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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Cloud-Computing

Die Frage nach der richtigen Cloud-Lösung stellt sich auch SAP

Von Harald Lutz | 16. Januar 2015 | Ausgabe 03

Viele Unternehmen wandern in die Cloud. Bei der Frage nach der richtigen Cloud-Lösung scheiden sich jedoch die Geister. Viele Softwareanbieter, so auch Europas größtes unabhängiges Softwarehaus SAP, gehen auch langfristig von der parallelen Nutzung traditioneller Software im eigenen Haus und Cloud-Lösungen aus.

„Wir haben momentan 44 Mio. Business-Nutzer in der Cloud“, erläutert der Vice President Co-Innovation für die Cloud-Suite der SAP, Bert O. Schulze. Gemessen am Gesamtumsatz von 16,4 Mrd. € erwirtschaftet die Walldorfer Softwareschmiede damit aktuell gut 7 % ihres Umsatzes in der Cloud – Tendenz steigend. Schulze: „Unser Unternehmensziel ist es, bis 2017 auf 22 Mrd. € Umsatz zu wachsen und davon 3 Mrd. bis 3,5 Mrd. € des Gesamtumsatzes in der Cloud zu erzielen.“

Bert O. Schulze

Foto: SAP

 

ist Senior Director Cloud Kunden-und Marktstrategie, SAP SE.

ist diplomierter Maschinenbauingenieur (Dipl.-Ing.) und Wirtschaftsingenieur (Dipl.-Wirt.-Ing.).

ist Mitglied des globalen SAP Kunden-und Marktstrategie-Teams der SAP Cloud Business Unit.

SAP geht heute von einer völlig anderen Adaption des Marktes bei den Cloud-Lösungen aus als in den Anfängen. Schulze präzisiert: „Gegenüber noch vor zwei Jahren haben sich die Technologien entscheidend weiterentwickelt.“ So lässt sich das Thema Cloud bei den Walldorfern schon längst nicht mehr auf das ERP-Produkt für den Mittelstand, SAP Business By Design, beschränken, mit dem man einst in die Wolke durchgestartet ist. Auch andere ehemalige im Haus des Kunden (On-Premise) betriebene betriebliche Mittelstandssoftware wie SAP All in One ist heute komplett in der Cloud.

In der Praxis unterscheidet SAP allerdings zwischen zwei grundlegend unterschiedlichen Cloud-Modellen: „Bei der Public Cloud teilen sich mehrere Anwender eine Codeline, agieren sozusagen bei sauber getrennten Daten in einer gemeinsamen Instanz“, erläutert der SAP-Cloud-Experte. Großer Nachteil: Eine Wettbewerbsdifferenzierung der einzelnen Prozesse für die verschiedenen Anwenderunternehmen ist nur noch schwer möglich.

Dagegen stellt SAP Software und Infrastruktur über eine sogenannte Managed Cloud auch in SAP-eigenen Rechenzentren bereit. Vorteil hierbei: Die Anwender können bei einer größeren Wettbewerbsdifferenzierung möglichst viel von der Attraktivität der Cloud, z. B. hohe Skalierbarkeit, mitnehmen. Schulze: „Wenn Sie Public- und Private-Cloud-Modelle miteinbeziehen, dann haben die Anwender heute die Möglichkeit, mehr oder weniger das gesamte Leistungsspektrum der SAP aus der Cloud zu beziehen oder wahlweise selbst zu betreiben.“

Als technologischer Meilenstein, der SAP in die Lage versetzt, die meisten Produkte und Lösungen auch in einer Managed Cloud bereitzustellen, gilt die Entwicklung der sogenannten In-Memory-Technologie Hana, die in der Lage ist riesige Datemengen in kürzester Zeit auszuwerten. Schulze: „Mit der SAP-Hana-Cloud-Plattform sind wir heute in der Lage, die für ein großes SAP-System benötigten Datenmengen signifikant zu reduzieren.“

Wo in der Vergangenheit noch mit mehreren Terabytes agiert wurde, konnte der sogenannte „digitale Fußabdruck“ um den Faktor 7 reduziert werden. „Wir benötigen heute weniger Bandbreite, um Daten von A nach B zu transportieren, und können auch innerhalb der virtualisierten Umgebung in den Rechenzentren viel kompaktere Systeme managen, als das vor einigen Jahren noch der Fall war“, erläutert der SAP-Cloud-Experte.

Nicht jede Branche jedoch geht mit der gleichen Geschwindigkeit in die Cloud. Für die nähere Bestimmung zieht Schulze die zwei Kategorien Best-Practice-Prozesse und stark differenzierende Prozesse heran: „Bei den Best-Practice-Prozessen handelt es sich um hoch standardisierte Prozesse, in denen sich die Unternehmen nicht sehr differenzieren.“ Diese Prozesse eigneten sich besonders für die vier großen Einzelmärkte: Personal(HR)-, Kundenbeziehungs(CRM)- und Lieferantenbeziehungs(SRM)-Management sowie Geschäftsreiseprozesse. Schulze: „Hierfür stellt der Markt bereits sehr weitreichende Public-Cloud-Modelle bereit, unabhängig von der Branche.“

Am anderen Ende des Spektrums sieht Schulze die sehr stark differenzierenden Prozesse wie in der Forschung und Entwicklung. Schulze: „Dort werden die Nutzer sicher auch zukünftig lieber auf traditionelle, hoch individualisierte On-Premise-Systeme oder auf die Managed Cloud zurückgreifen.“

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