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Dienstag, 12. Dezember 2017

E-Books

E-Book-Studie: Jeder fünfte Bundesbürger liest digitale Bücher

Von Chr. Schulzki-Haddouti | 4. Oktober 2013 | Ausgabe 40

E-Books werden immer beliebter. Dabei werden sie nicht nur gekauft, sondern zunehmend auch ausgeliehen. Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom zeigt aktuelle Trends bei der Nutzung der elektronischen Bücher.

Bereits jeder fünfte Bundesbürger liest E-Books. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des Branchenverbands Bitkom unter 2500 Personen in Deutschland. Allerdings gibt es noch viele, die das E-Book scheuen: 48 % der Befragten bevorzugen die sinnliche Wahrnehmung des Papiers und genauso viele wollen nicht in einen E-Reader investieren, obgleich es Einstiegsgeräte bereits ab rund 50 € gibt. Nur ein Viertel dieser Skeptiker kann sich vorstellen, irgendwann einmal digitale Bücher zu lesen.

Online erwerben 62 % der Befragten die E-Books in Shops wie Amazon, Ebook.de, Thalia.de oder buch.de. Dabei kauft ein Fünftel die Bücher in den vorinstallierten Shops ihrer Lesegeräte, etwa dem Kindle Store oder dem Tolino-Shop. Nur 8 % kaufen direkt bei den Autoren und 6 % auf den Websites der Verlage. 12 % geben gar kein Geld für die digitalen Bücher aus. Das Thema Raubkopien ist bei den Verlagen durchaus präsent. "Es gibt eine hohe Dunkelziffer", so Bitkom-Vizepräsident Achim Berg. Möglicherweise beziehen 31 % der Nutzer E-Books illegal. Denn 6 % gaben an, dass sie bereits illegal kopiergeschützte Bücher erworben haben, 25 % antwortete auf die Frage des illegalen Erwerbs: "Das bleibt mein Geheimnis!"

Neben dem Kauf wird aber auch das Ausleihen immer beliebter: 17 % der Befragten leihen E-Books in öffentlichen Bibliotheken, 15 % bei kommerziellen Anbietern. Ebenfalls 15 % nutzen frei verfügbare digitale Bücher, etwa über das "Project Gutenberg". Achim Berg erwartet, dass alternative Nutzungsmodelle weiter wachsen werden. So könnten neben Leihmodellen auch Flat-rate-Modelle an Akzeptanz gewinnen.

Ein weiterer Trend besteht darin, dass E-Books mit Videos, Fotos oder Animationen angereichert werden. Berg dazu: "Das ist insbesondere für Schul- und Lehrbücher interessant. Aus unserer Sicht sollten digitale Bücher in Schulen die gedruckten Ausgaben besser früher als später ersetzen." Gleichwohl sei jedoch die Nutzung von E-Books im Schulbereich "noch relativ gering".

Die Vorteile elektronischer Bücher sehen die Leser darin, dass sie immer verfügbar sind – entweder im Gerät oder in der Cloud. Auch ist es ihnen wichtig, dass die Bücher über das Internet einfach und schnell zu beschaffen sind. Nicht zuletzt schätzen sie an den E-Books, dass sie leicht und handlich sind – E-Reader wiegen durchschnittlich nur 200 g. Bei den digitalen Zusatzfunktionen sind vor allem die digitalen Lesezeichen beliebt, die von zwei Dritteln aller E-Book-Leser genutzt werden. Ein Drittel verwendet die Stichwortsuche, ein Viertel macht sich Notizen, nur jeweils ein Achtel markiert Textstellen oder nutzt die Übersetzungsfunktion.

Als "überraschendes Ergebnis" bezeichnet Bitkom-Vizepräsident Berg, dass drei Viertel der E-Book-Leser einen PC für das Lesen verwenden und immerhin 58 % ein Smartphone. Gerade mal 21 % nutzen einen Tablet-Computer und nur 18 % einen E-Reader. Dies liegt daran, dass die meisten die digitalen Bücher online beziehen und zunächst auf die PCs laden, um sie später auf ein anderes Gerät zu übertragen.

Ebenfalls überrascht zeigte sich Berg angesichts des Umfrageergebnisses, dass sich das Leseverhalten in Bezug auf die Menge des Lesestoffs nicht verändert. Die überwältigende Mehrheit von 86 % sagt, dass sie genauso viel liest wie vorher. Ähnliches lässt sich aus den Zahlen des Marktforschungsinstituts GfK entnehmen: So hat die Buchbranche durch ihre digitalen Angebote "Zuwanderer" gewonnen, die zuletzt keine Bücher mehr gekauft hatten. Diese haben einen Umsatz von 14 Mio. € generiert.

Außerdem gibt es Käufer, die dazu neigen, mehr Bücher zu kaufen, wenn sie auf das digitale Format umsteigen. Dadurch sollen zusätzlich 22 Mio. € Umsatz entstanden sein. Andererseits gingen dem Printgeschäft Käufer mit einem Umsatzvolumen von rund 22 Mio. € wieder verloren. Laut dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren im Börsenverein lag im Jahr 2012 der Umsatzanteil der E-Books – mit 13,2 Mio. heruntergeladenen Büchern – bei 2,4 %. Die E-Books wurden zu einem durchschnittlichen Preis von 7,72 € verkauft und generierten einen Umsatz von 102 Mio. €. CHR. SCHULZKI-HADDOUTI

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