Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Qualität

Messen per Optik stärkt die Qualitätssicherung

Von Edgar Lange | 16. Januar 2015 | Ausgabe 03

Beim Prüfen komplexer Bauteiloberflächen, etwa im Automobilbau, kommen jetzt verstärkt optische 3-D-Messsysteme zum Einsatz. Sie sollen für eine flächenhafte, berührungslose und schnelle Prüfung der Bauteile sorgen.

Was leisten die optischen Messverfahren im Vergleich zu den bisher eingesetzten taktilen Methoden? „Das eine Verfahren ist nicht pauschal besser als das andere“, weiß Kurt Rämer, Experte beim Fraunhofer Institut für Produktionstechnologie IPT in Aachen – dies hänge auch stark vom Anwendungsfall ab. Während taktil eher nur eine begrenzte Anzahl von Punkten erfasst würde und das Verfahren bei großen Punktemengen kaum praktikabel ist, lassen sich via optischem 3-D-Verfahren allerdings sehr schnell große Datenmengen ableiten.

Natürlich wird bei der optischen Messtechnik auch immer wieder die Frage gestellt, was mit den Bereichen ist, die nicht vom Sensor erfasst werden können; galt doch bisher bei Triangulationssensoren: „nur was man sehen kann, kann man messen“, so Stephanie Adolf, bei der Gesellschaft für Optische Messtechnik in Bibertal für den Bereich Vertrieb verantwortlich. Das hieß also, dass man etwa optisch schwer zugängliche Bereiche wie tiefe Taschen oder Kühlkanäle mit der optischen Messtechnik nicht ohne weiteres erfassen konnte, sondern nur auf klassischen Koordinatenmessmaschinen analysieren musste – ein Vorgang, der bisher viel Zeit in Anspruch genommen hat.

Eine Lösung sind Multifunktionssensoren, die optische und Tastermessung kombinieren. Zur taktilen Messung von Einzelpunkten hat GOM deshalb einen handgeführten Taster als Zubehör für sein optisches 3-D-Koordinaten-Messsystem ATOS entwickelt. Das berührungslos messende ATOS-System dient dabei als Tracker für die Referenz-Punktegruppe auf dem Taster. „Das heißt also, dass sich die Vorzüge optischer und taktiler Messungen ergänzen können“, so Adolph.

Dass optische Messverfahren sehr leistungsfähig sind, bestätigt auch Karl-Heinz Franke vom Zentrum für Bild- und Signalverarbeitung der Uni Ilmenau: Doch die Vorzüge hängen immer auch vom zu messenden Objekt ab. „Auf einem schwarzen Gummibauteil oder bei Hinterschneidungen ist eine optische 3-D-Analyse eher schwierig“, so Franke.

Die Qualitätssicherung des BMW-Presswerks Regensburg nutzt bereits 3-D-Messtechnik von Steinbichler Optotechnik für die Maßhaltigkeitsprüfung der Karosseriebauteile für das 1er-Fahrzeugmodell. Denn nur wenn alle aus der Pressenlinie kommenden Teile maßlich einwandfrei sind, können sie im Karosseriebau und in der Montage problemlos verbaut werden.E. LANGE

stellenangebote

mehr