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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Gründer

Software-Gründer: Bestens aufgestellt

Von P. Trechow | 9. März 2012 | Ausgabe 10

Hightech-Gründer sind hierzulande rar. Nur im Softwaresektor ist der Gründermut ungebrochen. Web 2.0, mobiles Internet und Cloud-Dienste bieten Chancen en masse, ebenso wie Unternehmenssoftware, IT-Sicherheit und Embedded Systems. Auch Spiele- und Didaktiksoftware eröffnen Gründungschancen. Dass sie genutzt werden, hängt auch mit verbesserten Randbedingungen in der Seed-Phase zu tun.

Der Softwaremarkt wächst. Laut Prognose des European Information Technology Observatory wird der Umsatz in diesem Jahr europaweit um 4,6 % auf über 70 Mrd. € steigen. Das schafft Nachfrage nach Fachkräften: So gaben kürzlich bei einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom neun von zehn Berliner IT-Unternehmen an, Einstellungen zu planen. Wer sich auf Softwareentwicklung versteht, muss also kein Unternehmen gründen, um Arbeit zu finden. Und doch waren es zuletzt Software-Start-ups, die das Gründergeschehen im Hightech-Sektor belebten.

Seit 2009 registriert das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hierzulande einen starken Anstieg bei den Software-Gründungen (siehe Grafik). Gerade die Einführung der Unternehmergesellschaft UG (haftungsbeschränkt) als kostengünstige Alternative zur GmbH greife hier, vermuten die Forscher. Software-Unternehmer hätten meist geringen Kapitalbedarf – sie leben von Ideen und Know-how. Ihre Produktionsmittel sind dagegen günstig, zumal Speicherplatz, Computerleistung und Programme inzwischen flexibel im Web zu haben sind. Cloud-Computing macht es möglich.

Microsofts Deutschlandchef Ralph Haupter sieht darin nicht nur die Chance für Start-ups, ihre Kosten zu senken und schneller als früher, von der Investitions- in die Gewinnzone zu wechseln. Sie hätten zudem die Option, Endkunden mit Services per Cloud-Computing zu erreichen und so schnell neue Märkte zu erschließen. "Die Cloud kann Start-ups erfolgreich machen", sagt er.

Ein Faktor unter vielen, der den Boden für Softwaregründungen fruchtbar macht (siehe auch Fallbeispiele auf dieser Seite). Daneben bietet das mobile Internet Chancen en masse. Apps für Smartphones und Tablets boomen. Und mit ihnen Dutzende Start-ups, die sie programmieren.

Auch für etablierte Softwareunternehmen tun sich im mobilen Internet neue Perspektiven auf. So auch für die Berliner Young Internet GmbH. Seit 2007 entwickelt sie Online-Lernwelten für Kinder – darunter www.panfu.de – und schreibt seit 2009 schwarze Zahlen. Längst sind die didaktischen Tierwelten der auch im App-Store zu haben.

Neben Holtzbrinck Ventures ist Rocket Internet an Young Internet beteiligt. Hinter Rocket Internet stehen die Gebrüder Samwer – Seriengründer die laut Fachportal Gründerszene.de mit Gründungen, Beteiligungen und bisher 25 Exits über 1 Mrd. $ umgesetzt haben. Über ihren Inkubator suchen sie fleißig weiter nach spannenden, Start-ups in der Gründungsphase.

Gleiches tut Lukasz Gadowski, der unter anderem Spreadshirt, Brands4friends und Studi-VZ mitgründete. Sein so gewonnenes Vermögen investiert er über den Inkubator "Team Europe" – der am laufenden Band selbst gründet und Beteiligungen eingeht.

Neben Gadowski, Samwers und weiteren Seriengründern, die in Berlin auf junge Software- und Web 2.0. Unternehmen setzen, hat der Hamburger Xing-Gründer Lars Hinrichs in Hackfwd ein Starthilfe-Unternehmen für IT-Gründer ins Leben gerufen – das bereits ein Dutzend Start-ups in der Pre-Seed-Phase betreut.

Nicht nur die Beteiligungsangebote der zu Geld gekommenen Internet-Gründer helfen heutigen Software-Start-ups. Gerade wenn sie frisch aus Hochschulen kommen, stehen ihnen auch die Förderangebote des Exist-Programms offen. Gründerstipendien, die sie finanziell absichern und Zugang zu Coachings und Hochschulinfrastruktur eröffnen, tauchen regelmäßig in Biografien von Softwaregründern auf – ebenso wie Teilnahmen an Businessplan-Wettbewerben, die ihnen ebenfalls mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Neben leichteren Zugang zu Geld und Know-how ist die allgegenwärtige Computerisierung der wichtigste Treiber für Gründungen im Software-Markt: Ob sie nun wie die junge Berliner Smeet Communications GmbH browserbasierte Chat-Spiele anbieten, auf denen sich Leute spielend kennenlernen, ob ihre Software blitzschnelles Aufrufen von Webseiten erlaubt, wie Clickto von der Axonic Informationssysteme GmbH oder ob sie über Bonusdienste die Aufmerksamkeit von Surfern auf bestimmte Produkte lenken, wie die Hamburger ScanCash GmbH. Der Markt für Software kennt keine Grenzen. Das Berliner Laubwerk beweist, dass selbst virtuelle Bäume für Renderings von Landschaftsplanern und Architekten ein Unternehmen tragen.   P. TRECHOW

http://www.gruenderszene.de/allgemein/samwer-exits

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