Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 14. Dezember 2017

Messe K

Kautschukbranche gibt auf der Branchenmesse Gummi

Von Guido Deussing | 18. Oktober 2013 | Ausgabe 42

Die deutsche Kautschukindustrie ist technologisch weltweit führend. Zwar weist sie eine negative Halbjahresbilanz auf, zeigt sich aber auf der Kunststoffmesse K 2013 in Düsseldorf innovativ und vorsichtig optimistisch, neue Herausforderungen zu meistern. Die Messe läuft noch bis zum 23. Oktober.

A42 S7 UA

Der Rückgang des Gesamtumsatzes der Kautschukbranche um 2,5 % auf 11,75 Mrd. € im Jahr 2012 gegenüber 2011 und in diesem Jahr um 4,9 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2012 komme zwar einem "Null-Wachstum" gleich und sollte kritisch beäugt werden, meint Boris Engelhardt, Hauptgeschäftsführer des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WDK), es wäre jedoch übertrieben, vom Schlimmsten auszugehen. Es handle sich hier eher um eine Konsolidierung.

Entgegen dem gesamtwirtschaftlichen Trend in den letzten beiden Jahren haben sich die Mitarbeiterzahlen positiv entwickelt: "Die Kautschuk verarbeitenden Unternehmen beschäftigten Ende 2012 in Deutschland 74 700 Mitarbeiter, – 1,5 % mehr als noch 2011; Mitte 2013 lag die Zahl der Beschäftigten bei 74 950", berichtete Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der Kunststoff- und Kautschukmesse K 2013, anlässlich ihrer Eröffnung am vergangenen Mittwoch.

Elastomere  – Produkte aus vulkanisiertem Kautschuk – erweisen sich nach wie vor als Schlüsselwerkstoff. Sie seien immer dann gefragt, wenn es um den Werkstoffeinsatz in extremer Umgebung geht, wenn chemische oder physikalische Beständigkeit gefragt und hohe dynamische Belastungen auszuhalten seien, wie sie etwa in Fahr- oder Flugzeugen und anderen Fortbewegungsmitteln auftreten. "Hier gibt es bislang keine Alternative zu Kautschuk und Gummi", sagt Engelhardt.

26 Mio. t Kautschuk wurden im vergangenen Jahr weltweit hergestellt und verbraucht. Deutschland zählt dabei zu den führenden Herstellerländern. Wichtigster Abnehmer ist die Reifenindustrie. Ein Auto enthalte, gemessen am Gewicht, die gleiche Menge Kautschuk, etwa in Form von Schläuchen, Dichtungen oder Schwingungsdämpfern, wie die Fahrzeugbereifung es auf die Waage bringt, erklärt er. Der Kautschukanteil im Fahrzeug sei zwar gering, bezogen auf das Gesamtgewicht, seine Bedeutung ist jedoch groß: "Geht eine Gummidichtung kaputt, ist unter Umständen gleich der ganze Motor hin", verdeutlicht Engelhardt.

Kautschukprodukte haben sich bewährt als Motordichtung und Kraftstoffleitung, aber auch in der Anwendung als hitzebeständiges, schlecht wärmeleitfähiges Material für die Herstellung von Rettungsmasken der Feuerwehr. Vielfach handelt es sich, gemessen an der eingesetzten Rohstoffmenge, um Nischenmärkte, auf denen Kautschuke zum Einsatz kommen. Für diese ist der Werkstoff allerdings bislang unverzichtbar.

Während für technische Anwendungen vornehmlich synthetische Kautschuke Verwendung finden, die sich im Labor regelrecht komponieren und in gleichbleibender Qualität massenweise produzieren lassen, kommen im Bereich von Medizin, Gesundheit und Konsumgütern in der Regel natürliche Kautschuke (Natural Rubber) zum Einsatz, die im unmittelbarem Hautkontakt verträglicher sind. Von den im Jahr 2012 produzierten Kautschuken entstammen 11 Mio. t aus natürlichen Quellen, 15 Mio. t wurden auf petrochemischer Basis synthetisiert.

Auch in der Kautschukbranche ist der Rohstoffbedarf dabei ein zentrales Thema. Zu den derzeit wichtigsten Erzeugerländern von Naturkautschuk zählen inzwischen Thailand, Indonesien und Malaysia. Sie haben schon vor geraumer Zeit den einstigen Kautschukbaronen in Nord- und Südamerika den Rang abgelaufen. Das muss aber nicht so bleiben. "Inzwischen wurde mit der Guayule eine Pflanze identifiziert, die Latexmilch enthält und die sich für die Herstellung von Kautschuk nutzen lässt", so Engelhardt. Diese wachse, anders als der Kautschukbaum, in niederschlagsarmen Regionen. GUIDO DEUSSING

stellenangebote

mehr