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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Automobil

Airbag-Tragödie bewegt Branche auch in Detroit

Von Markus Henrichs | 16. Januar 2015 | Ausgabe 03

Ein Albtraum für jeden Autofahrer: Der als „Lebensretter“ konstruierte Airbag wird beim Unfall zur tödlichen Gefahr. Nach den Pannen des japanischen Zulieferers Takata ist dieses Horrorszenario in den USA und Asien Realität.

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Foto: T. Schamberger/ddp

Sorgenkind: Nicht jeder Airbag entfaltet sich so „sauber“ wie dieser hier.

 Fünf Todesopfer infolge geplatzter Luftkissen und 20 Mio. zurückgerufene Autos, so die bisherige Bilanz.

In seiner diese Woche veröffentlichten Rückrufstudie spricht Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) davon, dass 2014 „als Negativ-Rekordjahr in puncto Rückrufe in die Automobilgeschichte eingehen“ werde. Demnach wurden „allein auf den Referenzmarkt USA über 62,7 Mio. Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zurückgerufen“.

 Welche Wellen das Drama noch schlägt, ist unklar. „Wir wissen längst nicht alles“, sagte Stephen Lind, Chef des US-Branchenanalysten KBB, am Rande der Automesse in Detroit.

Die Autohersteller, die ihren Kunden nun den Rückruf erklären müssen, beobachten Takatas Krisenmanagement mit Argusaugen. Im Umgang mit ihren Lieferanten dürften sie die Schrauben künftig fester anziehen. Rund zwei Drittel aller in Neuwagen verbauten Teile und Komponenten kommen mittlerweile von externen Lieferanten. „Wir wissen, dass die Qualität unserer Fahrzeuge stark vom Qualitätsmanagement der Zulieferer abhängig ist“, sagt Daimler-Boss Dieter Zetsche.

US-Analyst Lind erwartet, dass die Autobauer nach dem Takata-Schock nun die Fehlerkultur ihrer Lieferanten genauer durchleuchten. Die Kernfrage: Wie transparent geben sich die Zulieferer nach Pannen?

Als zweite Gegenmaßnahme könnten die Autobauer Risiken breiter streuen. Doch gibt es nur noch ein knappes Dutzend großer globaler Zulieferer – darunter die deutschen Größen Continental, Bosch und ZF. Generell gut für die Autobauer, denn hohe Abnahmemengen senken die Preise. Nun aber zeigen sich die Risiken. Hilft die Konsolidierung auf Zuliefererseite also uneingeschränkt? „Manchmal habe ich den Eindruck: eher nicht“, sagte Porsche-Chef Müller in Detroit. Takata ist sicher nur ein mahnendes Beispiel dafür.dpa/mah

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