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Freitag, 15. Dezember 2017

Arbeitspolitik

Industrie 4.0 erreicht die Politik

Von Hartmut Steiger | 3. Juli 2015 | Ausgabe 27

„Sozial ist, was gute Arbeit schafft. “ Mit diesem programmatischen Satz gab der nordrhein-westfälische Arbeits- und Sozialminister Guntram Schneider auf einer Konferenz vergangene Woche in Düsseldorf den Kurs an, den die Landesregierung beim Thema Industrie 4.0 verfolgt. Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben von Schneider das erste Bundesland, das sich auf politischer Ebene mit Industrie 4.0 beschäftigt.

Die Leitfrage dabei: Wer treibt die Digitalisierung voran und wer ist der Getriebene? Mit Industrie 4.0 werden neue Arbeitsformen und andere Arbeitszeiten in die Unternehmen einziehen. Schneider machte deutlich, dass die Politik, z. B. beim Thema Flexibilisierung, Regelungskompetenz wahrnehmen wird.

Auch die Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen haben dieses Thema jetzt aufgegriffen. Die IG Metall und der Arbeitgeberverband Metall NRW haben ein Papier vorgelegt und angekündigt, „den Weg zu Industrie 4.0 industriepolitisch und arbeitspolitisch eng zu begleiten“.

Der Mensch bleibe auch in der sogenannten Smart Factory „ein entscheidender Produktionsfaktor“, heißt es. Wichtig für den Erfolg von Industrie 4.0 sei, den betrieblichen Bedarf mit den Wünschen der Beschäftigten in Einklang zu bringen.

Arbeitgeberpräsident Kirchhoff sieht in der Digitalisierung der Fabrik „eine Riesenchance für Nordrhein-Westfalen“. Dafür müssten Arbeitgeber und Gewerkschaften zusammenspielen. Er plädiert für die Kooperation von Geschäftsführungen und Betriebsräten, um Angst vor der vernetzten Fabrik nicht aufkommen zu lassen.

Nach Ansicht des IG-Metall-Bezirksleiters Knut Giesler könne Industrie 4.0 nur dann Erfolg haben, wenn man sie nicht nur als technologische Neuerung versteht, sondern als „Zusammenspiel von Technik und sozialer Gestaltung“. Der Vision von Wissenschaftlern, wonach Arbeit und Privatleben verschmelzen und Beschäftigte künftig nach Bedarf per Smartphone zur Arbeit bestellt werden, erteilt Gieseler eine Absage.

Der Erfolg von Industrie 4.0 ist nach Ansicht von Kirchhoff auch an eine gute Breitband-Versorgung gebunden. Doch daran hapere es noch, bemängelt er – vor allem jenseits der Rhein-Ruhr-Schiene, wo viele Arbeitsplätze sind.  

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