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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Steuertipp

Scheidungskosten als außergewöhnliche Belastungen

Von Thomas Grosser | 13. Februar 2015 | Ausgabe 07

Ehescheidungen sind – emotional wie finanziell – außergewöhnlich belastend. Ein Trostpflaster könnte es künftig vom Bundesfinanzhof (BFH) geben.

 Der BFH dürfte als Reaktion auf ein aktuelles Urteil entscheiden, dass Prozesskosten für Scheidungsverfahren wieder steuerlich als außergewöhnliche Belastungen (agB) absetzbar sind – wie es bis Ende 2012 auch der Fall war.

Bis zu der erwarteten BFH-Entscheidung können zwar durchaus drei bis vier Jahre vergehen. Für Sie als Scheidungsbetroffene ist aber ganz wichtig, die Kosten jetzt schon in Ihrer Einkommensteuererklärung als agB anzugeben. Machen Sie das nicht, haben Sie bei einer positiven BFH-Entscheidung keine nachträgliche Korrekturmöglichkeit. Was Sie sparen können: agB wirken steuermindernd, soweit sie Ihre individuelle zumutbare Eigenbelastungsgrenze übersteigen. Beispiel: Liegt diese bei 6000 € und die agB bei 11 000 €, sind 5000 € abzugsfähig, und Sie sparen bei einem durchschnittlichen Einkommen etwa 2000 €. Welche Kosten sind absetzbar? Zu den Scheidungskosten gehören vor allem Anwalts- und Gerichtskosten für die Scheidung selbst. Nicht abziehbar sind wie bisher hingegen die Scheidungsfolgekosten wie z. B. Unterhalts- und Sorgerechtsregelungen.

So gehen Sie vor: Falls das Finanzamt die Anerkennung als agB ablehnt, legen Sie Einspruch ein, beziehen sich auf das Urteil 4 K 1976/14 des FG Rheinland-Pfalz und beantragen das Ruhen des Verfahrens unter Hinweis auf das beim BFH anhängige Verfahren (Aktenzeichen VI R 66/14). Über Ihren Einspruch wird das Finanzamt nach Bekanntgabe des BFH-Urteils entscheiden und sich bei Ihnen melden.

  

Thomas Grosser ist Steuerberater in der Kanzlei AHW Steuerberater Wirtschaftsprüfer Rechtsanwälte, Köln.

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