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Freitag, 18. Juli 2014, Ausgabe Nr. 29

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Präsentation

Tablets beleben den Vortrag - sind aber nur ein Hilfsmittel

Von Leila Haidar | 18. Januar 2013 | Ausgabe 3

Technische Hilfsmittel wie Tablets eignen sich hervorragend, um Vorträge noch bunter zu gestalten. Aber Vorsicht: Wer sie nicht beherrscht oder ihren Einsatz übertreibt, dessen Publikum wird sich gelangweilt, überfordert oder desinteressiert abdrehen.

Wer mit Tablets präsentiert, ist frei im Raum unterwegs. So hält der Redner Kontakt zu seinen Zuhörern. "Verstecken sollte man sich hinter seiner Technik aber nicht", rät Rhetoriktrainer Peter Flume zum sinnvollen Einsatz der neuen Flexibilität im Vortragsraum. Vortrags-Apps assistieren bei Seminar oder Rede.

Ein Blick aufs Smartphone und der Vortragende weiß, welche Folie als nächste kommt. Und das, obwohl er gerade im Raum unterwegs ist. "Das ist der kleine Vorsprung, den man braucht, um sich seiner Sache sicher zu sein", erläutert Vortragsprofi Flume. Hinzu kommt, dass schicke Tablets eine weitere Botschaft senden: Der Redner ist auf dem neuesten Stand der Technik und wirkt somit modern und progressiv.

Seinen Seminarteilnehmern verbietet der 47-jährige Rhetoriktrainer regelrecht, ständig zum Laptop zu laufen, um die Folienabfolge zu kontrollieren. "Eindeutiger Vorteil der Tablet-Präsentationen ist, dass der Redner sein Publikum stets im Auge hat", sagt Flume.

Wer beim Präsentieren seinen Zuhörern im Rücken steht, verwirrt. Natürlich muss der Referent sein Gerät beherrschen. Denn wer wild hin- und herwischt, Befehle und Tasten sucht, verliert den Kontakt zum Publikum.

Wer besser auf sein Publikum eingehen möchte, kann die Reihenfolge seiner Folien flexibel einrichten. Mit der App i-Clickr PowerPoint Remote kann man PowerPoint- wie Keynote-Folien fernsteuern. Außerdem sieht der Vortragende seine eigenen Notizen und damit alle Informationen, die er aus Platzgründen nicht auf die Folie bringen wollte.

Für Nachfragen aus dem Publikum ist der Sprecher also gerüstet. Mit einem Swipe ruft der Redner alle vorbereiteten Folien in einer Übersicht auf und steuert sie einzeln in gewünschter Reihenfolge an. So kann der Referent Folien überspringen oder wichtige Übersichten vorziehen. Dabei geht er auf individuelle Bedürfnisse der Zuhörer ein, ohne den roten Faden zu verlieren. Wer die App beherrscht, kann Änderungen vornehmen, ohne dass das Publikum etwas bemerkt.

Das Tablet kann auch mit dem Beamer verbunden werden und der Redner breitet verschiedene Medien virtuell vor sich aus. Videos, Musik, Bilder und Textseiten kann er einzeln oder in festgelegter Reihenfolge aufrufen. Der Beitrag wird vielseitiger und verständlicher, weil er unterschiedliche Sinne anspricht. Die Sprecher der Tagesschau nutzen ihre Blätter nur als Back-up. Was im Fernsehen seit Jahren üblich ist, gibt es auch fürs tragbare Gerät. Mit Teleprompter-Apps lesen Redner Texte ab, statt sie auswendig zu lernen.

Peter Flume rät aber davon ab, Teleprompter ohne Übung einzusetzen. Denn welche Schriftgröße die richtige ist, oder welches Tempo dem eigenen Redefluss entspricht, muss man vorher ausprobieren. Auch sei freies Vortragen dem Ablesen immer vorzuziehen.

Handschriftliche Notizen auch dem Publikum sichtbar zu machen, spart Flipchart oder Tafel. Apps werfen Geschriebenes direkt per Beamer an die Wand. "Beim Whiteboard ist doch ständig der Stift leer oder ausgetrocknet, das passiert hier nicht", so Flume. Er weist darauf hin, dass die beschreibbare Fläche deutlich kleiner als beim Flipchart ist. Deshalb sollte der Redner sich im Vorfeld mit seinen Hilfsmitteln vertraut machen. Dafür lassen sich Aufzeichnungen speichern, abrufen und ausdrucken.

"Grundsätzlich soll Technik den Redner unterstützen und nicht ablenken, sagt Flume. Wer nach wie vor gerne mit Karteikarten referiere, solle das auf jeden Fall tun, rät der Experte. Denn wer sich in seiner Vortragsumgebung wohl fühlt, hat ohnehin den besten Draht zum Zuhörer. Tablet-Anwendungen ersparen dem Sprecher nicht, einen roten Faden zu arrangieren, Kommunikation zu üben und sprachliche und körpersprachliche Effekte einzubauen. Denn ohne Inhalt taugt die beste Technik nichts.  LEILA HAIDAR

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