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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Internet:

1000 neue Domains im WWW

Von Fabian Kurmann | 29. November 2013 | Ausgabe 48

Seit dieser Woche sind die ersten neuen Domain-Endungen registrierbar. Bis Mitte 2015 sollen es rund 1000 sein. Von .app bis .zuerich ist alles dabei. Unternehmen, die sich jetzt nicht über ihre Möglichkeiten informieren und ihre Marke schützen, könnten künftig Probleme bekommen. Denn sollte der Firmenname im Internet missbraucht werden, ist es oft zu spät.

„Es gibt nicht mehr genügend Namensraum für Unternehmen“, sagt Dirk Krischenowski, Geschäftsführer vom Domainverwalter Dotberlin. Aussagekräftige Internetadressen seien immer schnell besetzt, und wer zu langsam sei, habe das Nachsehen. Mittlerweile richten sich Start-ups bei der Namenswahl sogar danach, welche Domains noch verfügbar sind, so Krischenowski. Sogar Unternehmen mit eingetragener Marke bekämen entsprechende Domains nicht wegen des Markenrechts, sondern müssten diese oft kaufen.

Grafik Internet
Foto: VDI nachrichten

Vorgemerkt: Etwa 1,6 Mio. Domain-Bewerbungen hat der Registrar United Domains bereits auf seiner deutschen Webseite entgegengenommen.

Abhilfe soll die Einführung von neuen generischen Topleveldomains, kurz gTLDs, schaffen. Sie heißen so, weil sie nicht wie die 248 Countrycode-TLDs an Länderbezeichnungen gebunden sind. „Bisher gab es nur 22 gTLDs, nun kommen bis Mitte 2015 rund 1000 dazu“, erläutert Nigel Hickson, Vizepräsident der Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) Europa.

Es gibt drei Kategorien bei den neuen Domains: Marken-TLDs, wie .bmw oder .sap, die nicht für alle zugänglich sind. Geo-TLDs, wie .berlin oder .ruhr, die für regionale Anbieter gedacht sind. Hinzu kommen allgemeine TLDs, wie .guru, .vip, oder .vermögensberater, die weniger geschützt sind, als die ersten beiden.

„Es wird viel virtuelles Neuland geschaffen“, sagt Thomas Rickert, Director Names and Numbers beim eco-Verband. Die Möglichkeit, sich treffende und prägnante Domains sichern zu können, werde dadurch um ein Vielfaches erhöht.

Auch hätten laut Rickert prägnante Domainnamen mehr Seitenaufrufe. Die Zahl der Besucher auf der Firmenwebseite durch Direkteingabe oder durch Suchmaschinen sei so höher, als bei langen oder komplizierten .com- oder .de-Internetadressen.

Seit dieser Woche können sich Unternehmen in einer Vorregistrierungsperiode (Sunrisephase) um die ersten Domains bewerben. „Bedingung ist aber, dass die eigene Marke im Trademark Clearing House (TMCH) eingetragen ist“, bemerkt Krischenowski (siehe Kasten).

Empfehlenswert sei laut Rickert, zusätzlich einen Monitoring-Service zu buchen, der Alarm schlägt, sobald jemand eine Domain mit dem Firmennamen registriert. „Unternehmen wollen ihre Marke nicht unter allen Endungen selbst registrieren, haben aber ein Interesse daran, zu verhindern, dass Dritte das tun“, erklärt er. So könnten Plagiat-Verkäufe oder Imageschädigungen verhindert werden.

Allein für .berlin gebe es schon jetzt 70  000 Bewerbungen. Die Kosten für eine Domain mit Hauptstadtendung schätzt Krischenowski auf 30 € bis 50 € jährlich. Der Preis hänge aber vom jeweiligen Domainbetreiber ab.

Für internationale Endungen, wie .online oder .web könnten die Preise durch eine große Zahl an Registrierungen auch deutlich günstiger werden. Eine weitere Runde mit neuen Domains könnte es laut Nigel Hickson in etwa zwei bis drei Jahren geben.  FABIAN KURMANN

www.key-systems.net/deutsch/aktuelles/neue-gtlds/launch-daten-neuer-gtlds.html

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