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Donnerstag, 14. Dezember 2017

KMU-Förderung

Auch an der Emscher fördert die EU

Von Thomas Rietig | 23. Mai 2014 | Ausgabe 21

Vom Emscher-Umbau bis zu umweltfreundlichen Dämmstreifen für die Estrichverlegung sichern EU-Förderprogramme die technologische Spitzenposition kleiner und mittlerer Unternehmen – auch in Deutschland.

Bürokratie
Foto: Volkmar Schulz/Keystone

Die Hürde der Bürokratie soll für KMU in der neuen Förderperiode kleiner werden.

Mit einem generationenübergreifenden Projekt baut die Emschergenossenschaft seit 1992 das Emscher-Gewässersystem im mittleren Ruhrgebiet von Schmutzwasserläufen zu Flusslandschaften um. An der Oberfläche entstehen wieder naturnah umgestaltete Gewässer die Abwässer dagegen werden in teilweise 40 m tief liegende Kanäle abgeleitet. Bis 2020 wird die Emschergenossenschaft rund 4,5 Mrd. € investiert haben. An Begleitmaßnahmen zu dem Umbau arbeitet auch das IWW Zentrum Wasser aus Mülheim an der Ruhr mit, das rund 100 Naturwissenschaftler, Ingenieure, Ökonomen und Techniker beschäftigt.

Was sind KMU?

Es wird dabei mit EU-Mitteln unterstützt ein Beispiel für gezielte Förderung aus Brüssel für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU). "Wir waren zunächst eher auf regionalen Bezug fokussiert", berichtet der Leiter der IWW-Forschungskoordination, David Schwesig. Die gute Arbeit des Zentrums ermöglichte aber europäische Kooperationen, sodass es sich schließlich als Forschungskoordinator empfahl. Das ist erforderlich, weil die EU-Programme in erster Linie Forschungsverbünde fördern: "Die Mindestanforderung sind drei Unternehmen aus drei Ländern", sagt Karsten Lemke, Förderberater beim Zentrum für Innovation und Technik (Zenit).

Der erste Erfolg des IWW bei der Akquisition von Fördermitteln war das Projekt Trust, in dem es um die Entwicklung von Technologien und Managementwerkzeugen zur Verbesserung der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung geht. In einem weiteren Projekt namens Dessin (Demonstrate that Ecosystem Services are Enabling Innovation in the Water Sector), das Anfang dieses Jahres startete, geht es um fünf Fallstudien für solche Technologien in verschiedenen europäischen Ländern, darunter der Emscher-Umbau. An dem Projekt sind 20 Partner, elf von ihnen kleine und mittlere Unternehmen, beteiligt. Die übrigen sind Forschungsinstitutionen, Wasserversorger und -verbände wie die Emschergenossenschaft.

Die Förderung zu bekommen, vergleicht Lemke mit dem "Aufstieg in die Champions League". Er und Schwesig empfehlen deshalb dringend professionelle Beratung. Schwesig sagt, allein die Koordinationstätigkeit während der Ausarbeitung des Dessin-Antrags habe "zweieinhalb bis drei Mann-Monate" beansprucht. "Und das auch nur, weil wir es schon zum zweiten Mal gemacht haben."

Die EU hat ihre Förderung in der neuen Finanzierungsperiode, die seit 1. Januar 2014 läuft, neu organisiert. Sie heißt "Horizon 2020" und ist nach einer breiten Palette von Sachgebieten, zum Beispiel Informations- und Kommunikationstechnologien oder Ressourceneffizienz, gegliedert. Für jedes ist eine bestimmte Summe der Gesamtförderung von 79 Mrd. € reserviert.

Der Weg zur Förderung führt über Ausschreibungen. "Angesichts der Anzahl der Bewerber aus der gesamten Europäischen Union ist das eine echte Exzellenzfrage", sagt Lemke. Schwesig liefert Zahlen dazu: "Für die Ausschreibung, an der wir uns mit Dessin beteiligt haben, wurden 130 Anträge eingereicht." Mindestens drei Bewerter pro Antrag vergeben Punkte. In die engere Auswahl kommen nur Vorhaben, die eine Mindestpunktzahl erreichen. Aber selbst dann gewinnen nur die Besten. "Das waren im Dessin-Fall elf Projekte", berichtet Schwesig. Es wird nun mit 5,9 Mio. € über vier Jahre gefördert. Die Gesamtkosten betragen 9 Mio €.  THOMAS RIETIG

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