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Donnerstag, 10. August 2017, Ausgabe Nr. 32

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Vergleichstest

Im Wettstreit der Diesellimousinen treffen Fahrdynamik und Fahrkomfort in Harmonie aufeinander

Von Ingo Reuss | 4. Oktober 2013 | Ausgabe 40

Gründlich überarbeitet präsentieren sich die Limousinen der gehobenen Mittelklasse von BMW und Mercedes, der 5er und die E-Klasse. Im Test treffen die Dieselversionen BMW 520d und Mercedes E 220 CDI aufeinander. Beide Fahrzeuge rangieren auf hohem Niveau. Der Fünfer fährt sich noch agiler als sein Vorgänger, inzwischen ohne Abstriche beim Fahrkomfort. Die E-Klasse federt aber immer noch einen Deut geschmeidiger.

Im Wettstreit der Diesellimousinen treffen Fahrdynamik und Fahrkomfort in Harmonie aufeinander

Nobler Schwabe: Im Mercedes E 220 CDI lässt sich standesgemäß reisen. Foto: Daimler

Sein Rivale BMW 520d punktet mit Fahrdynamik. Foto: BMW

Keine Frage, diesen beiden noblen Limousinen würden auch Sechszylinder-Diesel gut zu Gesicht stehen. Bodenständiger, das heißt preiswerter und sparsamer, sind aber sicher die in diesem Vergleich getesteten Vierzylinderversionen – und an Leistung mangelt es ihnen auch nicht. Im BMW arbeitet ein 2,0-l-Twin Turbodiesel mit 135 kW, im Mercedes tut ein 2,1-l-Turbodiesel mit 125 kW seinen Dienst. Im Drehmoment ist der E 220 CDI etwas stärker, er wuchtet 400 Nm ab niedrigen 1400 Umdrehungen auf die Kurbelwelle beim 520d sind es 380 Nm ab 1750 Touren.

Teststenogramm

So weit die Werte auf dem Papier. In der Praxis, speziell bei den Fahrleistungen, sieht es etwas anders aus: Da beschleunigt der BMW durchgehend besser, für den Standardsprint von 0 auf 100 km/h braucht der 520d nur 7,9 s, der um 50 kg schwerere 220 CDI dagegen 8,6 s. In der Höchstgeschwindigkeit sind die Unterschiede dagegen minimal. Die Werte wurden mit den Automatikversionen ermittelt, beim BMW ist das Getriebe von ZF achtstufig, beim Mercedes siebenstufig. Leichter Vorteil für den Bajuwaren auch beim Kraftstoffkonsum: Der 520d begnügte sich im Praxistest mit 5,8 l/100 km, der E 220 CDI schluckte für ein Auto dieser Klasse ebenfalls akzeptable 6,0 l/100 km Dieselkraftstoff.

Besonders kultiviert arbeitet der Dieselmotor im BMW. Akustisch bleibt er immer im Hintergrund, auch seine Drehfreude überzeugt. Die Achtgang-automatik wechselt geschmeidig die Gänge und hat stets die passende Stufe parat. Entspannter geht die Automatik im Mercedes zur Sache, manchmal schaltet sie aber etwas zögerlich. Der Selbstzünder zieht bereits aus niedrigen Drehzahlen kräftig durch und braucht eigentlich nie hohe Touren.

Bei der Fahrdynamik hat der BMW die Nase vorn, ohne dass der Komfort dabei zu kurz käme. Zur Agilität trägt die feinfühlige und präzise Lenkung bei. Aber der Fahrer spürt schon, dass er ein recht großes Fahrzeug bewegt. Wie die E-Klasse wird auch der Fünfer über die Hinterräder angetrieben. Der BMW bleibt bis in den Grenzbereich gutmütig, dasselbe gilt für seinen schwäbischen Rivalen. Beide verhalten sich selbst in extremen Situationen sicher beherrschbar. Mancher dürfte sich aber beim E 220 CDI eine etwas direktere und exaktere Lenkung wünschen. Die Bremsen verzögern bei beiden wirkungsvoll, im 520d ließen sie sich jedoch besser dosieren. Zudem tragen sie durch spontaneres Reagieren zu mehr Fahrspaß bei.

Standesgemäßen Langstreckenkomfort bieten beide Kontrahenten. Mit der Überarbeitung hat der Fünfer-BMW in dieser Disziplin zur E-Klasse spürbar aufgeholt. Federung und Dämpfung sind vorzüglich, das Geräuschniveau konnte gesenkt werden. Beim Mercedes bügelt die optionale Airmatic-Luftfederung (für 2023 €) Unebenheiten gut weg. Der 520d lässt sich für 1300 € mit der Dynamischen Dämpfer Control und für 1750 € mit der Integral-Aktivlenkung ausstatten, die den Lenkwinkel geschwindigkeitsabhängig anpasst.

Zu den Vorzügen beider Limousinen gehört das exzellente Platzangebot vorne wie hinten. Vier Erwachsene sitzen auch auf langen Reisen bequem, nur ein dritter Passagier, der mittig im Fond Platz nimmt, dürfte sich nicht so wohl fühlen. Beim Kofferraumvolumen herrscht fast Gleichstand, in das Mercedes-Abteil passen mit 540 l gerade mal 20 l mehr als in den Fünfer-BMW. Umklappbare Rückenlehnen liefern beide Anbieter nur gegen Aufpreis. Beide sind gut zugänglich und nutzbar. In der Bedienung hat BMW nach einigen Irrwegen mit dem iDrive-Konzept dazu gelernt. Mit der Überarbeitung wurde ein Touchscreen eingeführt. Der Mercedes macht wie bisher beim Bedienkonzept keine Probleme, die Menüstrukturierung erfordert etwas Eingewöhnung.

Mit der Modellüberarbeitung hat BMW auch das Preis-Leistungs-Verhältnis verbessert. Die Münchner verlangen für den 520d als Grundpreis 42 400 €, beim Mercedes E 220 CDI sind es 43 286 €. Für die Achtstufenautomatik kommen beim 520d 2250 € dazu, die Siebenstufenautomatik kostet beim Mercedes 2559 €. Die Aufpreisliste ist bei beiden lang. INGO REUSS

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