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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Baukonjunktur

Jahr 2014 könnte kleinen Bauboom bescheren

Von E.W. | 29. November 2013 | Ausgabe 48

Niedrige Zinsen in Deutschland und Prognosen für ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um 2 % in 2014 lassen auch die Erwartungen für die deutsche Baukonjunktur gut aussehen. Man rechnet in der Branche für das kommende Jahr mit einem Umsatzplus von 2,5 %.

"Der Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD sorgt für eine negative Zukunftsperspektive in der Wohnungswirtschaft", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, in einer Reaktion auf den Mittwoch vorgelegten Koalitionsvertrag. "Die Wohnungsunternehmen sind in Deutschland diejenigen, die ... für bezahlbaren Wohnraum sorgen – mit den nun geplanten Maßnahmen werden sie daran gehindert und dazu noch bestraft."

Trotzdem blickt die Bauindustrie dem Jahreswechsel positiv entgegen: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht im Jahr 2014 Wachstumschancen vor allem im Wohnungsbau. Aber auch Gewerbebau und öffentlicher Bau dürften nach den Erhebungen des Institutes 2014 wieder ein dickes Plus verzeichnen, das gelte besonders für Vorhaben der öffentlichen Hand. Steigende Steuereinnahmen könnten hier einen Aufwind bescheren.

Laut Bundesvereinigung Bauwirtschaft läuft es in den einzelnen Sparten etwa gleich gut. Im Bauhauptgewerbe werde der Umsatz 2014 voraussichtlich um 3 %, im Ausbaugewerbe um 2 % und in der Energie- und Gebäudetechnik um 3 % wachsen. Dies bedeute eine Geschäftsentwicklung auf 216 Mrd. €, rechnet Verbandsvorsitzender Karl-Heinz Schneider vor, sodass die Zahl der Arbeitsplätze von insgesamt knapp 2,5 Mio. stabil bleiben werde.

Vor allem die Entwicklung im Wohnungsbau stütze diese Prognose, erläutert Schneider. Im Neubaubereich seien per September knapp 20 000 Wohneinheiten mehr genehmigt worden als im Vorjahr. Dazu habe insbesondere der Mehrfamilienhausbereich mit plus 17 000 Wohnungen beigetragen.

Das Ausbaugewerbe verweise auf hohe Auftragsbestände, die in das nächste Jahr hineinreichten, so der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft. Für das kommende Jahr rechnet er hier mit einem Umsatzwachstum von rund 2 %. Auch der Bereich Gebäudetechnik verfüge über eine solide Auftragslage, so Schneider. Er prognostiziert hier eine Umsatzsteigerung von rund 3 %.

Die erwarteten Umsätze im Wohnungsbau resultierten aus dem großen Bedarf insbesondere in Ballungsgebieten, urteilt Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Dennoch sei die Wohnraumversorgung in den Ballungsgebieten nicht ausreichend, was die Einführung einer Mietpreisbremse alles andere als verbessern würde.

Doch nicht nur im Fall Wohnungsbau, auch beim Wirtschaftsbau stünden die Zeichen auf Wachstum, weiß Loewenstein. Aufgrund der Prognosen einer Stabilisierung der konjunkturellen Entwicklung in Deutschland rechnet er besonders hier mit steigenden Umsätzen, was überdies für den öffentlichen Bau gelte. Wachsende Steuereinnahmen versetzten die öffentlichen Haushalte in die Lage, mehr zu investieren.

Auch Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin erwarten für den Wirtschaftsbau im nächsten Jahr positive Zahlen, nachdem man für dieses Jahr mit einem Rückgang gegenüber 2012 von 2 % rechnet. "Mit einem Abflauen der Eurokrise wird es in 2014 wieder ein Plus von 2 % geben", so die DIW-Wissenschaftler Martin Gornig, Hendrik Hagedorn und Claus Michelsen.

Das Bauvolumen im öffentlichen Bau werde trotz des starken Einbruchs 2012 im laufenden Jahr immerhin leicht zunehmen, so die DIW-Experten. Für das kommende Jahr deute jedoch alles auf ein kräftiges Plus hin. Das DIW rechnet hier mit einem Wachstum von 7,6 %.  E.W.

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