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Donnerstag, 13. Juli 2017, Ausgabe Nr. 28

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E-Mobilität

Kia lässt elektrischen Soul länger stromern

Von Klaus Reckert | 24. Oktober 2014 | Ausgabe 43

„Recharge Your Soul“, heißt es bei Kia – aber bitte nicht so oft! Als Hemmschuh bei der Elektromobilität gilt die oft noch als bedrohlich gering empfundene Reichweite. Daher setzen die Koreaner auf cleveres Klima- und Heizungsmanagement.

Bildartikel zu Kia_Soul_EV_005.jpg
Foto: Kia

Clever: Über das „Navi“ programmierbare Ladevorgänge sollen 100 % Kapazität bei Fahrtantritt garantieren.

Während andere Automobilhersteller wegen der nach wie vor verbreiteten „Reichweitenangst“ auf Fahrzeuge mit Hybridantrieb oder mit einem kleinen Verbrennungsmotor als „Range Extender“ setzen, hat sich Kia bei seinem ersten weltweit vorgestellten Elektroauto auf die Maximierung der Reichweite „aus eigener Akkukraft“ konzentriert. Auf dem Papier mit Erfolg: Für den Kia Soul EV werden bis zu 212 km Reichweite mit einer Akkuladung angegeben.

Erzielt wurde diese Steigerung gegenüber Wettbewerbsmodellen, die im selben Zyklus auf maximal rund 180 km Reichweite kommen u. a. durch ein auf Belüftung und Heizung zielendes Maßnahmenpaket, aber auch durch die Speicher: Im Soul EV werden Lithium-Ionen-Polymer-Batteriezellen eingesetzt. Deren hohe Energiedichte (200 Wh/kg) führen zu einem im Verhältnis zur Kapazität von insgesamt 27 kWh relativ niedrigem Leergewicht von 1565 kg.

Die wohl effektivste Maßnahme aber betrifft die Heizung: Ein Wärmepumpensystem – bestehend aus Verdichter, Verdampfer und Verflüssiger – nutzt die Abwärme der Klimaanlage und der elektrischen Systeme. Dank der Pumpe verbraucht das Fahrzeug beim Aufheizen des Innenraums weniger Strom. Der Fahrerplatz lässt sich separat klimatisieren, z. B. über Fahrersitz- und Lenkradheizung, ohne dass der bei Alleinfahrten ungenutzte Beifahrerplatz eine Rolle spielt.

Hinzu kommt „programmierte Klimatisierung“ vor Fahrtantritt. Während das Auto noch am Kabel „hängt“, wird der Innenraum auf die vorgewählte Innentemperatur gebracht. Ähnliches gilt fürs „programmierte Laden“: Normalerweise wird nach Erreichen von 100 % Kapazität zur Batterieschonung wieder alterniert, d. h. Strom entladen. Über das Navigationssystem mit 8-Zoll-Display lässt sich die geplante Fahrtantrittszeit einprogrammieren. So soll sichergestellt werden, dass die Reise wirklich mit voller Batterie beginnt.

 Per Normalladung dauert das ab 4 h, per Schnellladung ab 25 min an 50-kW-Schnellladestationen. „Die verbesserte Reichweite ist das Ergebnis von vielen kleinen Überlegungen, die unsere Ingenieure angestellt haben“, sagt Markus Ames, General Manager Product & Strategy bei Kia.

Bei der Reichweitenoptimierung ist auch der Fahrer gefragt: Für optimale Ausschöpfung der Akkuladung dienen die Automatikfahrstufen „Eco“ und „Brake“ (maximale Rekuperation).

Wer lieber die vollen 81 kW und 285 Nm des E-Motors abrufen möchte, kann sich auf eine Beschleunigung von 11,2 s von Null auf 100 km/h und eine Spitzengeschwindigkeit von 145 km/h freuen. Gemäß Richtlinie 1999/94/EG hat das Auto unterm Strich einen durchschnittlichen Stromverbrauch von 13,7 kWh/100 km. Den 4,14 m langen Fünftürer gibt es ab November für 30 790 €.  

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