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Freitag, 19. Dezember 2014, Ausgabe Nr. 51

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Geodaten

Microsofts Panoramadienst Streetside startklar

Von Stefan Krempl | 23. Dezember 2011 | Ausgabe 51

Der Software- konzern Microsoft will mit dem Konkurrenten Google gleichziehen und noch vor Jahresende seinen Straßenansichtsdienst in Deutschland anbieten. Für die Alternative, Googles Street View, sind vorerst keine Updates geplant.

Ohne großes Brimborium will Microsoft den Panoramadienst Bing Streetside hierzulande noch vor Silvester mit einem Testlauf einweihen. Dies erklärte Severin Löffler, Leiter Recht und Politik bei Microsoft Deutschland, gegenüber den VDI nachrichten. Zunächst sollen die Städte Augsburg und München sowie der Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, wo die ersten Kamerawagen im Sommer unterwegs waren, dabei sein. Abgeschlossen sind die Fahrten in Ingolstadt, Regensburg und Würzburg, im Rhein-Main-Gebiet sowie in Berlin, während sie etwa in Nordrhein-Westfalen noch laufen. Weitere Gebiete werden Severin zufolge "sukzessive folgen".

Im Frühjahr hatte Microsoft noch viel Ärger mit dem geplanten Service. Datenschützer forderten eine Vorab-Einspruchsfrist für Hausbesitzer wie vor dem Start von Google Street View 2010. Das Unternehmen berief sich dagegen auf den Datenschutz-Kodex für Geodatendienste, den der Branchenverband Bitkom erarbeitet hat. Dieser sieht Widersprüche gegen Aufnahmen eigener Häuserfronten erst im Nachhinein über eine zentrale Stelle vor. Im Juni räumte Microsoft Betroffenen aber doch eine bis September befristete vorherige Einspruchsmöglichkeit ein. 80 818 deutsche Haushalte machten davon Gebrauch, während es beim Platzhirschen Google noch 244 000 waren.

Die Abweichung erklärt sich Severin damit, dass "viele Bedenken im Voraus ausgeräumt werden konnten". Es sei der Firma wichtig gewesen, Bürger und Politiker zunächst über das Projekt aufzuklären. Mittlerweile sei in der Öffentlichkeit ein "differenziertes Bild" von Panoramadiensten entstanden.

Viel Zeit gekostet hätten die Vorab-Widersprüche nicht. "Zu ihrer Abwicklung konnten wir einen parallel laufenden Prozess schaffen, so dass das Gesamtprojekt dadurch nicht nennenswert verzögert wurde", erläutert der Manager. Für kleine Unternehmen, die innovative regionale Projekte vorbereiteten, könne sich dadurch aber eine ressourcenintensive Herausforderung ergeben.

Googles Street View erfreut sich derweil wachsender Beliebtheit. Die Nutzung des Basisdienstes Google Maps habe seit Einführung des Dienstes um 25 % zugenommen, berichtet eine Google-Sprecherin. Trotzdem gebe es aktuell keine Pläne, neues Bildmaterial von deutschen Straßen in Street View zu veröffentlichen. Die jüngsten Fahrten eigener Kamerawagen seien im September abgeschlossen worden. Die Aufnahmen würden aber nur genutzt, um die Karten mit Straßennamen und -schildern anzureichern. Künftig hofft Google auf die Anerkennung des Geodaten-Kodex, der ein "sehr ausgewogenes und komplexes Informations- und Schutzsystem" schaffe.

Geodatendienste:Wirtschaft setzt auf Selbstregulierung

Wer darauf setzt, dass sein einmal verpixeltes Haus wieder sichtbar gemacht werden kann, hofft vergebens. Auf Druck der Datenschützer haben sich die Anbieter verpflichtet, die Originalaufnahmen zu löschen. "Wir sind im Datenschutz weit vorne, manchmal aber auch ein bisschen von der Realität entfernt", schätzt Hans-Joachim Otto, parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, die Debatte über die Privatsphäre bei Häuseransichten nachträglich ein. Der FDP-Politiker spricht sich für eine "komplett neue Datenschutzgesetzgebung" aus.

Ursprünglich wollte die Bundesregierung in diesem Jahr ein Gesetz zu Geodiensten vorantreiben und eine "rote Linie" aufzeigen, die unter keinen Umständen überschritten werden dürfe. Der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wollte so eine gezielte Verbreitung von Persönlichkeitsprofilen nur dann erlauben, wenn die Betroffenen dem zugestimmt hätten oder ein "klar überwiegendes Interesse an der Veröffentlichung" bestehe. Bislang blieb es aber bei dem Referentenentwurf Maizières Nachfolger Hans-Peter Friedrich (CSU) hat den Plan nicht weiterverfolgt.  STEFAN KREMPL

www.microsoft.com/maps/de-DE/streetside.aspx

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