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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Automobil

Führungswechsel bei Peugeot mit Folgen – auch für Opel

Von Dpa/Rtr/Mah | 29. November 2013 | Ausgabe 48

Der angeschlagene französische Autobauer PSA Peugeot Citroën bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Konzernlenker Philippe Varin (61) werde im kommenden Jahr von dem früheren Renault-Manager Carlos Tavares ersetzt, teilte Europas zweitgrößter Autobauer Anfang der Woche mit.

Der 55 Jahre alte Tavares war bis August Renaults zweiter Mann hinter Carlos Ghosn. Damit stelle der Aufsichtsrat sicher, "dass die Sanierungs- und Entwicklungsstrategie zur Bewältigung der aktuellen Krise langfristig umgesetzt und fortgeführt wird", sagte PSA-Chefaufseher Thierry Peugeot. Dies scheint auch nötig. Im Geschäftsjahr 2012 verbuchten die Franzosen einen Rekordverlust von 5,01 Mrd. €. Varin fährt daher einen harten Sparkurs, dem über 11 000 von weltweit 200 000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Rettung aus der Misere sucht PSA zudem im Ausbau seiner Kooperation mit dem chinesischen Konzern Dongfeng. Insidern zufolge hatten die Asiaten als Bedingung dafür auf einen Managementwechsel gedrängt.

Auch für die ebenfalls mit den Folgen der Absatzkrise in Europa kämpfenden GM-Tochter Opel, die mit PSA eine weitreichende Einkaufs- und Entwicklungsallianz verbindet, könnte dieser Schritt gravierende Folgen haben. "Ich glaube nicht, dass diese Partnerschaft weiter ausgebaut wird", sagte CAR-Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer. Dagegen spreche die Tatsache, dass Opel-Mutter GM mit SAIC in China einen Partner habe, der sich als direkte Konkurrenz zu Dongfeng begreife. "Da sitzt den Amerikanern das Hemd doch näher als der Rock", so der Experte. GM und PSA hatten erst kürzlich angekündigt, Teile ihrer Produktion zusammenzulegen. Die Franzosen lassen künftig den Nachfolger ihres Mini-Vans Citroën C3 Picasso im spanischen GM-Werk Saragossa vom Band rollen – gemeinsam mit dem Nachfolgemodell des Opel Meriva. Von den angepeilten Synergieeffekten von 1 Mrd. $ war zuletzt nicht mehr die Rede.

Dennoch sei der Wechsel aus Sicht der Franzosen zu begrüßen. "Varin ist niemand, der tief im Produkt drin steckt", sagte Dudenhöffer, "aber jemand, der die harte Aufgabe der Sanierung sehr gut umgesetzt hat." Insofern sei es gut, dass bei PSA "bald jemand mit Produktgespür am Ruder sitzt". Für Opel heißt das, nun eventuell erneut "auf Brautschau" gehen zu müssen. Aber es wäre auch in der Autowelt nicht die erste Liaison, die aufgelöst wird, bevor sie richtig angefangen hat. dpa/rtr/mah

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