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Donnerstag, 12. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 41

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Produktion

Industrielles Internet nimmt Fahrt auf

Von Martin Ciupek | 13. November 2015 | Ausgabe 46

Hersteller von Automatisierungstechnik sind schon lange auf Digitalisierungskurs. Jetzt nimmt das Tempo zu. Welche Schwerpunkte international agierende Unternehmen dabei setzen, beschreiben im Folgenden drei Topmanager.

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Foto: GE

Tempomacher: Die digitale Vernetzung beschleunigt Entwicklungen quer durch alle Branchen.

Weltweit gibt es Initiativen zur digitalen Transformation in Produktionsunternehmen, die nationale Unternehmen im internationalen Wettbewerb stärken sollen. In Deutschland formieren sich Unternehmen zu Industrie 4.0. Darüber hinaus gibt es gemeinsame Projekte auf europäischer Ebene (s. VDI nachrichten, Nr. 44/15) sowie globale Ansätze, an denen sich auch die Unternehmen GE, Mitsubishi Electric und Rockwell Automation beteiligen.

Carlos Härtel, CEO von GE in Deutschland und Leiter des europäischen Forschungszentrums in Garching, sieht für sein Unternehmen in der Digitalisierung der Industrie die Möglichkeit, „Kunden über die gesamte Breite unseres Produktportfolios Mehrwert zu bieten“. Durch unterschiedliche Versuchsanordnungen sollen die Potenziale des industriellen Internets nun im Industrial Internet Consortium (IIC) erschlossen werden, an dem sich GE als Gründungsmitglied beteiligt. Inzwischen gibt es über 100 Mitgliedorganisationen. „Die Initiative ist von einem offenen Systemansatz geprägt“, berichtet Härtel.

Foto: GE

„Wir glauben, dass das Industrial Internet am Ende doppelt so groß sein wird wie das Consumer Internet, das wir heute kennen.“ Carlos Härtel, CEO von GE in Deutschland und Leiter des europäischen Forschungszentrums in Garching.

Beispielsweise durch die Reduzierung von Ausfallzeiten sowie durch neue Servicemodelle können Unternehmen dabei laut Härtel Verbesserungen in der Produktivität erzielen. „Wir glauben, dass das Industrial Internet am Ende doppelt so groß sein wird wie das Consumer Internet, das wir heute kennen“, macht er deutlich.

Härtel geht davon aus, dass das Industrial Internet damit auch das Geschäft von GE stark verändern wird. Heute erwirtschafte der Konzern 6 Mrd. $ Umsatz mit Software. „Wir werden diesen um 20 % jährlich bis zum Jahr 2020 auf 15 Mrd. $ steigern“, erklärt der GE-Manager. Um den Nutzen für Kunden zu realisieren, gehe es ihm bei der Umsetzung der digitalen Konzepte „eher um Kollaboration als um Wettbewerb“.

Hartmut Pütz, Europachef von „Mitsubishi Electric – Factory Automation“ mit Sitz in Ratingen, sieht in der digitalen Transformation zwei wesentliche Aspekte für den Automatisierungsanbieter mit Wurzeln in Japan. Einerseits gelte es, künftige Produkte entsprechend der neuen Möglichkeiten und Marktanforderungen weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wolle Mitsubishi Electric mit den neuen Funktionalitäten die eigene Produktion unter dem Titel e-f@ctory weiter verbessern.

Mitsubishi Electric Deutschland engagiere sich sowohl international im IIC als auch in Arbeitskreisen zu Industrie 4.0 in Deutschland. „Aus unserer Sicht ergänzen sich beide Initiativen gut“, sagt Pütz. Dabei ist das IIC laut Pütz stark von IT und Software getrieben, während der Ansatz Industrie 4.0 sich eindeutig auf die Fabrikautomation konzentriere.

Für die Kollaboration mit Wettbewerbern in Gemeinschaftsprojekten folgt Mitsubishi Electric weltweit geltenden Konzernrichtlinien. Das bedeutet: „Es muss im Einzelfall geprüft werden, dass das EU-Wettbewerbsrecht und unsere internen Compliance-Regeln eingehalten werden“, so Pütz.

Thomas Donato, Europapräsident von Rockwell Automation, sieht die Industrie durch das Zusammenwachsen von Informations- und operativen Technologien an einem Wendepunkt. „Wir sprechen hier von The Connected Enterprise“, berichtet Donato. Das Konzept passe auch zu anderen Initiativen, in denen sich Rockwell Automation engagiere. Dazu zählt unter anderem das IIC. Darüber hinaus arbeite Rockwell Automation bei der Standardisierung der Rahmenbedingungen für das Internet of Things (IoT) am Standard IEEE P2413 mit. Gleichzeitig würden Regierungsinitiativen in China, Korea und Deutschland unterstützt. In Deutschland passiere dies u. a. über die Mitarbeit in den Verbänden VDMA für den Maschinenbau und ZVEI für die Elektroindustrie.

„Wir glauben, dass wir von der Zusammenarbeit in diesen Organisationen gemeinsam profitieren können“, verdeutlicht Donato. „Unternehmen, die normalerweise im Wettbewerb zueinander stehen, müssen hier eine gemeinsame Basis finden, auf der sich notwendige Standards und Richtlinien entwickeln lassen“, zeigt er sich überzeugt. In verschiedenen Smart-Manufacturing-Initiativen kooperiere Rockwell daher mit Unternehmen, die andernfalls als Wettbewerber betrachtet würden. „Gleichzeitig sind wir uns der Bereiche bewusst, in denen wir unsere kommerziellen Interessen schützen möchten“, räumt er ein.

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