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Dienstag, 12. Dezember 2017

Kommentar

Erfolgreich trotz leiser Töne

Von Stefan Asche | 7. Dezember 2017 | Ausgabe 49

Ist das doof? Oder deutsch? Ist das Unsinn? Oder Understatement? Auf Fachmessen ist es jedenfalls oft zu beobachten: Ausländische Unternehmen inszenieren sich lautstark, während hiesige Firmen und Forscher eher leise Töne anschlagen. Die jüngste Formnext lieferte Beispiele: GE Additive, Tochter des US-Konzerns General Electric, präsentierte einen neuen Großraumdrucker.

Stefan Asche, Redakteur: Gute Maschinen entstehen in den Köpfen von Ingenieuren – nicht von Marketingexperten.

Sein Name: „Atlas“. Die Show wirkte, als müssten die Gesetze der additiven Fertigung neu geschrieben werden: Laserlicht, Countdown, fallender Vorhang ... Dazu eine mitreißende Ansprache vom Chef: „Größer! Schneller! Leistungsfähiger!“

Im Internet gibt’s dazu ikonische Videos: Slow-Motion-Kameras kreisen huldvoll um einen großen Motorblock. (Übrigens auf der Oberfläche vom Mars – warum auch immer …)

Zugegeben, die Maschine ist groß(artig). Das Bauraumvolumen hat sich – gemessen am bisherigen Rekordhalter – etwa versechsfacht. Und es ist aufgrund eines Gantry-Systems leicht skalierbar. Außerdem ist das Pulverhandling effizienter. (Details dazu verraten die Amerikaner aber nicht.)

In derselben Messehalle zeigte das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT) eine noch namenlose Innovation – bzw. ein Video davon. Wer genau hinsah, konnte aber erkennen: Die Systeme gleichen sich. Die Aachener hatten die Idee mit dem Gantry-System allerdings bereits vor über einem Jahr. Und eine entsprechende Maschine hatten sie da auch schon.

Ein anderes Beispiel liefert die Firma Spee3D (s. nebenstehender Artikel). Die Marketingabteilung der Australier ist mindestens so leistungsfähig wie ihr Drucker. Sie haben es jedenfalls geschafft, Gesprächsthema auf der Messe zu sein. Dabei ist ihre Technik gar nicht neu. Das MPA-Verfahren (Metall-Pulver-Auftrag) der Hermle AG aus Gosheim ist jedenfalls sehr ähnlich. Die Baden-Württemberger bieten allerdings ein viel breiteres Materialspektrum. Und sie beschäftigen sich bereits seit zehn Jahren mit der Spritztechnik. Auf die Frage, was es Neues gibt, erklärten Mitarbeiter auf der Messe ebenso selbstbewusst wie ehrlich: „nichts“.

Ist das nun typisch deutsch? Vielleicht. Erfolgreich ist es allemal!

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