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Dienstag, 12. Dezember 2017

Innovation

Deutschland bei Innovationen im Spitzenfeld

Von Jürgen Voges | 23. Mai 2014 | Ausgabe 21

Der neue "Bundesbericht Forschung und Innovation 2014" zeichnet ein sehr optimistisches Bild der Innovationskraft deutscher Unternehmen und Forscher. "Der Forschungs- und Innovationsstandort Deutschland ist in den letzten Jahren immer attraktiver geworden", fasste Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am Mittwoch in Berlin die Grundaussage des 700 Seiten starken Werks zusammen.

Nach Angaben der CDU-Politikerin wurden 2012 in Deutschland 2,98 % des Bruttoinlandsproduktes in Forschung und Entwicklung investiert. Damit wurde die Zielmarke von 3 % nur knapp verfehlt. Die EU hat sich diese Marke erst für das Jahr 2020 als Ziel gesetzt. "Wir haben schon den Ehrgeiz, über die 3 % noch hinüberzugehen", sagte Wanka, ohne eine Zahl zu nennen.

Der deutsche Staat, Wirtschaft und Wissenschaft haben ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung zuletzt kontinuierlich gesteigert. Die Ausgaben hätten 2012 einen neuen Rekordwert von 79 Mrd. € erreicht, sagte Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka in Berlin bei der Vorstellung des Forschungs- und Innovationsberichts am Mittwoch in Berlin. Rund zwei Drittel dieser Summe, 54 Mrd. €, investierte die deutsche Wirtschaft in FuE-Aufwendungen. Bundesweit arbeiteten 2012 knapp 600000 Menschen in Forschung und Entwicklung, 114000 mehr als 2005.

Ganz anders als Wanka, beurteilen die Hochschulrektorenkonferenz, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und der Wissenschaftsrat die Situation des Wissenschaftssystems. In einem dramatischen Appell forderten die Präsidenten der drei Institutionen Bund und Länder auf, "ihre gegenseitige Blockade auf dem Feld der Bildungs- und Wissenschaftspolitik zu überwinden". Für die Präsidenten sind entscheidende Fragen der Finanzierung des Hochschul- und Wissenschaftssystems ungelöst.

"Sie machen sich Sorgen ums Geld", sagte Wanka. Noch dieses Wochenende will die CDU-Politikerin mit den Ländern über die Verwendung der Milliarden sprechen, die der Bund in der laufenden Legislaturperiode zusätzlich für Bildung ausgeben will.

Von den zehn innovationsstärksten Unternehmen Europas kämen fünf aus Deutschland, sagte die Ministerin. Nach ihren Angaben sind dies die Autokonzerne VW, Daimler und BMW, die Bosch-Gruppe und der Siemens-Konzern. Unabhängig vom gewählten Ranking zähle Deutschland weltweit stets zu den ersten zehn oder den ersten fünf innovationsstärksten Ländern.

Unzufrieden mit der deutschen Innovationsstrategie zeigte sich dagegen auch der Hightech-Verband Bitkom. Die deutsche Innovationspolitik falle "im Vergleich zur wagniskapitalgetriebenen Innovationspolitik der USA und zu den asiatischen industriepolitischen Wachstumsprogrammen zurück", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder auf Anfrage. Er verlangte eine steuerliche Forschungsförderung, die zusätzliche Investitionen in Forschung und Entwicklung ermögliche. Die vorhandene Förderung müsse auf Leuchtturmprojekte in strategisch wichtigen Technologiefeldern konzentriert werden. Zudem sei auch die Förderung von Start-up-Unternehmen praktische Innovationspolitik. Daher müssten bessere steuerliche und rechtliche Rahmenbedingungen Deutschland zu einer ersten Adresse für Wagniskapital machen.

Beim Export von forschungsintensiven Gütern liegt Deutschland mit einem Weltmarktanteil von 12 % dem Bericht zufolge auf Platz zwei hinter China. Bei den Anmeldungen transnationaler Patente nehme die Bundesrepublik hinter den USA und Japan weiter den weltweit dritten Platz ein, sagte Forschungsministerin Wanka. Die entsprechenden Zahlen des Berichtes stammen aber aus dem Jahr 2011 und schon zuvor legte China bei den transnationalen Patenten kräftig zu. JÜRGEN VOGES

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