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Donnerstag, 23. März 2017, Ausgabe Nr. 12

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Funktechnik

„Deutsche Position in der Standardisierung muss gestärkt werden“

Von Christiane Schulzki-Haddouti | 13. Februar 2015 | Ausgabe 07

Bislang kümmerte sich allein die Wirtschaft um die 2,4-GHz-Normierung. Doch nachdem jeder technische Lösungsvorschlag bisher gescheitert ist, wird der Ruf nach einer politischen Lösung lauter. Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, äußert sich jetzt zu weiteren Handlungsmöglichkeiten.

VDI nachrichten: Wie dramatisch ist es für Europa, wenn US-Firmen den Standardisierungsprozess dominieren?

Foto: SPD

„Mit Blick auf Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 darf sich in der IKT-Standardisierung nicht das ‚Recht des Stärkeren‘ durchsetzen.“ Lars Klingbeil, netzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Lars Klingbeil: Mit Blick auf die digitale Souveränität kommt der Frage der Standardisierung und Normierung zunehmend eine grundsätzliche Bedeutung zu. Sie entscheidet darüber, ob und wie neue technologisch-wirtschaftliche Abhängigkeiten geschaffen werden – mit teilweise erheblichen sicherheits- und wettbewerbsrelevanten Auswirkungen.

Wie beurteilen Sie das bisherige Ergebnis der 2,4-GHz-Normierung?

 Gerade die internationalen IT-Unternehmen nutzen heute ihre Dominanz, um auch im Bereich der IT über Standardisierung ihre Geschäftsmodelle abzusichern und Märkte festzuschreiben. Deutsche und europäische Unternehmen geraten dann ins Hintertreffen, wenn ihre Produkte und Dienste auf die technologische Basis „fremder“ Standards aufsetzen müssen.

Müssen sich die Geschäftsregeln in europäischen Standardisierungsorganisationen wie der Etsi ändern?

Mit Blick auf die digitale Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit, aber auch mit Blick auf Zukunftsthemen wie Industrie 4.0 darf sich in der IKT-Standardisierung nicht das „Recht des Stärkeren“ durchsetzen, sondern es bedarf dringend einer Rückbesinnung auf die traditionellen Standardisierungsprinzipien wie „Konsens“, „Pluralität“ und „Transparenz“.

Welche Rolle kann hier die Politik spielen?

Die deutsche und europäische Position in den internationalen Standardisierungs- und Normierungsgremien muss deutlich gestärkt werden und es bedarf einer weitaus intensiveren Kooperation auf europäischer Ebene und einer massiven Unterstützung, vor allem durch die Setzung eine Ordnungsrahmens, seitens der Politik. Dabei soll natürlich nicht die Politik die Standards setzen, aber den Rahmen, in denen Standards vereinbart werden. 

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