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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Mobilität

Vorsichtiger Optimismus beim Autoabsatz

Von dapd/Rtr/Rudolf Schulze | 20. Juli 2012 | Ausgabe 29

Die Elektromobilität scheint zu stocken, der klassische Automobilmarkt jedoch könnte nach Ansicht des Präsidenten des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, im zweiten Halbjahr wieder an Fahrt gewinnen. "Es wird keinen Anlass zum Jubeln, aber einen stabilen Verlauf geben", sagte Wissmann am Montagabend bei einem Empfang seines Verbandes in Berlin.

Schon der Dritte Fortschrittsbericht zur Elektromobilität, der Ende Juni erschien, war deutlich zurückhaltend, was das Ziel der Bundesregierung anging, nach dem bis 2020 mindestens 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren sollten. Diese Woche hat dann auch der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier Wasser in den Öko-Wein gegossen und gewarnt, dass es möglicherweise auch deutlich weniger Elektroautos geben werde, als bisher erhofft.

Ein Grund dafür ist nicht zuletzt die Zurückhaltung der Automobilbranche in Sachen Elektromobilität. BMW-Chef Norbert Reithofer bremste vor Kurzem allzu große Erwartungen: "Der Verbrennungsmotor wird auf absehbare Zeit die dominierende Antriebsform bleiben."

Gerade angesichts unklarer Absatzperspektiven dürfte sich das Engagement der Automobilhersteller bei Elektroautos in Grenzen halten. Doch der Markt für herkömmliche Automobile scheint sich zu stabilisieren. So zeigte sich Matthias Wissmann, Präsident VDA, zuversichtlich, dass der Pkw-Absatz im zweiten Halbjahr wieder zulegen werde: "Es wird keinen Anlass zum jubeln, aber einen stabilen Verlauf geben. Zudem sei der Welt-Pkw-Markt "weiter auf Wachstumskurs".

Allein in den USA und in Japan wurden nach Abgaben des VDA im ersten Halbjahr 2012 jeweils rund 1 Mio. Autos mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Der chinesische Markt legte um rund 500 000 Einheiten zu. Damit wird der Rückgang in Westeuropa "deutlich überkompensiert."

Hersteller, die nicht allein vom europäischen Markt abhingen, könnten hiesige Absatzschwächen mit ihrem Anteil am Boom in den Schwellenländern ausgleichen, so Wissmann.

Auch Hersteller mit einem hohen Premium-Anteil seien stabiler als andere. "Premium heißt nicht möglichst groß", so der VDA-Präsident. Vielmehr bedeute es einen hohen Grad an Innovation. Deutsche Hersteller hätten bereits 500 Modelle mit einem Durchschnittsverbrauch von weniger als 5 l und einem CO2-Ausstoß von weniger als 130 g/km im Angebot.

Der Abwärtstrend auf dem europäischen Automarkt hat sich leicht abgeschwächt. Mit gut 1,2 Mio. wurden im Juni in den EU-Staaten 2,8 % weniger Pkw neu zugelassen als im Vorjahresmonat, wie der europäische Branchenverband Acea diese Woche mitteilte. Den vorläufigen Zahlen zufolge ging der Absatz im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,8 % zurück.

Besonders hart traf es die Hersteller Fiat und Renault, die in den ersten sechs Monaten Rückgänge um 17 % hinnehmen mussten. Die General-Motors-Töchter Opel und Vauxhall verkauften in diesem Zeitraum 15 % weniger Autos. Bei Daimler und BMW fielen die Rückgange mit 0,2 % beziehungsweise 1,0 % dagegen gering aus.

Vor allem in den Krisenländern Südeuropas ging die Nachfrage zurück. In Griechenland und Portugal brach der Absatz im ersten Halbjahr um mehr als 41 % ein. In Italien wurden knapp ein Fünftel weniger Neuwagen zugelassen. In Deutschland blieb der Absatz mit einem Plus von 0,7 % stabil.

Mit diesen Zahlen wurde auch der neue Mann an der Spitze von Opel, der Sanierungsexperte und bisherige Strategievorstand Thomas Sedran, konfrontiert. Nach Acea-Zahlen lagen die Ansatzzahlen für Opel/Vauxhall im ersten Halbjahr 2012 um 8,2 Prozentpunkte unter dem Branchendurchschnitt.

Demgegenüber schwächte sich in der gesamten Branche der Abwärtstrend im Monat Juni leicht ab: Opel verbuchte im Vergleich zum Juni 2011 zwar noch einen Rückgang von 12,2 %, alle Hersteller aber nur ein Minus von 2,8 %. In den von Opel nicht oder kaum erreichten Märkten Russland, China, Japan und Indien wuchs der Autoabsatz dagegen weiter zweistellig. dapd/rtr/rus

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