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Freitag, 21. November 2014, Ausgabe Nr. 47

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Geldanlage

Garantieangebote sichern Anleger vor sinkenden Tagesgeldzinsen

Von Jürgen Lutz | 22. Juni 2012 | Ausgabe 25

Die Eurokrise verunsichert die Finanzmärkte, immer mehr Länder fallen in die Rezession: Gründe genug, warum die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald die Zinsen senken dürfte. Zum Glück können sich Anleger mit besonderen Tagesgeldangeboten gegen weniger Rendite wappnen – und doch liquide bleiben.

Griechenland, Spanien, Italien – die Schuldenkrise im Euroraum sorgt für erheblichen Druck auf den Märkten. Inzwischen schlägt sich die Verunsicherung in schlechteren Konjunkturdaten nieder, was den Ruf nach niedrigeren Zinsen lauter werden lässt. So hatte die französische Bank BNP Paribas im Juni eine Zinssenkung von einem halben Prozentpunkt angemahnt mit dem Hinweis, dass die Einkaufsmanager-Indizes auf einem niedrigeren Stand notierten als bei den beiden Zinssenkungen im Winter 2011.

Die Inflationsraten dürften einer Zinssenkung nicht im Wege stehen – im Gegenteil, denn die Geldentwertung im Euroraum ist im Mai überraschend stark auf 2,4 % gesunken, in Deutschland mit 1,9 % sogar unter die Marke von 2 %. Die Tendenz wird wohl weiter nach unten gehen, denn die Geldmenge M3 als Barometer für den mittelfristigen Inflationsdruck wächst noch immer sehr verhalten, wie die jüngsten EZB-Daten zeigen. Demnach steigt M3 mit einer annualisierten Rate von lediglich 2,5 % – als Orientierungsgröße für die EZB gilt eine jährliche Rate von 4,5 %.

"Im Fall einer Zinssenkung dürften viele Banken die Gelegenheit nutzen, die niedrigeren Zinsen beim Tages- und Festgeld weiterzureichen – zumal im Fall einer Griechenkrise Geld nach Deutschland fließen und den Druck auf die Zinsen erhöhen dürfte", sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung in Frankfurt.

Garantieangebote sichern Anleger vor sinkenden Tagesgeldzinsen
Doch gegen niedrigere Zinsen können und sollten sich Anleger nach seinen Worten rechtzeitig wappnen. Schließlich garantierten derzeit etliche Institute fürs Tagesgeld Zinsen, die erheblich oberhalb des EZB-Zinsniveaus liegen – und das für die Dauer von mehreren Monaten bis zu einem Jahr.

CortalConsors, die Tochter der französischen BNP Paribas, hat derzeit den längsten Atem: "Die Bank zahlt Neukunden für die Dauer von zwölf Monaten 2,4 % Zinsen fürs Tagesgeld, sofern nicht mehr als 50 000 € angelegt werden", so Herbst. Auf eine Zinsgarantie von immerhin sechs Monaten und 2,25 % beziehungsweise 2,1 % bringen es ING-DiBa und Hanseatic Bank. Die Obergrenze für die Tagesgeldanlage bei der Hanseatic Bank beträgt 250 000 €, die ING-DiBa setzt kein Limit.

Andere Banken zahlen teils höhere Zinsen, begrenzen aber die Dauer der Zinsgarantie stärker. Dazu gehören nach FMH-Recherchen 1822direkt, die bis 4. Oktober 2,3 % zahlt, sowie die Volkswagen Bank (ebenfalls 2,3 % bis 1. Oktober). Respektable 3,0 % zahlt die PSD RheinNeckarSaar bis zum 31. August, falls dort nicht mehr als 20 000 € angelegt werden. Wer Wert auf längere Fristen legt, kann sich bei Barclays garantieren lassen, dass der Zins fürs Tagesgeld für die Dauer von drei Jahren stets 1 % über dem EZB-Leitzins liegen wird. Nachteil: Erreicht der Leitzins das US-Niveau von 0,25 %, werden nur magere 1,25 % überwiesen.

Einen anderen Ansatz wählt die niederländische NIBC Direct mit ihrem "Kombigeld", das zwei- bis zehnjähriges Festgeld mit Tagesgeld kombiniert: Für den Mix aus zweijährigem Fest- und Tagesgeld zahlt die Bank 2,7 % im Jahr, wobei die Sparer jederzeit bis zur Hälfte des angelegten Geldes abheben dürfen. Damit ist das NIBC-Kombigeld mit einer je hälftigen Anlage in Tagesgeld und Festgeld vergleichbar. "Bei diesen Vorgaben bringen es die Konditionen der am besten zahlenden Banken derzeit auf einen Mischzins von 2,85 % – mit einem Nachteil: Diese Häuser garantieren nicht, wie NIBC Direct, die Zinsen für das Tagesgeld", so Max Herbst.

Die VTB Direktbank, die in Österreich eine Banklizenz hat, bietet mit dem VTB Duo ein ähnliches Produkt an, allerdings nur für Festgeld von einem bis zu drei Jahren. Für deren Kombination aus zweijährigem Festgeld und Tagesgeld fließen sogar 2,95 % im Jahr. Allerdings können Sparer in diesen zwei Jahren maximal über 20 % ihres Geldes frei verfügen.  JÜRGEN LUTZ

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