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Donnerstag, 14. Dezember 2017

LA Auto Show

"Es war einiges an Ingenieurskunst gefragt"

Von Ingo Reuss | 29. November 2013 | Ausgabe 48

Mit seinem großen SUV Cayenne brach Sportwagenhersteller Porsche einst erfolgreich ein Tabu. Mit dem nun auf der LA Auto Show vorgestellten Kompakt-SUV Macan wollen die Zuffenhausener auch in der kleinen SUV-Klasse Kasse machen. Als Basis dient der Q5 von VW-Konzernschwester Audi. Dennoch soll der Macan klar als Porsche zu erkennen sein, sagt Hans-Jürgen Wöhler, Leiter der SUV-Baureihe, im Interview.

Porsche Macan
Foto: Porsche

Schneller Schwabe: Mit dem in Los Angeles vorgestellten Macan startet Porsche durch in die Klasse der kompakten SUVs. Das Auto, das technisch auf dem Audi Q5 basiert, soll laut Hersteller das „sportlichste Kompakt-SUV der Welt“ werden.

VDI nachrichten: Herr Wöhler, bereits den ersten SUV seiner Geschichte, den Cayenne, hat Porsche parallel zum VW Touareg entwickelt. Jetzt folgt als kleiner Bruder der Kompakt-SUV Macan, diesmal auf Basis des Audi Q5. Warum haben Sie die Entwicklung nicht selbst in die Hand genommen und ein komplett neues Auto auf die Räder gestellt?

Wöhler: Porsche hat in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit bei SUV-Projekten mit den Kollegen in Wolfsburg und Ingolstadt gesammelt. Die gemeinsamen Projekte geben uns deutlich mehr Flexibilität in Bezug auf die Entwicklungszeiträume und vor allem sind wir betriebswirtschaftlich so viel besser aufgestellt.

Hans-Jürgen Wöhler
Foto: Porsche

„Die Sportlichkeit fängt schon beim Einstieg an. In die meisten SUVs steigen sie nach oben, in den Macan setzen sie sich hinein.“ Hans-Jürgen Wöhler, Leiter der Baureihe SUV bei Porsche.

Welche technischen Besonderheiten zeichnen den neuen Macan aus?

Neben den bis zu 294 kW starken V6-Biturbo-Benzinern mit 3,0 l und 3,6 l Hubraum von Porsche findet sich im Macan das Allradsystem, das zum Beispiel auch im 911er zum Einsatz kommt. Wir setzen auf unseren aktiven Allrad, Porsche Traction Management, kurz "PTM" genannt. Er verteilt die Antriebskräfte situations- und bedarfsgerecht vollvariabel zwischen Vorder- und Hinterachse. Die Auslegung des Macan ist heckbetont. Wir setzen auf eine geregelte elektromechanische Lamellenkupplung.

Sie sehen also das Allradsystem als eine zentrale Komponente. Wie wirkt sich das PTM mit den anderen Maßnahmen auf das Fahrverhalten aus?

Unsere Fahrzeuge verfügen über ein ausgezeichnetes Handling und müssen bis in hohe Grenzbereiche beherrschbar und vorhersehbar reagieren. Durch Antriebsstrang in Verbindung mit Fahrwerk und Lenkung generieren wir die Porsche-typische Präzision und Direktheit. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Agilität des SUV. Daran stellen vor allem unsere sportlich orientierten Kunden hohe Erwartungen.

Welche weiteren Einflussmöglichkeiten haben sie genutzt, um das erklärte Ziel zu erreichen, den "sportlichsten Kompakt-SUV der Welt" zu bauen?

Das fängt schon beim Einstieg an. In die meisten SUVs steigen sie nach oben, in den Macan setzen sie sich hinein. Vorn sitzen Fahrer und Beifahrer 70 mm tiefer als beispielsweise im Cayenne. Außerdem liegt der Schwerpunkt tiefer, was sich nicht zuletzt auf die Fahrdynamik auswirkt, genauso wie die Mischbereifung und die optionale Luftfederung, die einzigartig im Segment ist.

Die Maßnahmen schlagen sich auch in der Optik nieder. Da unterscheidet sich der Macan klar vom Audi Q5...

Ja, der Macan ist bei gleichem Radstand flacher und länger. Seine Silhouette weist in Richtung Coupé-Form. Gleichzeitig ist die Karosserie "stilistisch clean". Ein Beispiel: Der Macan hat keinen Griff an der Heckklappe, sondern sie wird über eine Taste am Wischerfuß geöffnet. Der Heckspoiler am Dachende ist kein optischer Gag, sondern erhöht den Abtrieb an der Hinterachse.

Bleiben wir bei den technischen Details. Für die Unterbringung der Motoren musste eine besondere Luftführung entwickelt werden. Ist diese Lösung aus der Not geboren?

Richtig ist, dass der Bauraum vorn sehr beengt ist und deshalb war einiges an Ingenieurskunst gefragt. Die Luft wird jetzt in der Motorhaube selbst, also zwischen dem Außenblech und der Unterstruktur geführt. Das erlaubt uns eine tief heruntergezogene Front, die nicht nur stylistische Anforderungen, sondern auch die Bestimmungen des Fußgängerschutzes erfüllt.

Sportlicher Charakter bedeutet meistens auch Leichtbau. Hat Porsche gegenüber dem Audi-SUV das Gewicht reduzieren können?

Der Macan wiegt durch den aktiven Allradantrieb, die Mischbereifung und die umfangreiche Serienausstattung etwas mehr, aber wie haben in vielen Bereichen Leichtbaumaßnahmen einbringen können. Unter anderem verwenden wir Aluminium bei der Motorhaube, bei den Radhäusern und bei der Heckklappe.

Manche Schlüsselmärkte verlangen nach Vierzylinder-Motoren. Wann kommen sie im Macan?

Nach derzeitiger Planung könnte noch 2014 ein Turbobenziner speziell für den chinesischen Markt angeboten werden. INGO REUSS

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