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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Formula Student 2012

Mit E-Boliden Trends setzen

Von Lisa Schneider | 20. Juli 2012 | Ausgabe 29

Zum dritten Mal gehen in Hockenheim auch Studenten mit elektrisch angetriebenen Boliden auf die Rennstrecke. Zwei Drittel der 32 registrierten Elektroteams kommen aus Deutschland. Immer mehr Teams rüsten ihre Benziner auf Stromer um. Damit folgen sie einem Trend, der ihnen planerische Freiräume und Sponsoren verspricht, berichten die jüngsten Wechsler.

Die Uhr tickt. Am 31. Juli gehen zwei Studententeams zum ersten Mal mit einer völlig neuen Antriebstechnik an den Start der Formula Student Germany. Das Dart Racing Team der TU Darmstadt und das Engineering-Team der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Stuttgart werden ab dieser Saison bei der Formula Student Elektro mitmischen. Trotz des neuen Konzepts wollen sie an alten Erfolgen anknüpfen.

Die Entscheidung, vom Verbrennungsmotor abzurücken und einen elektrisch betriebenen Boliden zu konstruieren, war für beide Teams eine willkommene Herausforderung. Dart Racing, seit dem Beginn der Formula Student Germany 2006 mit einem Verbrenner am Start, sieht mehr Spielraum für Ideen. "Uns bietet sich durch die Planung und Konstruktion eines elektrisch angetriebenen Boliden die Chance, schon während unserer Ausbildung in einem nachhaltigen und zukunftsorientierten Projekt mitzuarbeiten", freut sich Nils Hoesch, Marketingleiter des hessischen Vereins.

"Es war jetzt an der Zeit zu wechseln", erklärt auch Tobias Bantle, Projektmanager des DHBW-Engineering Teams. Die Elektromobilität wird unter den Studenten als der Zukunftstrend in der Automobilbranche ausgemacht, für den sie möglichst früh praktische Erfahrungen sammeln wollen. Der Vorteil der Umsteiger ist, dass die Konkurrenz noch überschaubar scheint: "Der Entwicklungsvorsprung der anderen E-Teams ist noch nicht so groß", urteilt Bantle.

Profitieren können die Teams auch von einem großen Interesse der Industrie an der Elektromobilität. "Was das Sponsoring angeht, hatten wir in diesem Jahr großen Erfolg", verrät Bantle und vermutet, dass das Konzept E-Fahrzeug dazu beigetragen haben könnte. Diese Erfahrung machte auch das Dart Racing Team. Hoesch berichtet, dass der Hochschulgruppe alle "Verbrenner-Partner" treu geblieben seien. "Sie vertrauen uns und unseren Fähigkeiten unabhängig von der Antriebsart!"

Eine Herausforderung des elektrisch betriebenen Boliden ist das Gewicht. Der "eSleek12" des schwäbischen Rennstalls wird mit einem Kampfgewicht von 230 kg antreten. Die Batterie macht rund ein Viertel davon aus. Auch die Leistungselektroniker haben sich mit 8 kg in dem kleinen Rennwagen verewigt. Ob sie damit die Nase vor dem Darmstädter 250 kg schweren "eta2012" haben werden, entscheidet sich Anfang August auf dem Hockenheimring.

Bei aller Freundschaft, die unter den Kommilitonen herrscht, ist die Werkstatt vor allem ein kleiner Betrieb. "Wir versuchen jedes Jahr, in einem hohen Maß professionell zu agieren. Zum einen, weil sonst in einem Projekt dieser Größenordnung erfolgreiches Arbeiten nicht möglich wäre. Zum anderen, weil unsere Partner aus Forschung und Wirtschaft das von uns erwarten", sagt Dart-Mitstreiter Hoesch.

Bantle bestätigt: "Natürlich ist die Karriere ein wichtiges Thema. Da wir als dual Studierende während unseres Studiums in einem Unternehmen angestellt sind, hat jedoch jeder ein gutes Netzwerk, von dem alle Teammitglieder profitieren können."

Mit ihrem neuen Rennwagen "eSleek12" wollen sie die Blicke auf sich ziehen. Der aktuelle Leitspruch "mit Hochspannung in die Top 10", soll die Kommilitonen anfeuern, den Erfolg der Formula Student in Spanien letztes Jahr zu wiederholen. Dort konnten sie mit ihrem Benziner die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen.   LISA SCHNEIDER

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