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Montag, 11. Dezember 2017

Forschung

Europas Fördertöpfe locken mit Milliardenbeträgen

Von Thomas A. Friedrich | 23. Mai 2014 | Ausgabe 21

Die Förderung der EU soll in der aktuellen Finanzperiode unbürokratischer verlaufen als zuvor. Wie das gehen soll und wem das hilft – ein Überblick.

Europas Fördertöpfe für Forschung, Energie und Umwelt sind für die Finanzperiode 2014 bis 2020 prall gefüllt. Rund 100 Mrd. € verteilen sich im Siebenjahreszeitraum, v. a. auf das EU-Forschungsbudget "Horizont 2020" (79, 3 Mrd. €) und Erasmus+ für den Austausch von Studenten und Lehrenden (14,7 Mrd. €).

Bisher kritisierten Wissenschaftler sowie KMU die komplizierten Antragsprozeduren für europäische Fördergelder. Mit "Horizont 2020" zeichnet sich ein Gezeitenwechsel ab. "Die Schlüsselworte heißen Vereinfachung und Kohärenz", sagt EU-Forschungskommissarin Maire Geoghegan-Quinn. "Meine Top-Priorität war, es Wissenschaftlern und Unternehmern zu vereinfachen, an der EU-Förderung zu partizipieren." Es dürfe nicht sein, dass Bürokratie und Verwaltung Europas Wissenschaftler vom Forschen abhielten.

Ein Credo, das in den Ohren von Entwicklern, Ingenieuren und Industrieforschern hoffnungsvoll klingt. Der Blick in die beschließenden Beteiligungsregeln zeigt, dass die Antragsverfahren tatsächlich vereinfacht und die Berichtspflichten gekürzt werden. Mit dem Projekt "Eurostars 2" soll zudem die Förderung marktorientierter, grenzüberschreitender Forschungstätigkeiten auf Gebieten, auf denen KMU Forschung betreiben, angekurbelt werden. Insgesamt 20 % der Horizont 2020-Fördergelder sollen KMU zugute kommen, im laufenden 7. EU-Forschungsprogramm sind es 16 %.

Horizont 2020 fußt auf drei großen Säulen: der Exzellenten Wissenschaft (24,6 Mrd. €), der Industriellen Führerschaft (18 Mrd. €) und den Gesellschaftlichen Herausforderungen (31,7  Mrd. €). Ein Blick in die Themenschwerpunkte zeigt, für wen ein Förderantrag in Brüssel lohnend sein kann. Besonders interessant für Ingenieure und technische Betriebe ist der Schwerpunkt "Führende Rolle der Industrie", der die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnologie, Nanotechnologie, innovative Werkstoffe, Biotechnologie, fortgeschrittene Fertigung und Verarbeitung sowie Raumfahrt umfasst.

Ein besonderes Augenmerk richtet die EU-Kommission auf die Unterstützung von innovativen und wachstumsstarken KMU. In einigen Fällen besteht die Möglichkeit, Einzelanträge zu stellen. Für marktnahe Vorhaben liegt die Obergrenze der Zuschüsse bei 70 %. Zusätzlich wird eine Pauschale von 25 % für indirekte Kosten gewährt.

Obwohl die Leitidee der EU-Forschungsförderung von Exzellenzkriterien getragen wird, soll künftig auch in weniger innovationsstarken und strukturschwachen Regionen Spitzenforschung betrieben werden. "Um der Abwanderung von Forscherinnen und Forschern in Drittstaaten entgegenzuwirken", kommentiert der SPD-Europa-Abgeordnete und "Horizont 2020"-Berichterstatter, Norbert Glante, den Paradigmenwechsel.  THOMAS A. FRIEDRICH

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