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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Industrie

Für Montageautomation gibt es in Deutschland noch viele lohnende Ziele

Von D. Kippels/U. W. Schamari | 4. Oktober 2013 | Ausgabe 40

Technologisch an der Spitze und auf dem Weg zu einem neuen Umsatzrekord präsentieren sich die deutschen Anbieter von Montage- und Handhabungstechnik kurz vor der Messe Motek vom 7. bis zum 10. Oktober in Stuttgart. Dazu passt eine aktuelle Einschätzung von Branchenexperten: Das Potenzial für Montageautomation ist in Europa und speziell in Deutschland nach wie vor riesig.

Für Montageautomation gibt es in Deutschland noch viele lohnende Ziele

Produktion: Robotereinsatz stärkt Fertigungseffizienz – im Bild das Pick and Place von Rasierapparate-Komponenten in der Montage bei Philips in Drachten, Niederlande. Foto: Adept

Flexible Montage- und Automatisierungskonzepte sind ein weites Feld für den Robotereinsatz in der Montage: "Mehr und mehr Produkte müssen in ständig kürzer werdenden Produktzyklen zur Verfügung gestellt werden", betont Rüdiger Winter, Robotik-Experte und Vertriebsleiter Europa bei Adept Technology in Dortmund. Die Verzahnung von Industrierobotern, flexiblen Zuführlösungen und Bildverarbeitung in Verbindung mit mobilen Robotern würden es ermöglichen, Montagelinien und -anlagen auf die Herausforderungen von schnellen Produktwechseln einzustellen. Die Vorteile seien vielfältig: Einzelne Produktionseinheiten könnten dann einfacher modifiziert werden, Materialflüsse ließen sich schlanker und effizienter gestalten, und die Qualitätskontrolle sei problemloser als bisher zu gewährleisten.

Und: "Wir haben einen Schwerpunkt auf die Entwicklung energieeffizienter Roboter- und Automatisierungssysteme gelegt." Winter denkt dabei etwa an die Entwicklung neuer Technologien, mit deren Hilfe die Bremsenergie der Roboter phasenrichtig ins elektrische Netz zurückgespeist wird. Zudem finden sich für die Montageautomation noch viele Ziele in Europa: "Wir haben noch ein riesiges Potenzial an Automatisierungsprojekten und das speziell auch in Deutschland. So steckt beispielsweise die Nahrungsmittelproduktion automationstechnisch noch in den Kinderschuhen."

Dabei sind Einfachheit, Effizienz und Sicherheit für Christopher Haug aus dem Bereich Unternehmenskommunikation bei Festo, Esslingen, wichtige Technologietreiber und Erfolgsfaktoren in der Montage- und Automatisierungstechnik. So sollte nach seiner Überzeugung bei der Umsetzung des Themas Maschinensicherheit vor allem ein ganzheitlicher Ansatz für die elektrische und pneumatische Automatisierungs- und Montagetechnik verfolgt werden. Hier sei vor allem die komplette Kundenlösung und nicht die Komponente in den Vordergrund zu stellen. Montageeffizienz lasse sich in der Automatisierung erreichen, wenn sich die Anwender nicht auf eine bestimmte Antriebstechnologie festlegen müssten.

Die Chancen für einen weiteren technologisch getriebenen Wachstumsschub stehen jedenfalls gut: Nach Angaben des Fachverbandes Integrated Assembly Solutions im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) in Frankfurt erreichte die Branche im vergangenen Jahr einen Umsatzrekord von 5,94 Mrd. €, so der Fachverband. Dort halten die Experten daran fest, dass der Umsatz in diesem Jahr nochmals um 5 % wächst auf 6,2 Mrd. €.

Das bestätigt Gerhard Drunk, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Xpertgate in Mannheim: "Die Stellung der deutschen Montagetechnik-Anbieter ist weltweit sehr gut. Zudem liegt viel Know-how bei den Herstellern von Montagetechnik-Komponenten und Systemen." Für Drunk ist Energieeffizienz kein zentrales Thema der Branche, aber Handlungsbedarf sieht er trotzdem beim Ersatz von pneumatischen Antrieben durch elektrische Antriebstechnik. "Automation wird eingesetzt, um die Montage in Deutschland zu halten", ergänzt der Mannheimer Unternehmensberater. Denn durch einen hohen Automatisierungsgrad am Standort Deutschland ergebe sich die Chance, Wertschöpfung in Deutschland zu halten oder auch zurückzuholen.

"Dazu ist es auch wichtig, bedarfsgerecht investieren zu können", ergänzt Stefan Rosskopf, Geschäftsführer von Teamtechnik in Freiberg. Unternehmen sollten die Montageautomation mit relativ niedrigem Invest beginnen, aber bei Markterfolg schnell steigern können. "Den Kunden interessiert die problemlose Veränderung des Automatisierungsgrades durch Modularität", ergänzt der Teamtechnik-Chef, der allerdings auch Kritik anmeldet: " Die deutschen Anbieter sind mit ihren Montageanlagen für den internationalen Markt oftmals technologisch an der Spitze, aber nicht selten zu teuer und zu langsam bei den Lieferzeiten."   D. KIPPELS/U. W. SCHAMARI

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