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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Software

HP will auf der Softwareseite punkten

Von Ariane Rüdiger | 18. Januar 2013 | Ausgabe 3

Trotz Milliardenabschreibungen wegen nicht erkannter Bilanztricksereien bei der aufgekauften Softwarefirma Autonomy gibt sich HP optimistisch und integriert die Produkte des Herstellers in eine ganze Reihe neuer Softwareangebote.

Beim Aufkauf des Datenanalyse-
spezialisten Autonomy hat Hewlett-Packard (HP) viel Geld verloren: Mehr als 8 Mrd. $ musste der derzeit ohnehin wachstumsschwache Konzern abschreiben, weil man bei Autonomy wahrscheinlich in der Bilanzierung getrickst hat. Der potenzielle Betrug, wegen dem in Amerika strafrechtlich ermittelt wird, kam, so der deutsche HP-Geschäftsführer Volker Smid, durch Whistleblower ans Licht, deren Hinweisen man bei diesem Hersteller konsequent nachgeht.

Ansonsten, so Smid weiter, werde HP in der Öffentlichkeit teils falsch wahrgenommen, nämlich als Drucker-Company. "Dabei stammt mehr als die Hälfte unserer Umsätze aus dem Business-Geschäft mit Unternehmen, zuzüglich der zwei Drittel der Drucker und Endgeräte, die ebenfalls an Unternehmen geliefert werden”, erklärt Smid.

Im Gegensatz zu HPs Geschäft mit Servern, Services und Endgeräten, das in den vergangenen zwölf Monaten schrumpfte, konnte HP Software immerhin 21 % zulegen und gilt daher als Hoffnungsträger. Der Bereich macht zwar derzeit nur rund 5 % des HP-Umsatzes aus, soll aber auch dank des Autonomy-Know-how weiter zulegen. Dazu meinte Smid: "Bei Autonomy unterscheide ich klar zwischen den Produkten, die für uns sehr wichtig sind, weil sie in vielen neuen Produkten stecken, und den finanziellen Fragen." Meg Whitman, HP-CEO, ließ anlässlich der europäischen Anwenderkonferenz Discovery, die im Dezember in Frankfurt stattfand, keinen Zweifel am Autonomy-Engagement aufkommen. Ihr einziger Kommentar: "Die Innovation geht weiter."

Tatsächlich präsentierte HP zum Jahresschluss eine ganze Reihe integrierter Pakete und neuer Softwareprodukte mit Autonomy-Anteil, die diese Statements unterfüttern, beispielsweise eine Suite für Compli-
ance-Anwendungen ("Legal and Compliance Performance Suite"). Sie enthält Werkzeuge zur Kontrolle mobiler Inhalte, z. B. ein Werkzeug, mit dem sich rechtsrelevante, auch mobile Inhalte veränderungssicher speichern, archivieren und inhaltlich erschließen lassen. Eine weitere Suite ("Marketing Performance Suite") soll durch gezielte Inhalteauswertung das Marketing verbessern. Auch in HP Telco Big Data and Analytics, eine Softwaresammlung speziell für Telekommunikationsunternehmen, steckt Autonomy.

Die Speicherlösung StoreAll wird mit dem Inhalte-Analysewerkzeug Autonomy Idol kombiniert, um den Datenmassen blitzschnell relevante Informationen zu entlocken. Und sogar im Druckgeschäft von HP ist plötzlich Autonomy-Software zu finden, hier in einem Produkt für die Definition von Workflows.

Allerdings stützt sich HP bei der Datenanalyse nicht nur auf Autonomy. Wichtig ist auch noch Vertica, dessen Version 6.1 jetzt vorgestellt wurde (Codename Bulldozer). Das Produkt stammt ebenfalls aus seiner Akquise. Es analysiert semistrukturierte (zum Beispiel Logfiles) und strukturierte Daten. Für Autonomy eDiscovery – indexiert Metadaten zu unstrukturiertem Inhalt – und Vertica bietet HP sogenannte AppSystems an, komplette Anwendungsumgebungen mit Server, Betriebssystem, Speicher, Applikation und Management.

Ein weiteres Gebiet, auf dem HP mit innovativer Software punkten möchte, ist beim Cloud-Computing. Cloud-Produkte und Serviceangebote erbringen aktuell rund 4 % des HP-Umsatzes. Die angebotenen Softwarepakete sollen vor allem Cloud-Anbietern helfen, ihre Abläufe im Griff zu behalten. Zwei Beispiele: Erneuert wurde die zum HP Cloud-
System gehörige Lösung Cloud Service Automation, die in Version 3.1 vorliegt. HP hat in das Programm die Sicherheitsmerkmale einer anderen Akquise, Tipping Point, integriert.

HP Continuous Delivery Automa-
tion 1.1 hilft, neue Software schneller und sauberer zu produzieren und bereitzustellen. Laut HP lässt sich damit der Prozentsatz reibungslos verlaufender Softwareverteilung auf 95 % steigern. ARIANE RÜDIGER

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