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Donnerstag, 22. Juni 2017, Ausgabe Nr. 25

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ifo Branchenkonjunkturindex

Griechenland-Drama verunsichert die deutschen Manager

Von rtr/cb | 3. Juli 2015 | Ausgabe 27

Die Griechenlandkrise schlägt den deutschen Firmenchefs auf den Magen. Ihre Stimmung trübte sich im Juni bereits den zweiten Monat in Folge und zudem unerwartet deutlich ein. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel um 1,1 auf 107,4 Punkte, so das Münchner Ifo-Institut. Das ist der schlechteste Wert seit Februar. „Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind gedämpft“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Führungskräfte beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch die Aussichten für die zweite Jahreshälfte schlechter. „Die Griechenlandkrise schlägt sich zwar noch nicht in den Auftragsbüchern nieder, verunsichert aber“, erklärte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe den Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers.  

ifo Index 27 2015

Automobil
Im Fahrzeugbau gab der Geschäftsklimaindikator leicht nach. Die sehr gute Lageeinschätzung verschlechterte sich etwas. Die expansiven Produktions- und Exportpläne wurden deutlich nach unten korrigiert. Die Mitarbeitersuche soll hingegen verstärkt werden.  ifo

 

Chemie
In der chemischen Industrie gab der Geschäftsklimaindikator erneut nach. Nur noch wenige Firmen gingen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus. Trotz weiter rückläufiger Produktion füllten sich die Lager. Die Produktion soll jedoch wieder erhöht werden.  ifo

 

Maschinenbau

Im Maschinenbau verschlechterte sich der Geschäftsklimaindikator erneut. Verantwortlich war die von den Firmen schlechter eingeschätzte Geschäftslage. Der Saldo sank auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr. Die Erwartungen hellten sich hingegen etwas auf.  ifo

 

Metall
Im Bereich Metallerzeugung und -bearbeitung verbesserte sich das Geschäftsklima zum dritten Mal in Folge, verblieb jedoch im negativen Bereich. Die aktuelle Lage wurde etwas weniger schlecht beurteilt. Der Ausblick wurde wieder optimistischer gesehen. ifo

 

Elektro
Die Hersteller von elektrischen Ausrüstun­gen nahmen die sehr guten Urteile zur aktuellen Lage et­was zurück, währenddessen blieben die Aussichten unverändert optimistisch. Die Produktions- und Exportpläne wa­ren weiterhin auf Expansion ausgerichtet. ifo

 

Hersteller von DV-Geräten
Die Zufriedenheit der Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und opti­schen Erzeugnissen mit der aktuellen Geschäftslage hat wieder zugenommen. Mit Blick auf den weiteren Geschäfts­verlauf gingen weniger Unternehmen von einer Verbesse­rung aus. Es sollen deutlich mehr Mitarbeiter eingestellt werden. ifo

 

Gummi- und Kunststoffwaren
Im Be­reich Gummi- und Kunststoffwaren verschlechterte sich das Geschäftsklima etwas. Während die aktuelle Lage we­niger gut eingeschätzt wurde, nahm der Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate leicht zu. Dies dürfte auch auf deutlich expansivere Produktionspläne zurückzu­führen sein. ifo

 

Hochbau
Im Hochbau ist der Geschäftsklimaindikator gestiegen. Im öffentlichen Hochbau sowie im Wohnungsbau waren die befragten Unternehmen mit ihrer gegenwärtigen Ge­schäftslage zufriedener als im Vormonat. Die Einschätzun­gen zur zukünftigen Geschäftsentwicklung fielen sogar spartenübergreifend optimistischer aus. Dabei war der An­stieg des entsprechenden Umfragewertes im gewerblichen Hochbau lediglich minimal, im Wohnungsbau hingegen spürbar.

 

Tiefbau
Im Gegensatz zum Hochbau hat sich das Geschäftsklima im Tiefbau geringfügig eingetrübt. So waren die befragten Firmen mit ihrer aktuellen Geschäftslage weniger zufrieden als im Mai. Die gleichzeitige Verbesserung der Geschäftser­wartungen fiel aber etwas weniger stark aus. Die Geräte­auslastung verharrte bei 71,9% und lag damit um 0,8 Pro­zentpunkte unter dem Wert des Vorjahres. ifo

 

Architekturbüros- und Ingenieurbüros
Die Architekturbüros waren im Juni weniger skeptisch be­züglich der zukünftigen Entwicklung und häufiger zufrieden mit ihrer aktuellen Situation. In naher Zukunft werden vor­aussichtlich vermehrt neue Mitarbeiter benötigt. Die Preise dürften dabei nahezu stabil bleiben.  Der Geschäftsklimaindikator im Bereich der Ingenieurbü­ros stieg aufgrund der optimistischeren Perspektiven. Mit ihrer aktuellen Situation waren die Befragungsteilnehmer weiterhin sehr zufrieden und beurteilten diese verglichen mit dem Vormonat häufiger als gut. ifo


Das Ifo-Institut fragt monatlich bei 7000 Unternehmen in Deutschland wichtige Daten ab. So ermitteln die Münchener Wissenschaftler nach Branchen gesplittet die aktuelle Geschäftslage und die Erwartungen für die nächsten sechs Monate in den Unternehmen. Beispiel: Wenn 40 % der Befragten ihre derzeitige wirtschaftliche Lage positiv beurteilen, 60 % dagegen negativ, ergibt das eine Geschäftslage von minus 20 %.

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