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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Stadtplanung

Deutsche Bahn kooperiert bei Stadtgestaltung

Von U. Schamari | 29. November 2013 | Ausgabe 48

So wichtig und manchmal prägend Bahnhöfe und ihre Vorplätze für das Gesicht einer Stadt sind, so gering scheint manchmal das Interesse aller Beteiligten an dieser Tatsache zu sein. In Frankfurt/M. gehen Deutsche Bahn und Stadt diese Aufgabe jetzt erstmals gemeinsam an.

Bahnhof Frankfurt
Foto: DB

Die Abgänge zur B-Ebene des Frankfurter Bahnhofs sollen im ersten Schritt neu gestaltet werden. Deutsche Bahn und Stadt Frankfurt planen gemeinsam, den Bahnhof und sein Umfeld neu zu gestalten.

Bahnhöfe samt ihren Vorplätzen sind wichtige städtebauliche Komponenten. Doch nicht immer zeigen sich die Bahnstationen für Reisende und Pendler in einem repräsentablen Zustand. Das gilt auch für Frankfurt, wo sich der Vorplatz des Hauptbahnhofs durch ein unschönes Gewirr von Verkehrsflächen auszeichnet, und wo der Ostbahnhof – immerhin in Nachbarschaft der künftigen Europäischen Zentralbank (EZB)– völlig heruntergekommen ist.

Häufig scheitert die Sanierung von Gebäuden und Flächen an der Eigentümerin Deutsche Bahn AG, und auch wenn sie sich wie in Frankfurt den Planungswünschen der Stadt gebeugt und einem Architekturwettbewerb für den Hauptbahnhofsvorplatz zugestimmt hat, ist die Realisierung noch längst keine beschlossene Sache, wobei in der Regel Kostenargumente vorgebracht werden.

Doch in Frankfurt bewegt sich nun etwas. Nachdem die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs seit 2009 vorliegen, hat die Bahn jetzt gemeinsam mit der Stadt ein Infrastruktur-Sonderprogramm zur Erneuerung und Umgestaltung mehrerer Bahnhöfe samt Vorplätzen im Frankfurter Stadtgebiet vorgestellt.

Das 250-Mio.-€-Investitionsprogramm schließt auch einige Maßnahmen aus den siegreichen Entwürfen für die Gestaltung des Hauptbahnhofumfelds ein. Frankfurts Planungsdezernent Olaf Cunitz zeigte sich zufrieden mit dem weiteren Vorgehen: "Wir wollen eine gemeinsame Lenkungsgruppe einrichten, wo Verkehrsdezernat, Planungsdezernat und Bahn drin sind." Denn bei den konkreten Maßnahmen werde es in der Umsetzung eine Arbeitsteilung geben. Die Zuständigkeit für die neue Verteilerebene unter dem Gebäude des Hauptbahnhofs liege klar bei der Bahn, während es beim Vorplatz näher liege, die Stadtplanung heranzuziehen.

Bei den einzelnen für Frankfurt vorgesehenen Projekten wird sich laut Cunitz die Zusammenarbeit von Stadt und Bahn unterschiedlich gestalten. Er habe ein bürokratisches Konstrukt befürchtet, doch mit diesem Vorurteil habe die Bahn positiv aufgeräumt. "Es waren immer verbindliche und klare Strukturen in den Gesprächen mit der Bahn, die ich seit meinem Amtsantritt erlebt habe", lobte der Planungsdezernent. Deswegen sei man jetzt auch zu einer Vereinbarung gekommen. Für ihn gebe es schließlich ganz viele Themen, die in einem gemeinsamen Zuständigkeitsbereich lägen.

Das von ihm im vergangenen Jahr übernommene städtische Planungsdezernat sieht Cunitz als Querschnittsdezernat für solche Projekte, bei denen die Bahnhöfe und deren Umfeld im Mittelpunkt stehen. "Wir hatten gleich zum Anfang meiner Amtszeit verschiedene Termine vor Ort", sagte er zu dem Durchbruch in der Zusammenarbeit. Nach Statusanalyse und Zieldefinition in städtebaulicher Hinsicht sei man schnell zur Kooperationsbereitschaft bei der Verfolgung der Ziele gekommen. Man wolle schließlich Großes für Frankfurt voranbringen. Dabei investiere die Stadt 50 Mio. € bis 2019 in Bahnhöfe und ihr Umfeld, während die Bahn 200 Mio. € übernehme. Die Infrastruktur am Verkehrsknotenpunkt Frankfurt könne damit erheblich verbessert werden.

Die geplanten Maßnahmen werden schwerpunktmäßig auf den Hauptbahnhof entfallen. Begründet wurde dies mit seiner großen Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Frankfurt und seinem Stellenwert im deutschen und internationalen Bahnverkehr. Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer betonte: "Mit dem Fernreiseverkehr und den flankierenden Verkehren des Regionalverkehrs, den S- und U-Bahnen, Straßenbahnen und Bussen und 350 000 Reisenden und Besuchern täglich ist der Hauptbahnhof der wichtigste Verkehrsknoten der Stadt und damit Eingangstor und Aushängeschild der Mainmetropole." Daher sollten in einem ersten Schritt die Abgänge zur B-Ebene des Bahnhofs sowie die Verkehrsflächen des Vorplatzes neu strukturiert werden. U. SCHAMARI

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