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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Innovation

Neue Milliarden für die Forschung in Europa

Von Wolfgang Mock | 4. Oktober 2013 | Ausgabe 40

Die EU-Kommission will in den kommenden sieben Jahren eine Rekordsumme für Forschung und Innovation ausgeben. Ziel ist es, Europa krisenfester zu machen und die industrielle Führungsposition der Region auszubauen. Dazu soll auch stärker als bisher die Markteinführung innovativer Produkte und Verfahren unterstützt werden.

Das Komitee für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments hat Ende vergangener Woche dem neuen europäischen Forschungsprogramm Horizon 2020 zugestimmt. 70,2 Mrd. € werden im Rahmen dieses Programms von der EU für die Zeit von 2014 bis 2020 für Forschung und Innovation bereitgestellt.

Das neue Programm Horizon 2020 setzt sich schon im Namen bewusst ab von den bisherigen sieben Forschungsrahmenprogrammen der EU und wird deshalb auch nicht etwa als 8. Forschungsrahmenprogramm geführt, berichtete Wolfgang Burtscher von der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission diese Woche auf einer Auftaktveranstaltung zu Horizon 2020 in Düsseldorf.

Die 70,2 Mrd. € des Horizon-Programms entsprechen gut 7,3 % des gesamten EU-Finanzplans von 960 Mrd. € für die Zeit von 2014 bis 2020. Das Finanzvolumen des 7. Forschungsrahmenprogramms (2008 bis 2014) lag noch bei 54 Mrd. €.

Damit zeigen die Forschungsausgaben der EU-Kommission ein überproportionales Wachstum innerhalb des EU-Gesamthaushalts.

Getrieben wird diese Entwicklung auch von der Erkenntnis, dass Länder mit hohen Forschungsausgaben sich gegen Wirtschaftskrisen widerstandsfähiger zeigen als solche mit geringen Forschungsausgaben. Das treffe gleichermaßen auf Unternehmen zu, so Burtscher.

Der Großteil der Mittel von Horizon 2020 verteilt sich auf drei Förderschwerpunkte:

1. Exzellenz der Wissenschaft: Darauf entfallen gut 22 Mrd. €. Ein erheblicher Teil (ca. 12 Mrd. €) geht davon in die Finanzierung des europäischen Forschungsrates.

2. Ausbau der industriellen Führungsposition. In diesen Teilbereich fließen gut 15 Mrd. €, zusätzlich noch einmal 616 Mio. € werden für die Förderung von Innovationen in kleinen und mittelständischen Unternehmen bereitgestellt. Das meiste Geld aber soll in den Erwerb und Ausbau der Führungsrolle in grundlegenden und industriellen Technologien investiert werden.

3. Gesellschaftliche Herausforderungen. Für diesen Förderschwerpunkt stehen an die 27 Mrd. € bereit. Das meiste davon fließt in den Bereich Gesundheit und demografischer Wandel.

Neben diesen drei großen Förderschwerpunkten gibt es eine Reihe von Neuerungen und Besonderheiten im Horizon 2020-Programm. So sollen etwa 20 % der Ausgaben für die Förderschwerpunkte "Gesellschaftliche Herausforderungen" und "Industrielle Führungsposition" an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gehen. Bei den vorhergehenden Programmen waren 15 % bei vergleichbaren Förderschwerpunkten eingeplant, die allerdings kaum erreicht wurden. Nicht zuletzt deshalb soll im neuen Horizon-Programm die Förderung deutlich vereinfacht werden.

Horizon 2020 hat zudem stärker als seine Vorläufer das Ziel, nicht nur Forschung und Innovation zu fördern, sondern auch den Weg innovativer Produkte und Verfahren in den Markt. So war auf der von NRW-Wirtschafts- und NRW-Forschungsministerium ausgerichteten Auftaktveranstaltung zum Horizon 2020-Programm diese Woche in Düsseldorf auch oft die Rede vom Valley of Death, das es zu überbrücken gelte. Damit ist die Phase zwischen der Entwicklung eines neuen Produkts oder Verfahrens und deren Markteintritt gemeint. Nicht selten fehlen die finanziellen Mittel, diese Phase zu überbrücken, was noch zu oft das Aus für die Neuentwicklung bedeuten kann. Hier will die EU-Kommission stärker eingreifen.

Schon am 10. Dezember sollen die ersten Aufforderungen zur Einreichung von Förderprojekten aus dem Horizon-Programm veröffentlicht werden. EU-weit bereiten sich Industrie und Wissenschaft darauf vor. Angesichts der vielen Neuerungen des Programms sollten Interessenten sich vorab beraten lassen. In Deutschland gibt es ein dichtes Beratungsnetzwerk, das Interessenten den Weg bahnt. "Kein Antrag ohne Beratung", lautet deshalb auch die dringende Empfehlung der NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. moc

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