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Donnerstag, 14. Dezember 2017

IT-Sicherheit

„Made in Germany“ ist bei IT-Sicherheit stark gefragt

Von Chr. Schulzki-Haddouti/Peter Kellerhoff | 18. Oktober 2013 | Ausgabe 42

Der NSA-Spionageskandal lässt viele Unternehmen nach Alternativen für ihre zumeist amerikanischen IT-Sicherheitslösungen suchen.

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Das IT-Sicherheitsbewusstsein hat sich im Zuge der Enthüllungen von Prism und anderen Spionageskandalen verändert: Deutsche IT-Sicherheitsprodukte stehen bei vielen Unternehmen angesichts der Berichte über die Lauschaktivitäten angelsächsischer Geheimdienste hoch im Kurs. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von Lancom Systems, einem Hersteller von Netzwerklösungen, unter 242 IT-Fachleuten im August und September.

Lancom-Geschäftsführer Ralf Koenzen: "Die Prism-Affäre öffnet deutschen Unternehmen viele Türen, denn das Vertrauen in deutsche Hightech- und IT-Sicherheitsprodukte ist sehr hoch. Made in Germany ist auf diesem Sektor ein echtes Gütesiegel."

71 % der Befragten sehen bei IT-Sicherheitsprodukten "Made in Germany" einen höheren Bedarf. Sie wollen künftig mehr auf die Herkunft von IT-Produkten, insbesondere von Routern achten. In der Vergangenheit achteten 40 % der Befragten nicht, 28 % nur gelegentlich auf die Herkunft ihrer Netzwerkkomponenten.

Unmittelbare Konsequenzen für die eigene IT-Sicherheitsarchitektur nach den Enthüllungen durch den NSA-Whistleblower Edward Snowden will immerhin ein Fünftel der befragten Unternehmen ziehen. Jedes sechste Unternehmen plant, seinen Etat für IT-Sicherheit zu erhöhen. Bereits drei Viertel der befragten Unternehmen verfügen über eine IT-Sicherheitsarchitektur in den Bereichen Software, Hardware und Prozesse. Über die Hälfte bewertet diese als gut oder sehr gut. Ein Viertel verfügt allerdings über keine IT-Sicherheitsarchitektur.

So gut wie alle befragten Unternehmen können mit dem Begriff "Backdoor" etwas anfangen. Backdoors sind versteckte Zugangsmöglichkeiten zu IT-Produkten, die von Dritten missbraucht werden können, um sich Zugang zu Unternehmensnetzen und -systemen zu verschaffen. Dabei glaubt ein Drittel der Befragten, dass in ihren IT-Komponenten Backdoors vorhanden sind. 42 % schließen dies aus, nur 20 % glauben nicht, dass ihre Komponenten diese Schwachstelle haben.

Angesichts des verbreiteten Wissens um Backdoors ist es erstaunlich, dass immerhin 57 % der Befragten keine IT-Sicherheitszertifizierungen kennen. Die restlichen Befragten fühlen sich hingegen gut darüber informiert. 60 % von ihnen konnten sogar konkrete Zertifizierungen wie die des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) benennen. Ralf Koenzen glaubt: "Hier sind Hersteller, Verbände und die Politik ganz klar gefordert, Zertifizierungen bekannter zu machen und ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu steigern." 
  CHR. SCHULZKI-HADDOUTI/pek

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