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Freitag, 24. Oktober 2014, Ausgabe Nr. 43

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CES 2013

Autos werden immer mehr zu fahrenden Computern

Von Harald Weiss | 18. Januar 2013 | Ausgabe 3

Eigentlich steht die Abkürzung CES für "Consumer Electronics Show". Doch in diesem Jahr hätten man sie auch "Car Electronics Show" nennen können. Nachdem Ford und General Motors seit vielen Jahren in Las Vegas ausgestellt haben, folgten 2013 Audi, Porsche und Toyota. Dabei geht es nicht mehr ausschließlich um ins Auto eingebaute Konsumelektronik, sondern zunehmend auch um die Unterstützung des Fahrers bei der Fahrzeugbedienung.

Über Autos wurde auf der CES in Las Vegas vom 8. bis 11. Januar sehr viel geredet. Im Mittelpunkt standen dabei vor allem die neuen Autopilot-Features von Audi und Toyota. Beide Lösungen zielen aber derzeit nicht auf einen vollständigen Ersatz des Fahrers ab, sondern beschränken sich auf unterstützende oder warnende Bereiche.

Audis Fokus liegt bei der Parkplatzhilfe, hierzu gehören das automatische Einparken sowie die Parkplatzsuche in einem Parkhaus. Letztere basiert auf einer aktuellen Laser-Karte, die im Parkhaus installiert ist und deren Daten per WLAN ans Fahrzeug übermittelt werden. Beide Funktionen arbeiten nur bei geringer Geschwindigkeit, so dass nur eine minimale Gefährdung von einem solchen Fahrzeug ausgehen kann.

Toyota hat eine Projektstudie vorgestellt. Dabei handelt es sich um einen Lexus LS 600, an dem auf einem eigenen Testgelände in Japan neue Features für die Unterstützung des Fahrers getestet werden. Hier liegt der Fokus auf warnenden oder reaktiven Funktionen, beispielsweise auf das automatische Auslösen der Bremsen, falls plötzlich eine Person oder ein Gegenstand vor dem Fahrzeug auftaucht.

Breiten Raum nimmt die Entwicklung eines Standards für die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation ein. Auch hier stehen sicherheits-technische Überlegungen im Vordergrund. Beispielsweise bei der Warnung vor einem Fahrzeug hinter einer uneinsehbaren Kurve oder in einer Ausfahrt. Weitere Forschungsaktivitäten beziehen sich auf ein Warnsystem beim Spurwechsel und eine Überwachung des toten Winkels. "Unsere Arbeiten werden sicherlich irgendwann zu einem völlig autonomen Fahrzeug führen, aber bis dahin müssen noch viele Unklarheiten aus dem Weg geräumt werden", sagte Jim Pisz, Strategie-Manager bei Toyota USA.

Sowohl Toyota als auch Audi gehen davon aus, dass es noch mindestens ein Jahrzehnt dauern wird, bis völlig autonome Fahrzeuge frei verfügbar sein werden. Das ist etwas pessimistischer als die Prognosen von Google, die bereits in drei bis fünf Jahren eine allgemeine Nutzung von völlig selbstständigen Autos erwarten. Google hat derzeit ein knappes Dutzend solcher Fahrzeuge im Einsatz.

In verschiedenen US-Staaten gibt es dafür bereits eine Zulassungserlaubnis – allerdings mit erheblichen Auflagen. Die zwei wichtigsten: Es müssen stets zwei Personen im Fahrzeug sein, von denen jeder bei Bedarf sofort die Fahrzeugkontrolle übernehmen kann und es sind Millionenbürgschaften für eventuelle Schäden zu hinterlegen.

Marktnäher, aber ebenfalls noch nicht verfügbar sind die neuen Armaturenbretter, die nicht mehr aus diversen Anzeigen und Bedienelementen bestehen, sondern nur noch aus einem Set von mehreren Bildschirmen. QNX zeigte in einem Bentley ein System mit drei Displays – einem zentralen 17-Zoll-Display und zwei Seitendisplays mit 7 Zoll und 10 Zoll Diagonale.

Der zentrale Bildschirm ist wahlweise für die Navigation oder für Videokonferenzen zuständig – letztere sind aber nur möglich, wenn das Fahrzeug sicher eingeparkt ist. Die Seitenbildschirme ersetzen die Außenrückspiegel und alle drei zusammen bieten eine Art 3-D-Bild, wenn der Rückwärtsgang eingelegt ist. Hierzu dienen die im Heck eingebauten Kameras, die ein lückenloses Bild über alles abgeben, was sich hinter dem Fahrzeug befindet.

Auch der Navi-Hersteller Garmin präsentierte mit seinem System K2 einen integrierten Ansatz für das Armaturenbrett, bei dem nicht nur die bisherigen Instrumente ersetzt werden, sondern das um eine vielseitige Sprachsteuerung und mehrere Infrarot-Schaltknöpfe erweitert wurde. Damit bietet es Bürofunktionen, Suchabfragen, Fahrzeugbedienung, Telekommunikation und natürlich auch Unterhaltung. Garmin geht davon aus, dass in Zukunft nur noch ein Touch-Screen – in diesem Fall mit einer 10,4-Zoll-Diagonale – das zentrale Informations- und Steuerinstrument sein wird.

Nicht jeder Autohersteller kann und will in Zukunft die vielen neuen Features entwickeln, die man zur Navigation, dem Entertainment oder der installierten Telekommunikation sinnvollerweise hinzufügen könnte. Deshalb bieten die Hersteller jetzt eine offene Systemplattform an, über die sich externe Apps anbinden lassen – ähnlich dem, was im Smart-
phone-Bereich bereits der Normalfall geworden ist.

Der Fahrzeughersteller betreibt einen App-Shop, bei dem sich der Kunde die Apps herunterladen kann, die er gerne in seinem Fahrzeug hätte. Die Hersteller sehen diese Öffnung als ein wichtiges Marketing-Instrument, vor allem bei den High-End-Modellen. "Wir laden alle Softwareentwickler ein, um mit ihren Ideen und interessanten Apps unsere In-Car-Services zu erweitern", sagte Paul Mascarenas, Cheftechnologe bei Ford.   HARALD WEISS

www.cesweb.org

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