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Freitag, 19. September 2014, Ausgabe Nr. 38

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Automobil

Frühjahrsparty mit Cabrio und Mini-SUV

Von Ingo Reuss | 15. März 2013 | Ausgabe 11

Der Frühling am Genfer See lässt zum 83. Genfer Autosalon in diesem Jahr Jahr noch auf sich warten. Aber in den Messehallen ist von der trüben Stimmung draußen nicht viel zu spüren. 260 Aussteller haben glitzernde Karossen und Hightechmodelle auf ihre Stände gerollt und präsentieren noch bis 17. März mehr als 130 Welt- und Europapremieren den insgesamt erwarteten 700 000 Besuchern.

Der "Salon" bietet auch dieses Jahr viele aufregende Neuheiten. Einen starken Trend lösen die knuffigen Mini-SUV (Sport Utility Vehicle) auf der Basis von Kleinwagen aus. Zu den Premieren vom 7. bis 17. März in Genf zählen Ford Ecosport, Fiat Panda 4x4 und Renault Captur, der auf dem Clio basiert. Der ansprechend gezeichnete Captur zählt zu den neuen Hoffnungsträgern von Renault. Er ist 20 cm länger als der Clio. Vorläufig soll er nicht mit Allradantrieb, sondern nur mit einem mechanischen Sperrdifferenzial ausgerüstet werden.

Mit dem 4,24 m langen Ecosport will Ford den Opel Mokka angreifen. Der auf dem Fiesta basierende Viertürer hat ein Gepäckraumvolumen von 362 l bis 705 l und soll voraussichtlich ab 17 000 € kosten. Zur Auswahl stehen zwei Benziner und ein Turbodiesel. Auf dem europäischen Markt eingeführt wird der in Brasilien gebaute und dort schon ausgelieferte Ecosport im Herbst.

VW ist mit dem Cross Up im noch kleineren Segment vertreten. Zu den Kennzeichen gehören die etwas höher gesetzte Karosserie und die silberne Dachreling. Mit dem 55-kW-Dreizylinder-Benziner kostet der Cross Up in der Basis knapp 14 000 €.

Eher zu den Crossover-Modellen (einer Mischung aus verschiedenen Fahrzeuggattungen) zählt dagegen der Peugeot 2008, der den kleinen Kombi 207 SW ersetzt. Größere Bodenfreiheit und eine optionale Schlupfkontrolle erlauben eingeschränkte Offroad-Einsätze des Fahrzeugs, das ab 15 000 € angeboten wird.

Erstmals stellt Audi einen Plug-in-Hybrid vor. Im A3 Sportback E-Tron arbeitet die Kombination von TFSI-Benziner und Elektromotor mit einer Systemleistung von 150 kW. Noch bezeichnet Audi den E-Tron als Studie, aber bereits im kommenden Jahr soll der A3 mit Plug-in-Hybrid in Serie gehen. Insider sagten in Genf, dass Porsche den Antrieb noch vor der Markteinführung durch Audi in Serie bringen wird – und zwar im neuen Kompakt-SUV Macan, der Anfang April in Shanghai präsentiert wird.

Der Parallelhybrid mit externer Lademöglichkeit sorgt laut Audi dafür, dass der Verbrauch bei nur 1,5 l/100 km liegt. Der 1.4 TFSI leistet 110 kW, die E-Maschine 75 kW. Der E-Motor ist platzsparend im Getriebe untergebracht. Sportlich sind die Leistungsdaten: In nur 7,6 s spurtet er von 0 auf 100 km/h und erreicht 222 km/h Spitzengeschwindigkeit. Die Reichweite der Batterie im Elektro-Fahrmodus beträgt 50 km. Technikvorstand Wolfgang Dürheimer: "Mit dem E-Tron kommt die Elektromobilität im täglichen Leben der Menschen an."

Überraschend lässt VW den XL1 in Genf vorfahren. Es ist laut VW-Chef Martin Winterkorn die "technologische Speerspitze des Volkswagen-Konzerns" und das sparsamste Fahrzeug des Genfer Salons. Auf Schweizer Straßen konnten erstmals Journalisten das Ein-Liter-Auto von VW fahren. Das Kleinserienprodukt ist ein technisches Highlight: Hinter den zwei etwas versetzt sitzenden Insassen wird der 35-kW-Zweizylinder-Diesel (0,8 l Hubraum) installiert, dahinter ein 20-kW-E-Motor samt 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Die Lithium-Ionen-Batterie lässt sich in etwa eineinhalb Stunden an der Haussteckdose aufladen und erlaubt im Elektrofahrbetrieb bis zu 50 km Reichweite.

Natur und Strömungslehre geben die tropfenförmige Karosserie vor. Um Verwirbelungen zu vermeiden, sind auch die Hinterräder (hinten 145er-Reifen, vorn schmale 115er- Reifen) verkleidet und Unterbodenspoiler angebracht. Zu den weiteren Besonderheiten zählen Flügeltüren und Kameras statt Rückspiegel. Der XL1 bringt dank CFK-Chassis nur 790 kg auf die Waage. Sein Verbrauch wird mit 0,9 l/100 km Dieselkraftstoff angegeben. Auf den erschwerten Testfahrten über Pässe lagen sämtliche Verbräuche unter 2 l/100 km.

Zurzeit wird bei Karmann eine Kleinserie von 250 Exemplaren gebaut. Über den Preis schweigt sich VW-Chef Martin Winterkorn noch aus und meint nur: "Wir bieten interessante Leasing-/Finanzierungsangebote." Doch schon bald sollen technische Lösungen aus dem XL1 auch in Großserienmodelle einfließen.

Zu den Blickfängen auf den Ständen zählt der Opel Cascada. Ob offen oder geschlossen, das viersitzige Mittelklasse-Cabrio überzeugt schon durch seine elegante Silhouette. Das solide Heck fällt (im Gegensatz zu Konkurrenten) nicht pummelig aus. In den großen Kofferraum passen 380 l (offen: 280 l). In nur 17 s öffnet oder schließt das Stoffverdeck bis Tempo 50. Der Cascada wird ab Mitte April ausgeliefert und startet bei 26 000 €.

Unter den vielen Neuheiten deutscher Anbieter in Genf findet sich auch der BMW 3er Gran Turismo. Das Fahrzeug bietet auf einer Länge von 4,82 m mehr Platz als die 3er-Limousine. Seine große Heckklappe und das üppige Gepäckabteil (520 l bis 1600 l) machen ihn zudem praktischer als die Limousine. Das Einstiegsmodell BMW 320i kostet 36 650 €.

Mercedes baut die frontgetriebene A-Klasse systematisch aus: Der nächste Schritt ist der 4,63 m lange CLA. Der dynamische Viertürer mit schlankem Heck wirkt coupéartig, seine Proportionen stimmen. Vorn sind die Platzverhältnisse gut, ins Gepäckabteil passen ordentliche 470 l. Auf der Fondbank ist allerdings die Innenhöhe eingeschränkt. Die Preise beginnen bei knapp 38 000 € für die Fahrzeugmodelle CLA 200 CDI und CLA 220 CDI.

Eine von ZF Friedrichshafen entwickelte und in South Carolina gebaute 9-Gang-Automatik kommt erstmals im Range Rover Evoque zum Einsatz. Sie erhöht beim Evoque im Modelljahr 2014 die Zahl der Gänge von bisher sechs auf neun und senkt Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen deutlich. Die ZF-Getriebeautomatik wird künftig für quer eingebaute Motoren angeboten, eine Bauweise, die in 75 % aller Pkw zu finden ist. INGO REUSS

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