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Donnerstag, 23. März 2017, Ausgabe Nr. 12

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Wettbewerb

Ausgezeichnete Ideen für den Umweltschutz

Von Bettina Reckter | 15. Januar 2016 | Ausgabe 01

Gefragt waren herausragende Entwicklungen, die dazu beitragen, die Ziele der deutschen Klimaschutzpolitik zu verwirklichen. Aus einer Vielzahl von Projekten werden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und BDI-Präsident Ulrich Grillo am 20. Januar in Berlin die Preisträger des diesjährigen Innovationspreises für Klima und Umwelt ermitteln.

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Foto: Wilhelm GmbH

Das Nährstoffangebot für Ackerpflanzen kann ein Pilzpulver verbessern, das direkt mit dem Saatgut ausgebracht wird.

Pilzpulver als Dünger für den Boden

Landwirtschaft: Viele Ackerpflanzen leben in Symbiose mit einem Pilzgeflecht an den Wurzeln, das ihnen wertvolle Mineralstoffe aus dem Boden bereitstellt und im Gegenzug Nährstoffe erhält. Doch die intensive Landwirtschaft der letzten Jahrzehnte hat diese sogenannte Mykorrhiza arg dezimiert. Für dieses Problem hat die Wilhelms GmbH nun eine Lösung.

Der deutsche Innovationspreis für Klima und Umwelt

Im Labor des Cloppenburger Unternehmens werden die begehrten Mykorrhizapilze kultiviert und in ein Pulver verwandelt, das der Landwirt seinem Saatgut zusetzen kann. So erhalten die Jungpflanzen die Nährstoffe schneller als üblich. Zudem können durch die funktionierende Symbiose überlastete Böden renaturiert und die Nitratbelastung im Grundwasser gemindert werden. Zahlreiche Versuche belegen darüber hinaus eine qualitative und quantitative Steigerung der Erträge.

Alte Reifen schützen neuen Stahl

Foto: Krückemeyer

Fest, aber elastisch: Streifen aus recycelten Autoreifen schützen die empfindlichen Stahlrollen vor mechanischen Schäden.

Recycling: Bandstahlrollen, sogenannte Coils, haben ein Problem: Ihre auf Hochglanz polierten Oberflächen sind extrem empfindlich. Steinchen, Späne und Unebenheiten können das Material bei Lagerung und Transport unbrauchbar machen. Davor schützen auch nicht die Hartfaserstreifen, mit denen die Rollen üblicherweise zusammengehalten werden. Schadhafte Coils aber sind Schrott.

Die Reinhard Krückemeyer GmbH aus dem siegerländischen Winsdorf hat hierfür nun eine Lösung gefunden: alte Autoreifen. In Streifen geschnitten und mit Klettverschluss versehen, schützen sie die Coils vor mechanischen Schäden aller Art. Ein Kunde hat laut Hersteller mit den elastischen Gummibändern in einem Jahr bereits über 2000 t Stahl im Wert von 2,5 Mio. € eingespart.

Schraubenmutter spart bis zu 30 % Material ein

Foto: Hewi G. Winker GmbH

Im Leichtbau bieten auch die Verbindungselemente ein erhebliches Potenzial zur Gewichtseinsparung.

Konstruktion: Leichtbaubleche im Automobilbau sparen viel Material ein. Oft aber sind die dazugehörigen Verbindungselemente werkstofflich nicht optimiert. Das hat die Hewi G. Winker GmbH jetzt nachgeholt. Durch ganzheitliche Betrachtung von Konstruktion, Werkstoff und Technologie gelang es dem Spaichinger Unternehmen eine Schraubenmutter herzustellen, die bis zu 30 % weniger Material benötigt als herkömmliche Schrauben.

Muttern sind normativ bedingt häufig überdimensioniert. Allein von der Geometrie her steckt hier also bereits ein erhebliches Potenzial zur Einsparung. Zudem könne durch den Einsatz mikrolegierter Stahlwerkstoffe sowie durch Kaltumformung weiter Material gespart werden. Die bei Normmuttern übliche Glüh- bzw. Wärmebehandlung ist nicht mehr nötig, wodurch auch geringere CO2-Emissionen anfallen.

Intelligentes Lüftungskonzept lässt Häuser frei atmen

Foto: LTG AG

Gebäudebelüftung wie bei der menschlichen Atmung – ein cleveres Klappensystem steuert die Luftströme.

Bau: Ein innovatives Lüftungssystem, mit dem ein Haus frische Luft einsaugen und verbrauchte Luft wieder abgeben kann, hat die LTG AG in Stuttgart entwickelt: mit nur einer Fassadenöffnung und nur einem Ventilator.

Das Strömungskonzept ist der menschlichen Atmung nachempfunden. Der Ventilator bewegt permanent Luft in dieselbe Richtung; die Förderung von Zu- und Abluft erfolgt dabei aber abwechselnd. Ein cleveres Klappensystem steuert die Luftströme und entscheidet, ob eingeatmet – frische, gefilterte Außenluft wird in den Raum gefördert – oder ausgeatmet wird – verbrauchte Luft wird ausgeblasen. Das zum Patent angemeldete Strömungskonzept halbiert nahezu die Anzahl der Komponenten im Gerät. Und es reduziert interne Druckverluste und Energieaufwendungen.

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