatzes mit Verkäufen in die Automobilindustrie. Enormes Potenzial sieht das Unternehmen in der Medizintechnik, für die man eine eigene Abteilung gegründet und sogar Fachärzte engagiert habe.

Inzwischen melden sogar Kleinstbetriebe Interesse an. Denn kleine Leichtbauroboter sind in der Anwendung flexibel, variabel einsetzbar, nicht für immer und ewig auf einen festen Standort und auf eine Tätigkeit festgelegt. Ohnehin könnten die MRK-Anwendungen nach einhelliger Meinung vor allem Arbeitnehmer auf sogenannten roten Arbeitsplätzen entlasten, bei denen Personen hohen und oft schädlichen Belastungen ausgesetzt seien.

Bei aller Begeisterung: Noch immer befindet sich die Industrie im Entwicklungsstadium. „Es wird das Tal der Ernüchterung kommen“, so Roland Behrens vom Fraunhofer-Institut IFF. Das Grundproblem sei, dass viele Anwender mit den neuen Möglichkeiten nicht zurechtkommen, sich von scheinbaren Lösungen blenden lassen. Es gebe Anwendungen, die sich von MRK-Robotern nicht durchführen, Bauteile, die sich nicht adäquat bearbeiten lassen. Vom Thema Sicherheit und den normativen Richtlinien ganz zu schweigen. „Eine ganzheitliche Denkweise muss her. Das muss in die Köpfe der Leute.“

„Wir sind an einem Punkt, wo wir neu denken müssen“, ergänzt Ralf Hofmann von Kuka. „Das betrifft die Ausbildung, das betrifft auch die Berufsbilder.“ Kuka selbst hat am Augsburger Firmenstandort mittlerweile vier MRK-Roboter im Einsatz. Das war aber erst möglich, nachdem intern viel Überzeugungsarbeit geleistet, Rücksprache mit Mitarbeitern, Betriebsärzten, Interessenvertretungen gehalten wurde. Sogar für einen Roboterhersteller ist dieser Prozess steinig. „Da kommt so viel auf uns zu. Es wird ein spannender Weg.“

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