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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Automobil

Las Vegas zeigt Experimentelles rund um das autonome Fahren

Von Harald Weiss | 16. Januar 2015 | Ausgabe 03

Die ersten drei Wochen jedes Jahres sind in den USA die Zeit der Automobilmessen. Den Anfang macht die CES in Las Vegas. Direkt anschließend steht die Autoshow in Detroit auf dem Programm. Während es in der Wüstenstadt vor allem um autonomes Fahren und um neue Entertainment-Systeme ging, stehen zurzeit in Detroit automobile Premieren auf dem Programm.

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Foto: Gen Blevins/Polaris/laif

Wo andere ihren Kofferraum haben, sitzt bei diesem Fahrzeug das Gehirn. Audi machte weltweit Schlagzeilen, indem es mit diesem A7 autonom vom Silicon Valley nach Las Vegas fuhr.

Die alljährliche Consumer Electronics Show (CES), die letzen Freitag zu Ende ging, entwickelt sich zunehmend zu einer Hightechveranstaltung der Autoindustrie. Audi machte weltweite Schlagzeilen, indem es einen A7 autonom vom Silicon Valley nach Las Vegas fahren ließ. Daimler-Chef Dieter Zetsche stellte das neue autonome Konzept-Auto F 015 vor, das den Untertitel „Luxury in Motion“ hat.

Damit ist aber keine teure Ausstattung gemeint. „Selbstfahrende Autos werden den Menschen Zeit und Raum schenken – und das sind die wahren Luxusgüter in unser hektischen Welt“, sagte Zetsche über die Zukunft der fahrerlosen Autos.

Doch bis das Realität ist, wird es noch ein wenig dauern. Bei Daimler meint man, dass fahrerlose Autos „frühestens 2030 auf den Markt kommen werden“. In der Zeit bis dahin werden aber bereits Teilautomatisierungen den Fahrer immer stärker entlasten.

Beispielsweise zeigten Volkswagen und BMW solche Systeme, mit denen das Fahrzeug selbstständig eine freie Parklücke in einem Parkhaus ansteuert. Die Position kann auch per Handy oder Smartwatch wieder abgerufen werden. „Re-mote Valet Parking Assistent“ heißt dieses System, mit dem man das Auto am Einkaufszentrum oder Hotel verlässt und es zurückruft, sobald man es wieder benötigt. Das funktioniert aber nur, wenn das Parkhaus mit Sendern und Sensoren ausgerüstet ist, die dem Fahrzeug den Weg weisen.

Auch Ford demonstrierte neben einer neuen Version des In-Car-Entertainment-Systems automatische Einparkhilfen. Darüber hinaus berichtete Ford-CEO Mark Fields in seiner Keynote auch von den gegenwärtigen Feldversuchen auf dem Testgelände für autonome Autos und neuer Infrastruktur an der University of Michigan in Ann Arbor.

Die Ergebnisse scheinen derzeit noch nicht sehr ermutigend zu sein. „Es wird noch lange dauern, bis wir autonome Fahrzeuge ausliefern werden. Die Probleme sind immens und auch die Gesetze und Vorschriften sind in ganz weiter Ferne“, lautete seine skeptische Einschätzung der weiteren Entwicklung.

Bei Audi ist man da jedoch ganz anderer Ansicht. Auf einer Pressekonferenz während der Autoshow in Detroit äußerte sich Audi-Chef Rupert Stadler sehr lobend über die großzügigen Regeln für autonome Autos in den USA. „In Amerika ist alles erlaubt, bis es verboten wird. Und bei uns ist erst einmal alles verboten, bis es irgendwann erlaubt wird“, war sein Vergleich.

Er forderte insbesondere die deutsche Politik auf, die Testmöglichkeiten für autonome Autos zu erweitern, damit die neuen Technologien auch in Deutschland ausgebaut und weiterentwickelt werden können. Insgesamt lässt sich sagen, dass die deutschen Hersteller bei der Automatisierung des Autos führend sind. Bei den japanischen Herstellern herrscht zu diesem Thema komplette Funkstille und außer bei Ford gibt es auch bei den US-Herstellern keine nennenswerten Entwicklungen.

Für die Zukunft der autonomen Autos erscheinen umfangreiche Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur unerlässlich, denn bei Schnee, verschmutzter Fahrbahn und im Tunnel versagen die Sensoren oder die Navigation. Die erforderlichen Investitionen werden aber immense Sicherheitsvorteile bewirken.

Volvo zeigte beispielsweise eine Lösung, bei der die Position und die Route von zwei Fahrzeugen in einem Cloud-Service in Form einer Treffpunkt-Aufgabe beobachtet werden. Sollte sich eine Kollision abzeichnen, werden beide Fahrzeuge gewarnt. Das ist nicht nur zwischen zwei Autos möglich, sondern auch zwischen Automobil und Fahrrad. Wobei der Radfahrer die Warnmeldung über einen speziellen Helm bekommt, in dem ein akustisches und ein Vibrationssignal ausgelöst werden.

Nicht nur autonome Fahrzeuge, auch zukünftige Infrastrukturen und aktuelle Fahrerhilfen standen in Las Vegas auf dem Programm. Damit fügte man sich in den Trend der gegenwärtigen Aufteilung zwischen den direkt aufeinanderfolgenden Messen: Experimentelles und Zukünftiges auf der CES, Handfestes und Verkaufbares in Detroit.

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