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Dienstag, 12. Dezember 2017

Zukunftswelten

„Die Preise im Supermarkt werden zukünftig schwanken“

Von Martin Volmer | 11. März 2011 | Ausgabe 10

Ulrich Eggert gilt als einer der renommiertesten Trendforscher und Unternehmensberater zum Thema Einzelhandel. Die VDI nachrichten fragten, wie er sich die Einkaufswelt 2020 vorstellt.

VDI nachrichten: Herr Eggert, gibt es im Jahr 2020 den stationären Handel überhaupt noch? Oder bestellen wir elektronisch und benötigen dann bestenfalls noch Abholstationen?

Eggert: Das Ladenlokal wird es auch in Zukunft geben. Die Leute wollen doch auch einkaufen, weil sie das Gespräch suchen, den zwischenmenschlichen Kontakt. Von daher wird der Distanzhandel irgendwann eine natürliche Grenze erreichen.

Wo sehen Sie das Limit?

2010 erreichte der Versandhandel ein Rekordvolumen von 30,3 Mrd. €. Die Hälfte davon entfiel auf den Internethandel. Zum Vergleich: Insgesamt setzte der deutsche Einzelhandel im vergangenen Jahr 400 Mrd. € um. Ich erwarte, dass der Distanzhandel von heute 8 % auf 20 % des Gesamtvolumens im Jahr 2020 wachsen wird.

Aber werden nicht zumindest einzelne Produktsparten aus dem stationären Handel verschwinden, wie z. B. Bücher?

Auch das glaube ich nicht. Das haptische Empfinden bleibt wichtig beim Buchkauf. Das Schnüffeln, Schauen und Anfassen machen einen Großteil des Einkaufserlebnisses aus. Ich rechne damit, dass 2020 maximal 50 % des Buchhandels über das Internet laufen werden – inklusive der so genannten E-Books. Für Unterhaltungselektronik erwarte ich einen Internetanteil von circa 35 %, bei Bekleidung 20 %. Und frische Lebensmittel werden wohl nur zu 5 % bis 10 % im Versandhandel abgesetzt werden.

Was wird sich im stationären Handel verändern?

Wir werden stärker schwankende Preise erleben, ähnlich wie wir es jetzt schon an den Tankstellen haben oder bei Flugtickets. Die Läden werden versuchen, den Kundenlauf zu entzerren, indem sie z. B. um 10 Uhr vormittags die Waren günstiger anbieten als um 17 Uhr, wenn alle auf dem Weg von der Arbeit nach Hause noch einkaufen wollen. Das geht alles z. B. recht gut mit RFID, ist im Moment allerdings noch etwas zu teuer. Aber die Tags werden tendenziell ja beinahe täglich billiger.   mav

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