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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Elektromobilität

Ladeinfrastruktur: Japans Autobauer schmieden Allianz

Von Barbara Odrich | 29. November 2013 | Ausgabe 48

Auch in Japan fehlt es noch an einem flächendeckenden Netz von Ladestationen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Das soll sich nun aber schnell ändern. Die vier großen Autohersteller Honda, Mitsubishi, Nissan und Toyota haben sich jetzt zusammengetan, um gemeinsam für deutlich mehr Ladestationen zu sorgen.

Für die japanische Regierung steht fest: Sie will die Verbreitung von Elektroautos im laufenden Haushaltsjahr mit knapp 111 Mrd. Yen (über 800 Mio. €) unterstützen. Die Automobilbauer wissen, woran es noch krankt. So attestiert das Konsortium aus Honda, Mitsubishi, Nissan und Toyota, dass es in Japan derzeit rund 1700 Schnellladestationen gibt, bei denen die Batterie in weniger als 30 min fast gänzlich aufgeladen wird. Daneben sind bisher 3000 herkömmliche Stromtankstellen in Betrieb. Hier lassen sich Akkus von Elektro- und Hybridautos in bis zu 8 h laden.

Ziel ist es nun, die Anzahl der Schnellladestationen im Lande um 4000 Ladesäulen zu erhöhen und den 3000 regulären Stationen weitere 5000 hinzuzufügen. Dabei erhalten die Beteiligten auch kräftige Unterstützung von offizieller Seite, denn der japanische Staat unterstützt das Projekt mit insgesamt umgerechnet über 800 Mio. €.

Die Subventionen für die Installation von Ladestationen müssen bis Ende Februar beantragt werden. Vom Frühjahr 2014 an will sich das Konsortium um die Abwicklung und Abrechnung der Ladeprojekte kümmern. Dabei sollen Gebühren und Mitgliedsbeiträge – um an den Stationen tanken zu können – von den Elektro-Autofahrern eingezogen werden. Das Geld soll dann wieder in das Förderprogramm fließen. Auch werden Nutzungsgebühren der Ladestationsbetreiber eingezogen.

Die Hersteller haben sich dabei auf einen Standard geeinigt – genannt CHAdeMo als Kurzform für "Charge de Move". In der japanischen Sprache handelt es sich um ein Wortspiel mit der Frage, ob man während des Aufladens nicht einen Tee trinken wolle. (O cha demo ikaga desuka?) Alle vier Marken können so an den Tankstellen tanken. Die Autohersteller sind dabei bereit, sich finanziell an dem schnelleren Ausbau der Infrastruktur zu beteiligen, um so die Akzeptanz der E-Autos zu erhöhen.

Das Aufstellen von Ladestationen in Japan lag bisher im Ermessen von Unternehmen und nicht-kommerziellen Einrichtungen. Ein landesübergreifendes Konzept gab es nicht. Auch fehlte es an einer etablierten Vorgehensweise, die Installationskosten wieder hereinzuholen. Um den Absatz ihrer Fahrzeuge voranzutreiben, investierten die Hersteller bisher selbst in den Ausbau der Infrastruktur. Dabei machten die Autohersteller zwar unverkennbare Fortschritte, doch handelte es sich dennoch eher um ein Stückwerk von Projekten hier und dort. Viele Japaner scheuen sich nach wie vor ein Elektroauto zu kaufen – nicht nur wegen der höheren Anschaffungskosten, sondern auch wegen Bedenken hinsichtlich der Reichweite,.

Zu den Vorreitern beim Aufbau von Ladestationen in Japan gehört Toyota Motor. Der Hersteller hat dieser Tage einen weiteren wichtigen Schritt beim Ausbau der Ladesäulen für die Hybridautos mit Steckeranschluss gemacht.

So erweitert Toyota den seit Ende zurückliegenden Jahres laufenden Feldversuch: Ein Förderprogramm soll in der Präfektur Aichi ausgeweitet werden, um den Betrieb von Plug-in-Hybride und Elektroautos in diversen Touristenorten zu unterstützen. Dabei sollen zusätzlich 40 Ladesäulen in Kooperation mit vier lokalen Regierungen (Gamagori City, Toyoahashi City, Nishio City und Kota Town) sowie 13 Unternehmen und Organisationen installiert werden. Diese kommen zu den bereits bestehenden 32 Lademöglichkeiten. Der Feldversuch soll bis Mitte März 2014 laufen.   BARBARA ODRICH

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