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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Hannover Messe 2013

Kunststoff- und Kautschukspezialist wächst unabhängig vom schwächelnden Europamarkt

Von Rolf Müller-Wondorf | 19. April 2013 | Ausgabe 16

Die frühe Investition in die globalen Wachstumsmärkte zahlt sich für den Kautschuk- und Kunststofftechnikspezialisten Contitech jetzt aus. Der Zulieferer rechnete auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover trotz der anhaltenden Krisenstimmung in Europa damit, in diesem Jahr seinen Umsatz weiter steigern zu können.

"Unsere Strategie, frühzeitig in Wachstumsmärkte wie Asien, aber auch Brasilien und Osteuropa zu gehen, macht uns jetzt weniger anfällig für die wirtschaftlichen Turbulenzen in Europa", erklärte Heinz-Gerhard Wente, Vorstandsvorsitzender von Contitech, am 9. April auf der Pressekonferenz des Kunststoff-und Kautschukspezialisten im Rahmen der Hannover Messe. Die Technologietochter des Automobilzulieferers Continental wuchs laut den Unternehmensangaben im vergangenen Geschäftsjahr um 3,6 % und konnte dabei ihren Umsatz auf 3,7 Mrd. € steigern.

Die Internationalisierung des Geschäftes schreitet laut Wente wie geplant voran. Besonders positiv habe sich das Geschäft in Asien und Amerika entwickelt. In Asien sei der Umsatzanteil beispielsweise von 13 % auf 16 % und in Amerika von 13 % auf 17 % gestiegen. Hauptabsatzmarkt bleibe jedoch nach wie vor Westeuropa: "Hier", so der Vorstandsvorsitzende, erwirtschaftete Contitech rund 56 % seines weltweiten Umsatzes." Zudem sei im vergangenen Jahr mit zahlreichen Zukäufen und dem Bau neuer Werke die Position spürbar gestärkt worden.

"Insgesamt haben wir im vergangenen Jahr 151 Mio. € investiert, das sind 40 Mio. € mehr als 2011 – ein Spitzenwert", verdeutlichte Wente und betonte zugleich: "Für dieses Jahr haben wir nochmals höhere Investitionen geplant."

Das Wachstum in Amerika geht nach den Angaben von Wente vor allem auf die Übernahme des Automotive Klimaleitungsgeschäftes von Parker Hannifin zurück – einer der größten Zukäufe in der Firmengeschichte des Zulieferers. Von besonderer Bedeutung sei darüber hinaus der Aufbau einer neuen Fabrik für Ölförderschläuche in Brasilien gewesen. Doch auch an zahlreichen deutschen Standorten habe Contitech in neue Anlagen investiert.

Als wichtigste Vorhaben in 2013 betrachtet Wente ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Schwingungs- und Lagerungstechnik in China, das Anfang März eingeweiht wurde, den Bau eines neuen Werks für Klima- und Servoleitungen im russischen Kaluga, der bis zum Jahreswechsel 2013/2014 abgeschlossen sein soll und den Kauf einer Schlauchfabrik für das stark wachsende Segment Oil & Marine in der Türkei, der ebenfalls im März getätigt wurde. In Dubai werde außerdem ein Vertriebs- und Servicestützpunkt aufgebaut, der zu einer Schlauchmontage ausgebaut werden soll. "Ich bin zuversichtlich, dass wir auch im Geschäftsjahr 2013 unseren Umsatz vergleichbar zur Steigerungsrate 2012 ausbauen können, da wir weiterhin mit einer Belebung, insbesondere des Marktes in Europa, im zweiten Halbjahr rechnen", erklärte Wente mit Blick auf das laufende Jahr.

Zu den Säulen des Zulieferunternehmens zählt die Contitech Power Transmission Group, die mit mehr als 2500 Mitarbeitern im Jahr 2012 einen Umsatz von 402 Mio. € erzielte. Zum Produktportfolio gehören Keil- sowie Keilrippenriemen, Zahnriemen oder PU-Flachriemen.

Für weitere Markterfolge dieses Geschäftsbereichs hat die Weiterentwicklung der Zweiräder besonderen Wert – darunter insbesondere der Markt der mit Elektromotoren angetriebenen Fahrzeuge. Hier erschließen sich laut den Unternehmensangaben noch große Wachstumspotenziale. Vor allem in den internationalen Ballungszentren würden Verbraucher und Unternehmen die Vorteile der E-Zweiräder als Alternative für Kurzstrecken erkennen: Sie sind schneller als ein Pkw, haben keine Parkplatzprobleme und sind kostengünstiger im Unterhalt.

Vor diesem Hintergrund, dies betonte Konrad Müller, Geschäftsbereichsleiter der Contitech Power Transmission Group, wächst der Markt für E-Bikes und Elektrofahrräder (Pedelecs) enorm. "Der Bedarf liegt global derzeit bei rund 30 Mio. Exemplaren jährlich – Tendenz steigend. Allein in China fahren bereits über 120 Mio. Elektrofahrräder. Und auch der deutsche Markt boomt: 2012 kauften die Deutschen rund 400 000 Pedelecs", so Müller.

Eine wichtige Neuentwicklung des Geschäftsbereichs Conveyor Belt Group ist die Conti Lightweight Technology. Sie spart bis zu 30 % Gewicht und damit Ressourcen und ermöglicht im Betrieb eine geringere Antriebsenergie. Die Technologie kann in eine Vielzahl von Gurtetypen und Komponenten eingebracht werden. Einen weiteren Schwerpunkt hat die Conveyor Belt Group im Bereich hitzebeständiger Gurte gesetzt. Die speziell zum Heißguttransport entwickelten Fördergurte halten hohen Materialtemperaturen stand, denn die neuartige Isolationsschicht HeatControl kann den Temperaturdurchgang zur Karkasse um bis zu 40 °C reduzieren. Dies bewirkt beim Transport von glühenden Materialien Schutz vor frühzeitigem Ausfall – ein wichtiger Aspekt, um Kosten zu sparen und Wartungsaufwand zu reduzieren, so berichtete das Unternehmen.

Fördergurte des Hannoveraner Unternehmens halten zunehmend auch in der Recyclingwirtschaft Einzug. Bei der Sortierung von Abfällen transportieren die gegen Öle und Fette beständigen Transconti-Slide-Gleitgurte die Altverpackungen zu den einzelnen Verarbeitungsstationen. Hans-Jürgen Duensing, Geschäftsbereichsleiter der Conveyor Belt Group, hebt neben der Funktion auch die Dimensionen der eingesetzten Fördergurte hervor: "Wir sorgen in solchen Anlagen mit einer größeren Anzahl von Fördergurten, die mehr als 1 km lang sein können, für den reibungslosen Materialfluss und damit die sortenreine Trennung." ROLF MÜLLER-WONDORF

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